Carl Albiker

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Carl Albiker (* 28. April 1905 in Rom; † 9. März 1996 in Ettlingen) war Kunsthistoriker sowie Fotograf.

Leben und Wirken

Carl Albiker wurde als Sohn des Bildhauers Karl Albiker (1878–1961) geboren. Er wuchs in Ettlingen auf. 1920 zog die Familie nach Dresden. Dort legte er 1925 am König-Georg-Gymnasium sein Abitur ab. Er begann sein Kunstgeschichtsstudium im Sommer in Leipzig, wechselte im Herbst nach München und im nächsten Sommer nach Marburg. In Marburg war er Schüler des Kunsthistorikers Richard Hamann. Das Wintersemester 1927/1928 sowie die vier darauf folgenden Semester verbrachte er in Berlin. Ab Oktober 1928 begann er parallel zum Studium eine Ausbildung zum Technischen Fotografen beim Lette-Verein. 1930 bestand er die Abschlussprüfung und legte vor der „Berliner Photographen Innung“ seine Gesellenprüfung ab.

Anschließend begann er in Marburg im November 1930 seine Dissertation über die Meissener Porzellantierplastik im 18. Jahrhundert. Im Februar 1933 promovierte er bei Richard Hamann. Seine Nebenfächer waren die Prähistorik und Archäologie. Seine Disseration wurde als zehnter Band der Reihe „Forschungen zur deutschen Kunstgeschichte“ vom Deutschen Verein für Kunstwissenschaft in Berlin verlegt.

Ab 1934 leitete er die Fotografische Abteilung des kunstgeschichtlichen Seminars an der Universität Marburg. Bis 1945 war er dort auch Lektor für wissenschaftliche Fotografie. Während des Krieges bereiste er 1940/1941 in Wehrmachtsuniform das besetzte Frankreich wo er in einer Fotokampanie Kunst- und Baudenkmäler aufnahm. 1943/1944 war mit der Wehrmacht im besetzten Holland unterwegs.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er in seine Heimat zurück. Er war ab 1946 erst ehrenamtlich, ab 1949 mit Lehrauftrag, an der TH Karlsruhe als Fotograf tätig und hielt zerstörte Karlsruher Baudenkmäler und deren Wiederaufbau fest. In der Marienstraße 43 betrieb er ein privates Fotostudio. Als gefragter Architekturfotograf bestritt er während seiner ehrenamtlichen Tätigkeit mit Auftragsarbeiten für Karlsruher Architekten seinen Lebensunterhalt.

1955 verlagerte er sein Fotostudio von der Marienstraße in das Gebäude der Architekturabteilung, wodurch es wiederholt zu Streitigkeiten um die Werkstatträume kam, da diese für andere Zwecke verwendet werden sollten. 1966 legte er verärgert seinen Lehrauftrag nieder. Sein Fotostudio betrieb er in der Karl-Friedrich-Straße 17. Im Jahr 1968 zog er in das Elternhaus in Ettlingen, da sein Vater 1961 verstorben war.

Dr. Carl Albiker starb am in Ettlingen.

Werke

Zudem stammen von Carl Albiker die Photographien zu folgenden Publikationen:

Nachlass

Sein umfangreiches Werkarchiv übereignete er noch zu seinen Lebzeiten dem Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau (saai) an der damaligen Universität Karlsruhe. Das Archiv erhielt 7.000 Negative im Großformat und rund 333.000 Kleinbildnegative. Dazu kommen handschriftliche Verzeichnisse über die Negative und Archivkartons mit Abzügen.

Ausstellungen

Bereits in den 1960er Jahren wurde eine Ausstellung mit Photographien aus Dr. Albikers Archiv gezeigt; dazu erschien ein vom Landesgewerbeamt, Direktion Karlsruhe, herausgegebener Katalog Welt der Kristalle: Ausstellung von Fotos aus dem Archiv von Dr. Carl Albiker, Karlsruhe (Standortnummer OSA 91,3 in der BLB).

In der Badischen Landesbibliothek wurde vom 25. September bis 20. November 2010 die Ausstellung „Karlsruhe nach dem Zweiten Weltkrieg – Fotografien von Carl Albiker” gezeigt. Zur Ausstellung erschien ein Katalog von Joachim Kleinmanns im G. Braun-Verlag: Karlsruhe nach dem Zweiten Weltkrieg. Unbekannte Fotografien von Carl Albiker, ISBN 978-3-7650-8593-2.

Weblinks