Rheingold (Edelmetall)

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Goldwaschen bei Karlsruhe, etwa 1825

Unter Rheingold versteht man das Flussgold, das im und am Rhein bis heute gewaschen werden kann.

Herkunft und Vorkommen

Das Gold ist in früheren Epochen wahrscheinlich vor allem aus Lagerstätten in den Alpen in den Strom gelangt. Die Gletschervorstöße während der letzten Eiszeit haben zu den noch heute vorhandenen Rheingoldvorkommen beigetragen. Gold kann man mit komplizierten chemischen Analysemethoden fast überall im Rheinverlauf nachweisen. Erst in Baden und noch weiter flussaufwärts sind die Partikel aber so groß, dass sie mit bloßem Auge erkennbar sind und sich das Goldwaschen lohnt. Aber auch hier sind zwischen 20.000 und 200.000 einzelne „Flitter” nötig, um ein Gramm auf die Waage zu bringen. Echte „Nuggets” kommen im Rhein nur ganz selten vor.

Geschichte des Goldwaschens

Goldwäsche bei Alt Dettenhein
  • Schon Kelten und Römer suchen vor mehr als 2.000 Jahren im und am Rhein nach Gold.
  • Im Mittelalter und bis ins 18. und 19. Jahrhundert waschen Bauern, Fischer oder Handwerker in Baden Gold und bessern so ihren Lebensunterhalt auf. Zwischen 1748 und 1874 werden mindestens 366 Kilogramm Gold gewaschen. Die sogenannten „Golder” müssen das Gold in Sammelstellen oder Münzstätten abliefern, wo sie einen amtlich festgesetzten Preis erhalten, der den wahren Wert des Goldes nicht annähernd wiedergibt. Im Laufe der Zeit entwickelt sich ein Schwarzmarkt. Fahrende Händler und Goldschmiede kaufen das gewaschene Gold und verarbeiteten es weiter. 1579 erlebt die Goldwäscherei im Goldgrund bei Daxlanden eine Blütezeit.
  • Der Niedergang des Goldwaschens beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem nordamerikanischen Goldrausch. Auch die niedrigen Preise am Goldmarkt und die Rheinbegradigungen tragen weiter dazu bei. Am Auenpfad bei Alt-Dettenheim weist eine Informationstafel auf die Goldwäsche hin.
  • Einen neuen Boom erlebt das Goldwaschen während der Zeit des Nationalsozialismus. Mit modernstem technischen Gerät versucht man große Mengen aus dem Fluss zu holen. 1938 baut die Schiffs- und Maschinenbau AG in Mannheim einen riesigen Schwimmbagger, der auf den Namen „Rheingold” getauft wird. Doch dieser zu der Zeit größte Bagger Europas scheitert: Nicht mehr als 300 Gramm Gold sind die Ausbeute innerhalb von gut vier Jahren. In dieser Zeit wird ein Altrheinarm bei Steinmauern/Elchesheim-Illingen zum Goldkanal ausgebaggert.
  • 1996 findet ein Schürfer in der Region nahe der Rheinquelle um Disentis einen Riesennugget von 1,4 Kilogramm im Wert von 250.000 Schweizer Franken.

Goldwaschen heute

Die vielen Staustufen verhindern heute eine größere Goldanreicherung im Rhein. Dennoch gibt es nach wie vor einige Hobby-Goldwäscher. Beim Tag des offenen Denkmals 2004 wurden auf dem Daxlander „Schlaucherplatz” alte und moderne Goldwaschgeräte gezeigt und Besucher konnten sich mit der Waschpfanne einige Goldflitter erwaschen.

An das Goldwaschen erinnert der Straßenname Goldwäschergasse.

Siehe auch

Das Rheingold wird im Knielinger Lied besungen.

Weblinks