Karl Nickel

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Karl Leberecht Emil Nickel[1] (*9. Februar[2] 1924 in Tübingen[3]; † 1. Januar 2009 in Freiburg)[4] war ein Karlsruher Informatikpionier und Professor an der Universität Karlsruhe.

Karl Nickel war 20 Jahre lang – von 1956 bis 1976 – in Karlsruhe tätig.

Leben und Wirken

Nickel nahm am Zweiten Weltkrieg teil, studierte danach in Göttingen und Tübingen. 1948 schloß er sein Studium mit dem Diplom ab. 1949 promovierte Nickel mit der Dissertation „Lösung eines speziellen Minimumproblems“ zum Doktor der Mathematik. Von 1948 bis 1950 arbeitete Nickel als Assistent (Wissenschaftlicher Mitarbeiter) an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, anschließend von 1950 bis '51 in Stuttgart an der dortigen Technischen Hochschule. Von 1951 bis '55 hielt er sich in Argentinien auf.

1958 habilitierte sich Dr. Nickel in Karlsruhe mit seiner Schrift „Einige Eigenschaften von Lösungen der Prandtlschen Grenzschicht-Differentialgleichungen“. 1961 zum a.o. Professor ernannt, wurde Nickel 1962 ordentlicher Professor.

Professor Nickel war einer der Urväter der Karlsruher Informatik. 1958 führte er die erste Programmiervorlesung in die universitäre Lehre ein. Von 1962 bis 1976 war er Inhaber des Lehrstuhls für Numerische Mathematik und Großrechenanlagen. Auf seine Initiative wurde 1968 das erste Institut für Informatik an der damaligen Fakultät für Naturwissenschaften I gegründet, dessen Leitung er übernahm. Damit errang er einen herausragenden Anteil an der Entstehung des neuen Fachgebiets Informatik und der Einführung des damals völlig neuen Informatik-Studiengangs in Deutschland.

1976 wechselte Professor Nickel an die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wo er am 10. Februar 1977 seine Antrittsvorlesung „Was ist eigentlich angewandte Mathematik?“ hielt. 1989 wurde er emeritiert.

Neben seinen wissenschaftlichen Publikationen im Bereich der Mathematik, Informatik und Luftfahrt veröffentlichte Karl Nickel als Herausgeber und auch als Autor unter dem Pseudonym KLEN (Akronym für seinen vollen Namen Karl Leberecht Emil Nickel) auch Bücher[5] mit Schüttelreimen.[6] 1996 sprach Nickel auf der „Schüttelreimer-Tagung“ in Ehlscheid zum Thema „Vorsicht vor dem Wort Schüttelreim“. Seine „Gedanken über das Schütteln = Schüttelgedanken“, gehalten als Vortrag („Liebe Schüttlerinnen und Schüttler!“) in Bödefeld auf der „Schüttelreimer-Tagung“ am Samstag, 29. April 2000, ist im Internet veröffentlicht (Siehe Weblinks).

Prof. Dr. Karl Nickel starb 2009 im Alter von 84 Jahren in Freiburg – am 115. Todestag eines anderen berühmten Karlsruher Professors: Heinrich Hertz († 1. Januar 1894).

Letzte Adresse

Schlierbergstraße 88 [7]
79100 Freiburg i.Br.
Telefon: (07 61) 40 31 59

Ehrungen

Zum 60. Geburtstag (1984) gab Dr. Jürgen Garloff eine Professor Dr. Karl Nickel gewidmete Festschrift heraus (Als Manuskript gedruckt, Universität Freiburg, Institut für Angewandte Mathematik).

1988 erhielt Prof. Dr. Nickel zusammen mit Dr. Michael Wohlfahrt (*1960) und Dipl.-Ing. Klaus Rostan für die Optimierung von Hängeleitern den Berblinger[8]-Preis der Stadt Ulm.

1990 erhielt er zusammen mit Dr. Wohlfahrt für das Buch Schwanzlose Flugzeuge den Sonderpreis des Berblinger-Wettbewerbes.

Zu seinem 75. Geburtstag im Jahr 1999 veranstaltete die Mathematische Fakultät der Universität Freiburg am 9. Februar ein Kolloquium sowie ein Abendessen im Restaurant des Hotel Kolpinghaus.[9]
Auch machten sich Schüler und Kollegen in aller Welt Gedanken, wie man dem Jubilar angemessen gratulieren könnte.[10]

Im März 2004 spielte zu Ehren Nickels das Sinfonie- und Kammerorchester an der Universität Karlsruhe unter seinem Dirigenten Dr. Dieter Köhnlein im Konzerthaus Beethovens Klavierkonzert in Es-Dur.[11]

Schriften

(Auswahl)

  • „Lösung eines speziellen Minimumproblems“, 1949 (Dissertation)
  • „Grenzschichtuntersuchungen an zwei schiebenden, unendlich langen Flügeln in inkompressibler Strömung“, Braunschweig, Deutsche Forschungsanstalt für Luftfahrt (DFL), 1956
  • zusammen mit Karl-Heinz Gronau: „Experimentelle Untersuchungen an schiebenden und gepfeilten Flügeln mit Normal- und Laminar-Profilen“, Braunschweig, Deutsche Forschungsanstalt für Luftfahrt (DFL), 1956
  • „Einige Eigenschaften von Lösungen der Prandtlschen Grenzschicht-Differentialgleichungen“, 1958 (Habilitationsschrift)
  • „ALGOL-Wörterbuch zum ALGOL-Praktikum“, Karlsruhe (Braun) 1964 [2., erweiterte, Auflage Karlsruhe (Braun) 1971 ISBN 3-7650-1204-1]
  • „Informatik, eine neue Wissenschaft. Bearbeitung eines Vortrages gehalten am 3.11.1969 in der 'Insel' in Marl“, Karlsruhe (Institut für Informatik) 1969[12]
  • „Prae-Euler'sche Limitierungsverfahren“, Karlsruhe (Universität Karlsruhe, Institut für Informatik) 1970[13]
  • „Die Prandtlsche Grenzschichttheorie vom Blickpunkt eines Mathematikers aus gesehen“, Karlsruhe (Universität Karlsruhe, Institut für Informatik) 1972[13]
  • „20 Jahre an der Universität Karlsruhe“, Karlsruhe (Universität Karlsruhe, Institut für Praktische Mathematik) 1976[14]
  • „Palmström als Programmierer oder probieren geht über programmieren / von Klen. Unter Benutzung von Christian Morgensterns Galgenliedern und Palmströmgedichten nebst Palma Kunkel und Gingganz und einigen Sonetts von Rainer Maria Rilke“, München/Wien 1977 ISBN 3-446-12334-2[13]
  • „Was ist eigentlich angewandte Mathematik?“ (Antrittsvorlesung am 10. Februar 1977 an der Universität Freiburg i. Br.), Freiburg 1978
  • „Schüttelreime selbst gemacht. Eine Einführung in die Theorie und Praxis des Schüttelreimens“ (= Schüttelreime heute, Band 6), Hildesheim 1987 ISBN 3-7848-8255-2
  • „Anwendungen der Mathematik in der Luftfahrt, in: Nova Acta Leopoldina, Neue Folge (ISSN 0369-5034), Band 61 / Nr. 267, Leipzig 1989. Seiten 155–159
  • On the importance of the correct C.G. location in flying wings, 1997. Im Internet veröffentlicht: siehe unten, Weblinks.
  • zusammen mit Michael Wohlfahrt: „Schwanzlose Flugzeuge – Ihre Auslegung und ihre Eigenschaften“, Basel 1990 ISBN 978-3-7643-2502-2[13] [1994 unter dem Titel Tailless aircraft in englischer Sprache erschienen.]
2., verbesserte, Auflage der englischsprachigen Ausgabe: Tailless aircraft in theory and practice, Washington D.C. 1996 ISBN 1563470942

als Herausgeber

  • Interval mathematics: Proceedings of the International Symposium, Karlsruhe, West Germany, May 20-24, 1975“, Berlin 1975 ISBN 3-540-07170-9 und ISBN 0-387-07170-9
  • „Geschüttelte Sprichwörter, Lebensregeln und -weisheiten, Sinnsprüche, Reflexionen, Gebote und Maximen. Tut Gutes! Gut. Tut es!!“, Freiburg 1994 (im Selbstverlag)[15]
  • „Schüttelsprüche. Eine Anthologie über geschüttelte Sprichwörter, Lebensregeln und -weisheiten, Sinnsprüche, Reflexionen, Gebote und Maximen.“ (Band 13 der Reihe Schüttelreime heute), Hildesheim 1995 ISBN 3-8269-8262-2
  • Tagungsband zum Schüttelreimertreffen 2000 in Bödefeld[16]

Literatur

  • Jürgen Garloff: „Karl Nickel is turned 75“, in: Reliable Computing, 1999, Seiten 205 f.

Weblinks

Fußnoten

  1. so der volle Name (vgl. www.Uni-Leipzig.de/~logik/gottwald/NeueintraegeVerlag.pdf, Seite 65). Der Rufname war Karl.
  2. vgl. Titel der Festschrift: „Herrn Professor Dr. Karl Nickel zu seinem 60. Geburtstag am 9. Februar gewidmet“, herausgegeben von Jürgen Garloff. Als Manuskript gedruckt, Freiburg (Universität Freiburg, Institut für Angewandte Mathematik)
  3. Jürgen Garloff: „Karl Nickel is turned 75“ (Auszug)
  4. Lebensdaten siehe auch Eintrag Nickel, Karl (Identifikations-Nr. 607855) in der Personendatenbank der Landesbibliographie Baden-Württemberg
  5. www.schuettelreis.de/literatur.html#KLEN
  6. Siehe zu dieser besonderen Reimform: Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Schüttelreim“
  7. www.schuettelreis.de/treffen.html und aktuell (Stand 25.01.2009) auch mit dieser Anschrift noch im Telefonbuch
  8. benannt nach Albrecht Ludwig Berblinger (1770–1829), bekannt als „Der Schneider von Ulm“. Zur Person siehe Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Albrecht Ludwig Berblinger“
  9. E-Mail von Nickels Schüler Prof. Dr. Jürgen Garloff (Fachhochschule Konstanz) vom Montag, 25. Januar 1999
  10. vgl. den regen E-Mail-Schriftwechsel im Vorfeld des Ehrentages
  11. Christine Gehringer: „Mit voller Kraft und Grazie“, in: BNN vom 23. März 2004
    Zum Stück siehe Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „5. Klavierkonzert (Beethoven)“
  12. Eintrag im Online-Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB)
  13. 13,0 13,1 13,2 13,3 in der Badischen Landesbibliothek (BLB) vorhanden
  14. SWB-Online-Katalog
  15. www.brix.de/bibliothek/literatur/schuettelreime/literaturverzeichnis.html unten
  16. www.schuettelreis.de/treffen.html unten
  17. www.nurflugel.com/Nurflugel/Papers/body_papers.html