Robert Sinner

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Familiengrab auf dem Hauptfriedhof

Dr. h.c. Robert Sinner (* 10. Januar 1850 in Grünwinkel, † 20. März 1932 ebenda) war ein deutscher Unternehmer und Generaldirektor der Sinner AG.

Leben

Robert Sinner war der älteste Sohn des Unternehmers Georg Sinner (1823–1883) und der Gastwirtstochter Zum Badischen Hof, Sophie Kist. Schon von Kind an wurde er erzieherisch gezielt auf die zukünftige Führung des väterlichen Betriebes vorbereitet. Bis zu seinem 14. Lebensjahr besuchte er die La Fontaine’sche Privatschule in Karlsruhe, um dann im elterlichen Betrieb eine kaufmännische Lehre zu absolvieren. Sein Militärdienst, den er wie schon sein Vater ein Jahr lang im 1. Badischen Leibgrenadierregiment leistete, fiel in die Zeit des Deutsch-Französischen Krieges, bei dem er auch am Feldzug 1870/71 teilnahm und bei Nuits verwundet wurde.

Als 1883 sein Vater starb, übernahm Robert Sinner die Führung der Sinner OHG und überführte diese 1885 in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen Gesellschaft für Brauerei, Spiritus- und Preßhefe-Fabrikation vorm. G. Sinner – ab 1922 kurz Sinner AG. Er selbst blieb Eigentümer und führte die Gesellschaft als Generaldirektor faktisch wie ein Familienunternehmen weiter. Von 1898 bis 1918 war Robert Sinner Mitglied der Handelskammer Karlsruhe. Generaldirektor der Sinner AG blieb er bis zu seinem Tod 1932.

Wirken

Robert Sinner bewies als Unternehmer nicht nur ein außerordentliches wirtschaftliches Geschick, sondern erlangte auch durch sein soziales und gesellschaftliches Engagement große Anerkennung.

Unter seiner Führung stieg die Sinner AG zu einem Weltkonzern mit Niederlassungen, Ländereien und Verkaufsfilialen in ganz Europa auf. Sein Erfolgsrezept bestand zum einen in der schnellen Reaktion auf neue Marktsituationen und technische Innovationsmöglichkeiten, und zum anderen in dem Bestreben nach weitestgehender wirtschaftlicher Autarkie des Unternehmens. Seine Strategie, die gesamte Produktionskette vom Rohprodukt bis zum Endprodukt, ja sogar bis hin zum Transport und Verkauf durch eigene Unternehmenszweige abzudecken, war erfolgreich. Sie machte Sinner zum deutschen Marktführer im Spiritussektor und erwies sich besonders auch während der beiden Weltkriege als vorteilhaft. Aufgrund seiner wirtschaftlichen Weitsicht und Kompetenz war Robert Sinner auch als wirtschaftlicher Berater bei der badischen Landesregierung und bei Unternehmen gefragt.

Robert Sinners soziale Fürsorge für seine Arbeiterschaft kann als beispielhaft gewertet werden. Durch die Einrichtung einer Pensionskasse für Werksangehörige wurden Alte, Arbeitsunfähige, sowie Witwen und Waisen lebenslang unterstützt. Außerdem richtete er einen Wohlfahrtsfond für in Not geratene Arbeiter ein. Eine so genannte „Fabrikkasse“ ermöglichte den Angestellten sogar eine Beteiligung am Jahresgewinn.

Seinem Heimatort Grünwinkel blieb Robert Sinner zeitlebens tief verbunden. Wie auch schon sein Vater engagierte er sich stark für die örtlichen Vereine. So überließ er beispielsweise dem FV Grünwinkel 1911 die sogenannten „Eiswiesen“ zur Anlage eines neuen Sportplatzes. Auch dem Arbeiter-Turn- und Sportbund verhalf er 1925 zu einer neuen Sportstätte. Im Jahr 1913 kämpfte Robert Sinner mit Erfolg darum, dass die aus verkehrstechnischen Gründen zum Abriss bestimmte Grünwinkler Kapelle an die heutige Stelle am Albufer versetzt wird und übernahm auch die dabei entstehenden Kosten.

1925 beauftragte er den Historiker Benedikt Schwarz mit der Erstellung einer Grünwinkler Heimatchronik. Verlag und Druck übernahm die firmeneigene Druckerei.

Ehrungen

Literatur

„Grünwinkel und seine Umgebung – Ein Heimatbuch für Jung und Alt“ 
von Benedikt Schwarz, Verlag der Sinner AG Karlsruhe-Grünwinkel, 1925
„Grünwinkel – Gutshof-Gemeinde-Stadtteil“ 
Herausgeber: Manfred Fellhauer, Manfred Koch u. Gerhard Strack, Info-Verlag Karlsruhe, 2009, ISBN 978-3-88190-539-8

Weblinks