Arthur Böhtlingk

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Arthur Heinrich Böhtlingk (19. bzw. 31. Mai 1849 in St. Petersburg, Kaiserreich Rußland; † 15. November 1929 in Karlsruhe) war ein Historiker, Schriftsteller und Hochschullehrer.

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Ab 1886 lehrte er als Geschichts- und Literaturprofessor in Karlsruhe.

Leben und Wirken

Arthur Böhtlingk studierte in Jena, Heidelberg und Berlin. 1876 habilitierte er sich in Jena. Zehn Jahre später wurde Privatdozent Dr. Böhtlingk als Professor der Geschichte und Literatur an die Technische Hochschule zu Karlsruhe berufen. Dort veranstaltete er erstmals literarische Leseabende.[1] 1901 unterstützt er einen von den Studenten ausgehenden Aufruf „Protestversammlung gegen die englische Kriegsführung in Südafrika“.[1]

Böhtlingk schrieb unter anderem über Napoléon Bonaparte, den Dichter William Shakespeare, Klöster in Baden, den Rastatter Gesandtenmord, Carl Friedrich Nebenius sowie Otto v. Bismarck. Mehrere seiner Schriften erschienen in Frankfurt im dortigen Neuen Frankfurter Verlag, einige seiner Werke wurde auch in Karlsruhe verlegt (-> Siehe unten).

In Karlsruhe wohnte Professor Böhtlingk in der Leopoldstraße.[2]

Professor Dr. Arthur Böhtlingk starb am 15. November 1929 im Alter von 80 Jahren. Sein Nachlass befindet sich in Karlsruhe in der Badischen Landesbibliothek.[3]

Der kaiserlich-russische Staatsrat Otto Böhtlingk[4] (1815–1904), ein bekannter Orientalist und Sanskritforscher, war sein Onkel.

Publikationen

  • „Napoleon Bonaparte, seine Jugend und sein Emporkommen“, Jena 1877 [2. Auflage Leipzig 1883]
  • „Zum Rastatter Gesandtenmord“, Heidelberg 1895
  • „Der Rastatter Gesandtenmord vor dem Karlsruher Schöffengericht, Heidelberg 1895
  • „Carl Friedrich Nebenius“, Karlsruhe (Jahraus) 1899
  • „Klöster in Baden“, Karlsruhe (Reiff) 1902
  • „Auf der Fahrt nach Canossa: ein Gespräch in der Eisenbahn“, Frankfurt am Main 1902 (2. Auflage 1903)
  • „Abwehr und Anklage. Ein offenes Schreiben an Sne. Exz. Erzbischof Dr. Nörber zu Freiburg im Breisgau“ (2., vermehrte, Auflage, Frankfurt a.M. 1903)
  • „Die Jesuiten und das Deutsche Reich.“, Frankfurt a.M. 1903
  • „Das deutsche Volk unterm römischen Joche“, Frankfurt a.M. 1907
  • „Bismarck und Shakespeare – Eine Studie“, Stuttgart 1908
  • „Bismarck als Nationalökonom, Wirtschafts- und Sozialpolitiker“, Leipzig 1908
  • „Shakespeare und unsere Klassiker“ (3 Bände), Leipzig 1909 – 1910
    • Band 1: „Lessing und Shakespeare“ (1909)
    • Band 2: Goethe und Shakespeare“ (1909)
    • Band 3: „Schiller und Shakespeare“ (1910)
  • „Zur Aufhellung der Christusmythologie“, Frankfurt am Main 1910 (2. Auflage ebendort, 1911)
  • „Bismarck und das päpstliche Rom. Genetische Darstellung an der Hand der Quellen.“, Berlin 1911
  • „England und Deutschland oder der europäische Friede“, Berlin 1912
  • „Die Völker und das Meer im Lauf der Jahrtausende“, Berlin 1915
  • „Dem Pariser "Friedens"-Kongress auf den Tisch“, Karlsruhe (Reiff) 1919
  • „Der Waadtländer Friedrich Caesar Laharpe der Erzieher und Berater Alexanders I. von Russland des Siegers über Napoleon I. und Anbahner der modernen Schweiz.“, Bern/Leipzig 1925 [frz. 1969, siehe dazu unten]
  • „Gundolfs "Shakespeare in deutscher Sprache" : Ein Vademecum“, Karlsruhe (C. F. Müller) 1929
  • „Der Genfer Völkerbund in spe“, Karlsruhe (C. F. Müller) 1929
  • „Noch ein Wort an Erzbischof Dr. Nörber“, Frankfurt am Main 19??
  • „Entgegnung“, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGORh), Band 48 (= NF 9), 1894, Seite 378[5]

Sein Spätwerk „Der Waadtländer [...]“ (1925) wurde zudem 1969 postum in französischer Übersetzung herausgebracht: »Frederic-Cesar Laharpe. 1754-1838. Precepteur du Tsar Alexandre Ier, Antagoniste de Napoleon, Liberateur du pays de Vaud, Batisseur de la Suisse actuelle.«, Neuchâtel 1969.

Dramen

  • „Franz von Sickingen. Ein historisches Trauerspiel.“, Jena 1881
  • „König Konrad. Ein historisches Trauerspiel.“, um 1902

Reden

  • „Die beiden ersten deutschen Kaiser, eine akademische Gedächtnißrede“, Karlsruhe (Bielefeld) 1888
  • „Festrede zur Bismarck-Feier am 1. April 1890, gehalten in der städtischen Festhalle zu Karlsruhe“, Karlsruhe (Bielefeld) 1890
  • „Die Begründung des Reiches: eine akademische Festrede / gehalten am 24. Januar 1896 gelegentlich des studentischen Festsommers in der städtischen Festhalle zu Karlsruhe von Arthur Böhtlingk“, Karlsruhe (Thiergarten) 1896
  • „Der Tag von Leipzig![6] Eine akademische Gedenkrede, gehalten bei der Jahrhundertfeier der Technischen Hochschule Fridericiana zu Karlsruhe“, [1913]

Presse

(Auswahl)

Artikel Böhtlingks in Karlsruher Zeitungen:

[Anmerkung: „Fr. d. Gr.“ = Friedrich der Große (1712–1786), König von Preußen (ab 1740)]

Literatur

  • Rainer Brüning: „Böhtlingk, Arthur Heinrich, Historiker“, in: Badische Biographien Neue Folge, herausgegeben im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg von Fred L. Sepaintner, Band 5, Stuttgart 2005 (ISBN 978-3-17-018976-8), Seite 27[8] f.
  • Einträge in Lexika:
    • Brockhaus' Konversationslexikon, 14. Auflage, Leipzig/Berlin/Wien 1894–1896, Band 3 (Bill–Catulus), Seite 243 f.
    • Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1905, Seite 167
    • Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1, Leipzig 1911, Seite 234
  • Albert Herzog: „Ihr glücklichen Augen” (Kleine Karlsruher Bibliothek, Band 3), Seite 174 f.

Weblinks

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Die Geschichte der Geistes- und Sozialwissenschaften an der Universität Karlsruhe
  2. Eintrag: „Böhtlingk Dr. Arthur, Prof. a.d techn. Hochschule, Leopoldstr. 45“ im Adreßbuch für die Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe (1891)
  3. www.BLB-Karlsruhe.de/blb/blbhtml/besondere-bestaende/nachlaesse/nachlaesse-a-h.php#b
  4. Zu ihm siehe: Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Otto Böhtlingk“
  5. www.fordham.edu/mvst/magazinestacks/zgo3.html
  6. Siehe dazu Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Völkerschlacht bei Leipzig“ (16. bis 19. Oktober 1813)
  7. Eckart und Herzeleide Henning: Bibliographie Friedrich der Grosse, Berlin 1988 (ISBN 3110099217, ISBN 9783110099218), Seite 18
  8. Register auf der Webpräsenz der Kommission für geschichtliche Landeskunde