Fritz Erler

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Fritz Erler (* 14. Juli 1913 in Berlin; † 22. Februar 1967 in Pforzheim) war ein Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime und deutscher Politiker der SPD, deren Bundestagsfraktionsvorsitzender er von 1964 bis zu seinem Tod war.

Leben

Zeit des Nationalsozialismus

Nachdem er in seiner Jugend Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend gewesen und zu Beginn des Nationalsozialismus im Widerstand tätig war wurde er 1938 aus dem Staatsdienst entlassen und 1939 zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Er konnte jedoch bei einem der berüchtigten „Todesmärsche“ vom KZ Dachau aus fliehen und sich die letzten Kriegswochen in Süddeutschland versteckt halten.

Fritz Erler war seit 1938 verheiratet mit Käthe Erler (geb. Wiegand), die später lange Jahre Stadträtin in Pforzheim war.

Nachkriegszeit

1945 war Erler am Wiederaufbau der SPD beteiligt. 1947 wurde Erler Landtagsabgeordneter von Württemberg-Hohenzollern. 1949 wurde er für den Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er bis zu seinem Tode angehörte.
In den Fünfziger Jahren gehörte er mit Carlo Schmid, Herbert Wehner und Willy Brandt zum sog. Frühstückskartell der SPD, das sich bis 1958 mit seinen Vorstellungen einer Parteireform durchsetzte.
1961 war er als SPD-Kanzlerkandidat im Gespräch, verzichtete aber zugunsten von Willy Brandt, der ihn in seine von Parteichef Erich Ollenhauer auf dem Parteitag am 25. November 1960 in Hannover vorgestellte Regierungsmannschaft aufnahm. Nach dem Tod Erich Ollenhauers am 14. Dezember 1963 wurde er am 3. März 1964 zum Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion gewählt, nachdem er bereits seit 1957 stellvertretender Fraktionsvorsitzender war.
Auch der auf dem 13. SPD-Bundesparteitag im November 1964 in Karlsruhe vorgestellten Regierungsmannschaft für den Bundestagswahlkampf 1965 gehörte Erler an. Er war jeweils als Bundesverteidigungsminister vorgesehen.
1965 erkrankte Erler an Krebs, sodass er ab 1966 seine Geschäfte nicht mehr wahrnehmen konnte. Geschäftsführender Fraktionsvorsitzender wurde Helmut Schmidt, der das Amt nach Erlers Tod 1967 auch offiziell übernahm. Zwei Tage nach seinem Tode ehrte ihn das Parlament mit einer Trauerfeier im Plenarsaal. Er wurde mit einem Staatsbegräbnis auf dem Pforzheimer Hauptfriedhof beigesetzt.

Ehrungen

Weblinks