Wilhelm-Lübke-Denkmal

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Wilhelm-Lübke-Denkmal

Das Wilhelm-Lübke-Denkmal auf dem Gelände des KIT erinnert an den den Kunsthistoriker Wilhelm Lübke (1826–1893).

Beschreibung

Das Denkmal zeigt ein Fragment eines Mauerstücks der Renaissance mit Rundbogen und Pilaster[1], davor Folianten. Lübke selbst, in zur Seite gerichteter Sitzstellung, trägt einen Mantel, darunter eine griechische Amphora[2] mit einem Lyra-Motiv.

Geschichte

Das Denkmal war zuerst für seinen Grabstein an der Parkmauer des Hauptfriedhofs vorgesehen, Lübkes zweite Frau Helene Lübke gab Heinrich Weltring dazu den Auftrag. Im Dezember 1893 wieß Schulleiter Gustav Wendt den Stadtrat auf dieses Denkmal hin und regte an, es öffentlich aufzustellen. Im Januar 1894 konnte der Stadtbaurat Wilhelm Strieder das Modell besichtigen. Am 7.September 1894 wurde der Schenkungsvertrag von Helene Lübke und dem Oberbürgermeister Karl Schnetzler unterschrieben. Dabei verpflichtete sich die Gemeinde, die Kosten für den Unterhalt zu tragen.

1895 war das Denkmal dann fertig. Der Sockel ist aus hellem Sandstein, die Figur aus Bronze von der Gießerei vorm. Gladenbeck & Sohn gefertigt. Sein erster Standort war die Hoffstraße, vor dem Bildhaueratelier in der damaligen Westendstraße. Am 12. Juni 1895 fand die Enthüllungsfeier statt, die Festrede hielt Adolf von Oechelhäuser, als Nachfolger Lübkes auf dem Lehrstuhl, vor Vertretern des Hofes, Landes, der Stadt, der Technischen Hochschule und Kunstanstalten, musikalisch unterstützt von den Gesangvereinen Liederkranz und „Liederhalle“ und der Artilleriekapelle.

Die beiden Weltkriege überstand die Bronzefigur des Denkmals mit dem Hinweis „Geschichtlich bedeutungslos, aber von Kunstwert”.

Am 12. März 1937 schlug ein Postrat Lübke aus Baden-Baden vor, die Inschrift zu erweitern, jedoch blieb die Nachfrage an diesen, die Kosten dafür zu übernehmen, unbeantwortet, und somit der Vorschlag unausgeführt. Im Februar 1954 forderte der Postrat abermals die Änderung der Inschrift, die nun in „Professor W. Lübke / Kunsthistoriker / 1826–1893” modifiziert wurde; zeitgleich wurde die Anlage wiederhergestellt.

Im September 1964 fand der Baubeginn des Badischen Gemeindeprüfungsamts statt, und das Denkmal war im Weg. Es wurde im Bauhof an der Kaiserallee eingelagert, während auf Initiative vor allem vom Leiter des Landesdenkmalamts, Emil Lacroix, ein neuer Standort am Architekturgebäude der Technischen Hochschule geprüft und genehmigt wurde. Auf dem Transport dahin wurden allerdings Sandsteinteile, Sockel und Rückwand zerstört und wurden auf Kosten der Stadt von Bildhauer Fritz Schoch (Grabmale Schoch) erneuert. Der Sockel wurde vermindert, damit er mit der Profillinie am Gebäude abschloss und der obere Abschluss des Architekturfragments blieb unausgeführt.

Inschrift

Auf dem Sockel befindet sich seit 1965 die Inschrift
„Wilhelm Lübke /
1826–1893 /
Professor der Kunstgeschichte“

Lage

Seit 1965 befindet es sich vor der Ostseite des Architekturgebäudes.

Dieser Ort im Stadtplan:

Früherer Standort bis 1964

Dieser Ort im Stadtplan:

Quelle

„Denkmäler, Brunnen und Freiplastiken in Karlsruhe 1715-1945“ (Band 7 der Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs, Herausgeber Heinz Schmitt), 2. Auflage, Karlsruhe 1989. ISBN 3761702647, Seiten 386-390

Weblinks

Fußnoten

  1. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Pilaster“
  2. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Amphora“