Gottfried Leiber

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Gottfried Leiber (* 18. Juni 1929 in Karlsruhe) ist ein deutscher Architekt, Stadtplaner und kommunaler Baubeamter, der als stellvertretender Leiter des Stadtplanungsamts der Stadt Karlsruhe tätig war. Er ist als Stadthistoriker Autor zahlreicher Publikationen über Friedrich Weinbrenner.

Wirken

Gottfried Leiber besuchte die Südendend-Grundschule und absolvierte das Abitur 1950 am Goethegymnasium. Er studierte Architektur an der Technischen Hochschule unter anderem bei Egon Eiermann, Otto Haupt, Otto Ernst Schweizer und Adolf Bayer. Nach der Diplomprüfung war er tätig im Büro Professor Karl Selg, dann als Wissenschaftlicher Assistent an dessen Lehrstuhl für Wohnungsbau. Es folgte die Mitarbeit am Institut für Baugeschichte, Professor Arnold Tschira, in gleicher Funktion.

1964 begann Leiber seine Tätigkeit bei der Stadt Karlsruhe, Stadtplanungsamt, wo er für die städtebauliche Gesamtplanung (Flächennutzungsplanung) zuständig war. Ab 1976 erweiterte sich sein Tätigkeitsfeld um die Flächennutzungsplanung des Nachbarschaftsverband Karlsruhe (Stadt Karlsruhe und zehn Umlandgemeinden).

1966 erfolgte Leibers Eintragung in die Architektenliste Baden-Württemberg, 1967 schloss er die große Große Staatsprüfung mit Ernennung zum Regierungsbaumeister ab. Von 1972 bis 1992 Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Karlsruhe. In seine Amtszeit fiel beispielsweise 1972 – 1975 das Mitwirken bei den Eingemeindungsverhandlungen der Stadt Karlsruhe. Von 1976 bis zu seiner Pensionierung 1989 war Leiber stellvertretender Leiter des Stadtplanungsamts, ab 1979 als Stadtoberbaudirektor.

1990 promovierte Leiber am Institut für Baugeschichte bei Professor Wulf Schirmer mit seiner Dissertation über das städtebauliche Wirken Friedrich Weinbrenners. 2010 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Friedrich Weinbrenner-Gesellschaft und war deren Vizepräsident. Gottfried Leiber ist auch Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein.

Seine Forschungsschwerpunkte sind das Werk Friedrich Weinbrenners sowie die frühe Stadtbaugeschichte von Karlsruhe.

Schriften (Auswahl)

  • Friedrich Weinbrenners Städtebauliches schaffen für Karlsruhe. (=Friedrich Weinbrenner und die Weinbrennerschule, Band II)
  • Teil I: Die barocke Stadtplanung und die ersten klassizistischen Entwürfe Friedrich Weinbrenners. Karlsruhe 1996, ISBN 3-7650-9041-7.
  • Teil II: Der Stadtausbau 8und die Stadterweiterungspläne 1801-1826. MNainz 2002, ISBN 3-8053-2903-2.
  • Friedrich Weinbrenners späte Entwürfe zur Vergrößerung der Stadt Karlsruhe, in: „Festschrift zum 60. Geburtstag von Werner Böser“ (= Band 9 der Schriftenreihe „[[Karlsruher

geowissenschaftliche Schriften]]“), herausgegeben von Rainer Hanauer, Karlsruhe (Fachhochschule Karlsruhe, Fachbereich Vermessungswesen und Kartographie) 1986 ISBN 3-89063-001-4

  • Vom Jagdsitz zur Stadtanlage. Die städtebauliche Entwicklung Karlsruhes bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. In: Badisches Landesmuseum (Hrsg.): Klar und lichtvoll wie eine Regel. Planstädte der Neuzeitvom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Karlsruhe 1990, ISBN 3-7650-9026-3, S. 217-239.
  • Städtebau in Karlsruhe. Von der Gründung bis zum Ende der Ära Weinbrenners. In: Karlsruher Beiträge Nr.6(1991), ISBN 3-7650-0406-5,S. 23-47.
  • Nach einem vorher entworfenen regelmäßigen Plan entstanden. Der Karlsruher Stadtgrundriss und seine geometrischen Grundlagen. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins(ISSN 0044-2607), Band 154 (N.F. 115), S. 217-239.
  • Verborgene Geometrie. Der Karlsruher Fächergrundriss. In: Blick in die Geschichte. Karlsruher stadthistorische Beiträge. Band 4, Nr 77 (2009), ISBN 978-3-88190-571-8, S. 194-197(online)
  • Friedrich Weinbrenner und die Kirche St. Stephan in Karlsruhe: zum 200-jährigen Jubiläum der Grundsteinlegung, in: Badische Heimat, 88. (2008), Seiten 204 – 216.
  • Markgraf Carl Wilhelm und sein ungewöhnlicher Kammerprokupator. In: Badische Heimat. Heft 4/2010, S. 871-889.
  • Carl Friedrich und die Planung Friedrich Weinbrenners. In: Badische Heimat. Heft 2/2011, S.221-228.
  • Zur Herkunft des Stadtnamens. Das frühe Karlsruhe und die Ruhe. In: Blick in die Geschichte, Karlsruher stadthistorische Beiträge. Nr. 96(vom 21. September 2012) S. 3 (online)
  • Der Karlsruher Fächer - eine verborgene Geometrie. in: Atlas Karlsruhe, 300 Jahre Stadtgeschichte in Karten und Bildern, Köln 2014 (ISBN 978-3-95451-413-7)
  • Die Pyramide in Karlsruhe, in: Karlsruhe aufgefächert. Schriftenreihe der Badischen Heimat, Bd. 11, H. 1/2. Freiburg 2015 (ISBN 978-3-7930-5105-3)
  • Friedrich Weinbrenners Via Triumphalis, in: Friedrich Weinbrenner 1766 - 1826, Architektur und Städtebau des Klassizismus, Ausstellungskatalog, Petersberg 2015 (ISBN 3-7319-0224-9) S. 107 - 117
  • Das Projekt eines Ludwigskanals. In: Blick in die Geschichte, Karlsruher stadthistorische Beiträge, Nr. 105 (vom Dezember 2014), S. 3 f. (online)
  • Friedrich Weinbrenner und die Evangelische Stadtkirche in Karlsruhe. In: Badische Heimat, Heft 2/2016, S 255-237.
  • Friedrich Weinbrenner und die Farben. In: Blick in die Geschichte, Karlsruher stadthistorische Beiträge, Nr. 113 (vom Dezember 2016) S. 3 f. (online)
  • Der sogenannte Tulla-Plan zur Vergrößerung der Stadt Karlsruhe. In: Der Bauforscher Arnold Tschira (1910-1969). Gedenkschrift seiner Schüler zum 100. Geburtstag, Karlsruhe 2017, S.55-66 (ISBN 978-3-7315-9656-0). Materialien zur Bauforschung und Baugeschichte, Bd. 23, KIT Scientific Publishing.

Weblinks