Theodor Schindler

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Selbstportrait 1913
Theodor Schindler 1945, gemalt von Werner Koch

Theodor Schindler (* 1. April 1870 in Malsch; † 26. Juni 1950 ebendort) war ein Maler und Kunstlehrer.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Mathilde Göller (Schindlers spätere Ehefrau), 1898

Theodor Schindler wurde am 1. April 1870 im Gasthaus „Hirsch“ in Malsch geboren. Sein Vater stammte aus Waldprechtsweier, seine Mutter Katharina, geb. Kastner, war die Besitzerin des Gasthauses. Von seinen sieben anderen Geschwistern überlebten nur drei das Säuglingsalter. Die Familie seiner Mutter besaß einen gewissen Kunstsinn und sammelte schon damals alte Möbel. Als die Mutter das Zeichentalent ihres Sohne entdeckte, förderte sie ihn.

Von 1886 bis 1891 machte er zunächst eine Ausbildung zum Volksschullehrer und absolvierte dann in Karlsruhe an der Kunstgewerbeschule die Zeichenlehrerausbildung. Auf seinen Antrag wurde er vom Schuldienst befreit, um von 1891 bis 1895 an der Großherzoglichen Akademie der Künste in Karlsruhe Kunst zu studieren.

Danach ging er nach München und besuchte dort eine private Malschule, an der Professor Fehr und Professor Schmid-Reutte unterrichteten, ehe sie an die Kunstakademie Karlsruhe berufen wurden.

Um 1901 trat er seinen Dienst als Zeichenlehrer zunächst in Heidelberg und dann in Mannheim am Karl-Friedrich-Gymnasium an. 1903 heiratete er Mathilde Göller, die Tochter des Oberlehrers Göller aus Malsch und zog mit ihr nach Mannheim. Dort wurde 1906 ihre einzige Tochter Klara geboren.

Ab 1905 gestaltete er zahlreiche Bilder mit Motiven aus Malsch und Mannheim und nahm an zahlreichen Ausstellungen teil. Er wurde immer bekannter und konnte seine Gemälde an Kunstausstellungen von nationaler Bedeutung in Bremen, Barmen und Köln ausstellen. Seine Werke wurden auch in der Kunstgalerie Cassier in Berlin gezeigt.

1913 wurde er als Vertretung nach Weimar an die Großherzoglich Sächsische Kunsthochschule berufen und ihm wurde der Professorentitel verliehen. Der Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 machte seiner Hoffnung auf eine feste Anstellung in Weimar ein jähes Ende. Er kehrte 1914 in den Schuldienst nach Mannheim zurück, bis er 1924 in der vorläufigen Ruhestand versetzt wurde.

Auch in Mannheim führte er die Malerei weiter und nahm an den Ausstellungen der „Mannheimer Künstlergruppe“ teil. Seine Werke wurden in der Mannheimer Galerie „Das Kunsthaus“ des Sammlers Helmut Tannenbaum geführt, der später nach New York emigrierte. Viele seiner Werke wurden von der Kunsthalle und von der Stadt Mannheim erworben.

Im Ruhestand besuchte er immer häufiger seinen Geburtsort Malsch. 1932 baute er in Malsch sein neues Wohnhaus im Stil des Bauhauses nach Plänen des Karlsruher Architekten Ch. Günthner.

1933 wurden seine Bilder neben denen von Hubbuch bei einer von den Nationalsozialisten veranstalteten Ausstellung in Karlsruhe angeprangert, was ihn sehr verletzte. Er stellte daraufhin nicht mehr öffentlich aus. Gleichwohl widmete er sich mit Kriegsbeginn intensiv der Malerei und schuf zahlreiche Portraits, meist Auftragsarbeiten, und Landschaftsbilder.

1942 heiratete seine Tochter Klara den Lehrer und Maler Werner Koch mit dem sie bei Karl Hubbuch an der Karlsruher Kunstakademie studiert hatte. 1944 verstarb Schindlers Frau Mathilde. Ab 1945 lebte Theodor Schindler zusammen mit seiner Tochter ihrem Mann und ihrem 1943 geborenen Sohn Nikolaus im Schindlerhaus. Bis zu seinem Tod experimentierte er zusammen mit seinem Schwiegersohn an neuen Ausdrucksformen der Malerei.

1950 starb Theodor Schindler in seinem achtzigsten Lebensjahr in seinem Geburtsort Malsch.

Werke

Schindler malte Portraits, Stillleben und Landschaften, meist in Öl. Aber auch Zeichnungen und Aquarelle sind von ihm erhalten.

Ausstellungen

  • Seine Bilder wurden 2009 im Schindlerhaus in Malsch ausgestellt.
  • 2010 läuft im Schindlerhaus die Ausstellung „4 Künstler sehen Malsch (1890–1961)“, bei der Bilder von Theodor Schindler, seiner Tochter Frau Klara und seinem Schwiegersohn Werner Koch zu sehen sind.

Weblinks