Maschinenfabrik Gritzner

Aus dem Stadtwiki Karlsruhe:
Wechseln zu: Navigation, Suche
geschlossen

Die in diesem Artikel beschriebene Gaststätte, Örtlichkeit, das Unternehmen oder die Einrichtung besteht nicht mehr in der beschriebenen Form.
Dieser Beitrag beschreibt die Geschichte.

Gritzner-Firmenzeichen

Die Maschinenfabrik Gritzner befand sich von 1872 bis 1957 in Durlach.

Geschichte

Die Fabrik wurde von Max Carl Gritzner (1825-1892) gegründet.

Nach seinem Tod wurde sie von seinen Söhnen Rudolf und Julius Gritzner weitergeführt und stieg gegen Ende des 19. Jahrhunderts zur größten Nähmaschinenfabrik Europas auf. Bis 1902 überstieg die gefertigte Stückzahl die Millionengrenze. Gritzner wurde zum größten Arbeitgeber in Durlach und Umgebung und beschäftigte Mitte der 1920er Jahren über 3.500 Mitarbeiter. Über einen eigenen Gleisanschluß wurden zeitweise über 3.000 Nähmaschinen pro Tag versandt. Es wurden auch Pumpen und Zweiräder produziert, ab 1897 Fahrräder und ab 1903 Motorräder.

1931 fusionierte Gritzner mit der pfälzischen Nähmaschinen- und Fahrradfabrik Kayser in Kaiserslautern und firmierte fortan unter dem Namen Gritzner-Kayser AG.

Ab 1939 wurden Zünder und Granatenhüllen für die Rüstung produziert. Durch Kriegsbomben wurde die Fabrik 1944 stark zerstört.

Nach dem Krieg wurde der Produktionsschwerpunkt auf Nähmaschinen gelegt. Mopeds und Motorräder wurden bis in die 1950er gebaut. Ein 38ccm-Motor wurde komplett selbst gefertigt. Motoren bis 250 ccm wurden u.a. von Sachs zugekauft. In dieser Zeit gab es einen eigenen Fahrradrennstall und ein Motorradteam. Seit 1959 leitete Willi Metzger die Renn- und Versuchsabteilung.

Am 1. März 1955 vernichtete ein Brand den größten Teil der Nähmaschinenproduktion, woraufhin 1.600 Arbeiter entlassen wurden. Der Neubau von Backhaus & Brosinsky wurde genau ein Jahr später eingeweiht. 1957 wurde Gritzner von der Kaiserslauterner Pfaff AG übernommen und der Name Gritzner verschwand. Zur weiteren Geschichte siehe den Artikel Pfaff.

Literatur

Weblinks