Konradin-Kreutzer-Haus

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Konradin-Kreutzer-Haus

Das Konradin-Kreutzer-Haus befindet sich in der Wilhelmstraße 14. Es beherbergte bis 2004 das Kindertheater Bluemix und wurde 2006/07 umgebaut. Es befinden sich im Haus die AIDS-Hilfe Karlsruhe mit Ihrer Beratungsstelle, das Fotoatelier Hügle und eine WG von und für Musiker.

Geschichte

1862 beschloss der Arbeiter-, später Volksbildungsverein ein Vereinshaus zu bauen. Eingeweiht wurde es 1865, somit eines der ältesten in der Südstadt. Zehn Jahre später wurde es umgebaut, die ursprüngliche quadratische Form bekam wahrscheinlich einen Anbau mit Toreinfahrt.

Das Haus wurde damals vom Arbeiterbildungsverein für Kultur- und Bildungsarbeit hauptsächlich, aber nicht nur, für Musik genutzt. Im Oktober 1938 wurde der Arbeiterbildungsverein vom zuständigen „Gauschulungsamt“ im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung seiner Bildungsarbeit enthoben und in „Chorgemeinschaft Konradin Kreutzer“ umbenannt. Einziger Vereinszweck war fortan die „Pflege des deutschen Liedes“.

1944 kam die Wilhelmstraße 14, nun das Haus des Konradin-Kreutzer-Bundes, und sein Nachbar, Hausnummer 12, relativ unbeschadet davon. Beide Gebäude dienten nach Kriegsende als Unterkunft für polnische Zwangsarbeiter und französische Soldaten. Auch als Kirchenersatz für Gottesdienste diente das Haus, da viele Kirchen zerstört waren.

1950 wurde das Haus noch mal grundlegend umgebaut und saniert. Noch während der Bauarbeiten 1951 gründete sich dort das Theater Die Insel. 1965 wurde es vom Bund an die Stadt verkauft, die es 1982 an die Volkswohnung veräußerte. Noch Anfang der 1980er hatte die Stadtbibliothek einen Zeitungslesesaal in der Insel. 1988 löste sich der Conradin-Kreutzer-Bund auf. Bis 1990 blieb die Insel hier beheimatet, danach wurde das Theater bis 2004 von Bluemix genutzt.

2006 sollte es abgerissen werden, die Volkswohnung wollte dort eine Kindertagesstätte und Wohnungen neu bauen. Von verschiedenen Seiten wurde jedoch der Erhalt des nicht denkmalgeschützten Hauses gefordert. Daher entschied sich der Gemeinderat für einen Verkauf an ein Ehepaar, deren Konzept bereits 2004 abgelehnt worden war.

Am 25. März 2006 gegen 17.30 Uhr wurde das Haus kurzzeitig besetzt. Die Besetzer wollten zum einen gegen den geplanten Abriss protestieren und sich zum anderen mit der Ex-Steffi solidarisieren. Die Polizei räumte das Haus am selben Abend mit einem Großaufgebot.

2007 zog die AIDS-Hilfe im Erdgeschoss ein, der Theatersaal wurde zu einem Fotostudio umgebaut, einige Zimmer sind an Musiker, Musikstudenten und Mitglieder des Badischen Staatstheaters vermietet. Das Haus ist recht offen geplant, Wände und Türen sollen an seine Theatergeschichte erinnern.

Name

Die Benennung des Hauses geht auf den Komponisten Conradin Kreutzer (1780 bis 1849) zurück.

Weblinks