Christoph von Baden-Durlach

Aus dem Stadtwiki Karlsruhe:
Wechseln zu: Navigation, Suche

Christoph von Baden-Durlach (* 9. Oktober 1684 auf der Karlsburg in Durlach ; † 2. Mai 1723 in Karlsruhe) ist der Sohn von Markgraf Friedrich Magnus von Baden-Durlach und Augusta Maria von Schleswig-Holstein-Gottorf. Er war ein jüngerer Bruder von Karl Wilhelm, der Markgraf wurde und Karlsruhe gründete.

Leben

Christoph war wie sein älterer Bruder fürstlich erzogen worden und hatte Frankreich, Holland und Norddeutschland kennengelernt. Im Jahr 1712 hatte er das baden-durlachische Kreisregiment von Karl Wilhelm übernommen. Im Jahr 1719 wurde er zum Generalwachtmeister befördert. Liselotte von der Pfalz[1] hatte er in Paris im Jahr 1700 kennengelernt, die ihn in einem Brief an seinen Vater lobte.

Da er nur dann Markgraf werden konnte, wenn sein älterer Bruder vor ihm verstorben wäre und ihm als Protestant eine Kirchenkarriere verwehrt blieb, wie dies bei katholischen Fürsten der Fall gewesen wäre, hatte er mit dem Gedanken gespielt, zum katholischen Glauben zu konvertieren. Davon hielt ihn aber Karl Wilhelm ab.

Am 1. Dezember 1711 heiratet er Marie Christine Felicitas von Leiningen-Heidesheim (* 30. Dezember 1692, † 3. Juni 1734). Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor:

Später vertraute sich Christoph dem katholischen Priester und Sänger Natale Bettinardo an und berichtete ihm, dass er von seiner Mutter zur Hochzeit gedrängt worden sei, um sicherzustellen, dass die Dynastie genügend Enkel habe, damit die Markgrafschaft Baden-Durlach nicht an die katholische Markgrafschaft Baden-Baden fallen würde.

Von seiner Frau trennte sich Christoph räumlich wie dies auch sein älterer Bruder getan hatte. Während diese mit den drei Kindern zusammen mit Magdalena Wilhelmine, der Frau seines älteren Bruders, in der Karlsburg wohnte, wohnte er in einem Haus am Zirkel in einer Hausgemeinschaft mit seiner Mätresse Charlotte Briefferin, deren Mutter und ihrer Schwester.

Christoph war oft in Geldnöten und er kam mit der jährlichen Apanage[2] in Höhe von 7.900 Gulden nicht aus. Weil er sich keine standesgemäße Kutsche leisten konnte, sagte er beispielsweise 1721 die Teilnahme an den Hochzeitsfeierlichkeiten von Erbprinz Ludwig Georg Simpert in Rastatt ab. Für seine Spielschulden musste sein älterer Bruder immer wieder aufkommen.

Anfang des Jahres 1723 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, weil er an Tuberkulose[3] erkrankt war. Sein Bruder ließ ihn im Schloss erfolglos behandeln, so dass er im Alter von 38 Jahren verstarb. Er wurde in Pforzheim beigesetzt. Seiner Witwe konnte er nichts hinterlassen. Karl Wilhelm, dem der Tod seines jüngeren Bruders nahe gegangen war, kümmerte sich um ihre Versorgung. Sie heiratete 1727 Herzog Johann Wilhelm von Sachsen-Eisenach und verließ die Markgrafschaft. Die drei Kinder gingen am 28. Oktober 1727 auf Kosten von Karl Wilhelm mit Hofrat und Kammerjunker Franz Reinhard von Gemmingen auf die höhere Schule von Lausanne und studierten später in Utrecht. Die standesgemäße Erziehung der Kinder war auch eine Absicherungsmaßnahme Karl Wilhelms zur Sicherung der Dynastie, da seine Neffen im Falle des Aussterbens seines eigenen Zweigs die Regentschaft hätten übernehmen können.

Weblinks

Fußnoten

  1. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Liselotte von der Pfalz“
  2. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Apanage“
  3. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Tuberkulose“