TSV Reichenbach

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Der TSV Reichenbach e.V. ist ein Sportverein in Waldbronn-Reichenbach.

Der Verein gehört dem Fußballkreis Karlsruhe an. Die erste Fußballmannschaft spielt in der Saison 2017/2018 in der Landesliga (Abstieg aus der Verbandsliga)

Angebot

Vereinsgeschichte

1905 bis 1945

Als Gründungstag gilt der 10. Juli 1905, als von etwa 30 Turninteressenten im Gasthaus „Sonne“ der "Turnverein 05 Reichenbach" gegründet wurde. Dorfschmied Anton Becker übernahm den Vorsitz, der Verein wuchs bis Jahresende auf 54 Mitglieder. Im November 1919 entstand der erste örtliche Fußballverein, der „Fußballclub Alemannia“, der in der Regel auf der „Hummelwiese“ seine Spiele austrug.

Im Herbst 1921 fusionierten beide Vereine zum „Arbeiter Turn- und Sportverein“, der nach zweijähriger Arbeit auf einem gerodeten Gebiet zwischen heutiger Pforzheimer Straße und Jägerweg an Pfingsten 1925 einen eigenen Sportplatz einweihen konnte.

1927 entstand ein weiterer Fußballverein in Reichenbach, der katholisch geprägte DJK. Mit dem ATSV einigte man sich auf eine gemeinsame Nutzung des Sportplatzes, der 1932 erweitert wurde

Nach Übernahme der Regierung durch die Nationalsozialisten wurde der ATSV zunächst verboten und auf Erlass hin am 5. April 1933 als „Turn-und Spielvereinigung Reichenbach“ mit 30 Mitgliedern neu gegründet.

Wenig später wurden erste Gespräche zur Vereinigung mit dem DJK aufgenommen. Diese wurde am 29. Juni 1934 vollzogen und der Verein als „Turn- und Sportverein Reichenbach 05“ neu gegründet.

Der Spielbettrieb wurde nach Beginn des Zweiten Weltkrieges zunehmend erschwert. Von den 130 Mitgliedern im Jahr 1944 waren 85 beim Militärdienst. Es konnte nur noch im Jugendbereich gespielt werden. Das Kriegsende bedeute auch die Zwangsauflösung des Vereins.

1945 bis 2005

Die Wiedergründung erfolgte mit Genehmigung der amerikanischen Militärregierung unter dem alten Namen. 146 Mitglieder zählte der TSV, dessen wichtigstes Anliegen es war, den zerstörten Sportplatz wiederherzurichten. Die Leichtathleten einschließlich (kurzlebiger) Jugend- und Damenabteilung konnten 1948 ihren Betrieb wieder aufnehmen. Die Turner litten unter dem Fehlen einer Sporthalle, die trotz großer Finanzprobleme in Eigenarbeit begonnen wurde zu bauen und am 1. Juni 1952 eingeweiht wurde.

Die Fußballer hatten gleichzeitig der Problem, dass auch ihr Platz in sehr schlechten Zustand war und die Geldmittel für eine Instandsetzung nicht ausreichten. Die Bitte an die Gemeinde Reichenbach um Unterstützung wurde insofern positiv beantwortet, dass beabsichtigt sei, am Ortsrand eine neue Sportstätte zu errichten, jedoch ohne Vereinsheim. Nach kontroversen Diskussionen beschloss der Verein, die Turnhalle zu verkaufen um so Geld frei zu machen für den Bau eines neuen Vereinsheims am neuen Sportplatz. Das am 1. Oktober 1965 eingeweihte zweite Vereinsheim befand sich in der späteren Merkurstraße.

Kurz danach wurde 1967 die Jugend-Turnabteilung neu gegründet, 1976 wurde das Damenturnen wiederbelebt. Gleichzeitig wurde systematisch der Aufbau der Fußballmannschaft vorangetrieben. Der größte sportliche Erfolg der Fußballer begann nach einem zweijährigen Gastspiel in der 2. Amateurliga 1975-77 im Jahr 1979 mit dem Durchmarsch von der Bezirksliga über die Landesliga in die Verbandsliga Nordbaden, in der man sich bis zum Abstieg 1991 meist im gesicherten Mittelfeld befand. Dagegen hatte die Leichtathletikabteilung unter den neuen Sportplatz zu leiden: Zwar war alles für den Betrieb eingerichtet, faktisch genutzt wurde die Anlage aber nur von den Fußballern.

Dieser sportliche Erfolg der Fußballer hing auch mit einem erneuten Umzug zusammen: Weil die Gemeinde den großen Bedarf an Bauland mit der Erschließung des Baugebiets „Neubrunnenschlag 2“ zu decken plante, musste der Sportplatz in den Norden verlegt werden und erneut das Vereinsheim verkauft werden. Den großzügig angelegten Neubau gedachte man mit den Pachteinahmen aus der Vereinsgaststätte mitzufinanzieren. Dies gelang jedoch nur bedingt, über viele Jahre drückte den Verein eine erhebliche Schuldenlast. Zeitweise wurde das Restaurant auch als Flüchtlingsunterkunft, als Kindergarten und als Caritas-Sozialstation genutzt. Zu den Geldsorgen trug auch bei, dass trotz erkennbarer sportlicher Leistung die Besucherzahlen sich nicht wie erhofft entwickelten und somit Eintrittsgelder ausblieben.

Der Umzug auf den neuen Sportplatz hatte ab Oktober 1980 auch die Wiedergründung der Leichtathletikabteilung zur Folge: Mit 60 Mitgliedern insgesamt startete der Betrieb, mit steigender Tendenz und überregionalen sportlichen Erfolgen.

Dabei war der Verein besonders im Jugendbereich breit aufgestellt: 1982 existierten zehn Jugendmannschaften bei den Fußballern, mit etwa 170 Spielern. Dazu kamen 140 Jugend-Leichtathleten (Stand 1985). Auch deswegen wurde vielfach wegen eines notwendig erscheinenden, aber schwer zu finanzierenden Baus eines dritten Sportplatzes diskutiert.

1997 entstand eine Fußball-Damenmannschaft, die jedoch wegen der zu geringen Personalstärke nur als Kleinfeldteam auflaufen konnte. Als solches war der größte Erfolg die badische Vizemeisterschaft im Jahr 2002.

Eine besondere Erscheinung der Leichtathleten wurde ab den 1980er Jahren sie Langstreckenläuferin Erika Krüger. 1981, damals 46jährig, entdeckt, gewann sie ab 1986 bis 2001 insgesamt 22 Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften, dabei wurde sie einmal Europameisterin im Marathon (1990) und dreimal Weltmeisterin im Mannschafts-Marathon (1995, 1997, 2001)

Bisherige Vorstände

  • 1905 - 1909: Anton Becker
  • 1909 - 1913: Josef Bauer
  • 1913 - 1914: Sebastian Anderer
  • 1919 - 1921: Ferdinand Grimm
  • 1921 - 1923: Josef Seiberlich
  • 1923 - 1925: Alois Bauer
  • 1925 - 1933: Leopold Masino
  • 1933 - 1934: Franz Becker, Robert Becker
  • 1934 - 1935: Lorenz Anderer
  • 1935 - 1936: Jakob Gartner
  • 1939: Wendelin Becker
  • 1945 - 1948: Richard Becker
  • 1948: Robert Becker
  • 1948 - 1950: Emil Becker
  • 1951: Karl Gött
  • 1952: Alois Becker
  • 1953 - 1955: Emil Becker
  • 1955 - 1960: Karl Hüvel
  • 1961 - 1968: Otto Nowotny
  • 1968 - 1974: Arnold Häring
  • 1974 - 1988: Helmut Benz
  • 1988 - 1994: Werner Schroth
  • 1994 - 1998: Bernd Steudl
  • 1998 - 2001: Arnold Trentl
  • 2001 - nach 2005: Bernhard Becker
  • seit ? : Alexander Rabsteyn

Adresse

Geschäftstelle
TSV Reichenbach e.V.
Stuttgarter Straße 6
76337 Waldbronn
E-Mail: info(at)tsvreichenbach.de
Clubhaus
Bei Schmidts
Inhaber Udo Schmidt
Stuttgarter Straße 93
76337 Waldbronn
Telefon: (0 72 43) 63 83 4

Weblinks