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Mühlburger Brauerei
Aus dem Stadtwiki Karlsruhe:
Die ehemalige Seldeneck'sche Brauerei war eine Brauerei im Karlsruher Stadtteil Mühlburg.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Die Brauerei wurde 1770 von Prinz Wilhelm Ludwig von Baden, dem Bruder des späteren Großherzogs Karl Friedrich von Baden, gegründet und war damit bis zu ihrer Schließung die älteste Brauerei Karlsruhes. Zunächst war auf dem Freigut 1769 eine Krappfabrik errichtet worden. Grund für die Einrichtung der Brauerei war vor allem der marode Zustand der damaligen Brauerei des markgräflichen Kammerguts Gottesaue, die bis dahin einziger Bierlieferant der Region gewesen war. 1774 pachtete Wilhelm Ludwig die Gottesauer Brauerei von seinem Bruder, dem Markgrafen Karl Friedrich, um diese dann wenig später stillzulegen und damit die einzige Konkurrenz seiner neuen Brauerei in Mühlburg auszuschalten.
Wilhelm Ludwig von Baden war mit der Bürgerlichen Wilhelmine Christine Schortmann verheiratet. Ihr wurde der Name Freiin von Seldeneck verliehen. So entstand der Name der Brauerei. Nach dem Tod Wilhelm Ludwigs 1788 führte seine Witwe den Betrieb über viele Jahre erfolgreich weiter.
Die folgenden Jahre waren geprägt von ständigen baulichen Erweiterungen und Veränderungen. 1863 wurde ein Eiskeller angelegt. 1889 wurde das alte Sudhaus umgebaut und nebenan zugleich ein neues Sudhaus im Stil eines gotischen Kathedralbaus errichtet. Auch auf dem Gebiet der Brauereitechnik übernahm die Seldenecksche Brauerei Mitte des 19. Jahrhunderts eine Vorreiterrolle. 1864 schaffte die sie als erste badische Brauerei eine Dampfmaschine an. 1890 folgte der Einbau von Lindeschen Eismaschinen. Der Bierabsatz steigerte sich von 8500 hl im Jahre 1861 auf 41.100 hl im Jahre 1894.
1900 wurde die Firma in die Aktiengesellschaft Mühlburger Brauerei, vorm. Freiherrlich von Seldeneck'sche Brauerei umgewandelt. 1921 kaufte die Brauerei Sinner in Grünwinkel die Braurechte der Mühlburger Brauerei AG auf und ließ ein Brauverbot auf dem gesamten Areal eintragen. Eine Konservenfabrik übernahm die Produktionsstätten.
Heute gehört ein Teil des ehemaligen Brauereigeländes mit zahlreichen erhaltenen Gebäuden - darunter dem alten Herrschaftshaus - noch zur Obstbrand-Destillerie Kammer-Kirsch. Der größte Teil - darunter auch die ehemaligen Sudhäuser - werden seit 1984 vom Kulturzentrum Tempel genutzt.
Bilder
| Das Alte Sudhaus wurde später von der Kammer-Kirsch AG genutzt - heute Teil des Kulturzentrums Tempel | Das einstige Neue Sudhaus I gehört heute ebenfalls zum Tempel |
Standort
- Letzte Adresse (1920)
- Mühlburger Brauerei AG
- Karlsruhe-Mühlburg,
- Hardtstraße 35
Quellen
- "Hopfen und Malz - Die Geschichte des Brauwesens in Karlsruhe"
- Herausgeber: Heinz Schmitt, Ernst Otto Bräunche, Band 19 der Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs, Badenia-Verlag, 1998, ISBN 3-7617-0323-6
- "Wegweiser für die Großherzogliche Residenzstadt Karlsruhe", heute "Adressbuch der Stadt Karlsruhe"
- Ausgaben ab 1818, Verlag G. Braun - verfügbar im Lesesaal der Badischen Landesbibliothek
- "Historisches Brauereiverzeichnis Deutschland"
- Herausgeber: IBV - Internationaler Brauereikultur-Verband e.V., Ausgabe 2005.
- Brauwesen-Historisch - Das große historische Brauereiverzeichnis
- http://www.brauwesen-historisch.de/Uebersicht.html
- "Hopfen und Malz - Die Geschichte des Brauwesens in Karlsruhe"
- Herausgeber: Heinz Schmitt, Ernst Otto Bräunche, Band 19 der Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs, Badenia-Verlag, 1998, ISBN 3-7617-0323-6
- "Mühlburg - Streifzüge durch die Ortsgeschichte"
- Herausgeber: Stadtarchiv Karlsruhe, Info Verlag Karlsruhe, 1998, ISBN 3-88190-227-9

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Mr.Wong
