Ex-Steffi

Aus dem Stadtwiki Karlsruhe:
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eingang zur Ex-Steffi im Dezember 2005

Die Ex-Steffi war zwischen 1997 und 2006 das einzige Autonome Zentrum (AZ) in Karlsruhe. Vorgänger war die Steffi, daher auch der Name.

Das Gebäude der Ex-Steffi befand sich hinter dem Hauptbahnhof bzw. zwischen ihm und dem Albtalbahnhof und wurde am 6. April 2006 von der Stadt geräumt und kurz darauf abgerissen.

Geschichte

Die Ex-Steffi war ein Autonomes Zentrum (AZ) in Karlsruhe. Bis 1997 war dieses in der Stephanienstraße angesiedelt und hieß Steffi. Nach der Räumungsandrohung gab es einen Kompromiss zwischen Bewohnern und der Stadt, nach dem die Steffianer hinter den Hauptbahnhof in die Schwarzwaldstraße 79 zogen, in die ehemalige Kantine der DB.

Das Haus war selbstverwaltet, gehörte aber der Stadt, die Miete verlangte. Politisch linke Gruppen, Bands, andere Gruppen nutzten das Haus umsonst. Das Haus funktionierte nach dem Alles-gehört-allen-Prinzip. Oft fanden Partys und Konzerte statt. Alles unkommerziell, jedoch politisch motiviert. Das Haus diente als sogenanntes "soziales Zentrum".

Räumungsklage 2003

Die Ex-Steffi befand sich schon seit einigen Jahren in Auseinandersetzung mit der Stadt über den Verbleib des Projektes in der ehemaligen Bundesbahnkantine hinterm Hauptbahnhof. Dieser Streit setzte sich 2003 mit einer Räumungsklage fort. Vor Gericht erhielt die Ex-Steffi dann allerdings noch einen Aufschub bis Februar 2006.

2004

Da die Stadt Karlsruhe auf dem Gelände der Ex-Steffi den so genannten TIME-Park (Büro-und Gewerbekomplex) bauen will und sie deshalb von der Räumung bedroht ist, hat der Verein Selbstbestimmtes Leben e.V., der hauptsächlich aus den Bewohnern der Ex-Steffi besteht, mit der Stadt am 18. August 2004 folgende Vereinbarung geschlossen:

  • die Stadt verzichtet auf Vollstreckung der Räumung bis 31. Januar 2006
  • Verpflichtung des Vereins auf Verzicht von Neueinzügen
  • Offenlegung aller Bewohnerinnen und Bewohner
  • weitere Mietzahlung, sowie Tilgung der Mietschulden

2005

Am 17. Oktober 2005 fand der erste "Runde Tisch" mit Fraktionsmitgliedern von SPD, Grünen sowie KAL und Vertretern der Ex-Steffi statt. Vertreter der Bürger für Karlsruhe und der Linkspartei konnten aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen. CDU und FDP lehnten Gespräche von vorneherein kategorisch ab. Die FDP, die noch an früheren Gesprächen teilgenommen hatte, begründete dies damit, dass sie keine Gespräche führe, solange Einrichtungen mit Parolen beschmiert oder beklebt würden.

2006

Laut Ex-Steffi-Webpräsenz waren sich alle Teilnehmer über das Ziel einig, die Ex-Steffi auch über den 31. Januar 2006 zu erhalten. Weitere Gespräche würden folgen.

Zuletzt erklärte Sozialbürgermeister Harald Denecken, es würden in nächster Zeit Gespräche zwischen Stadt und Ex-Steffi-Bewohnern stattfinden. "Wir unterstützen die Bewohner, wenn sie ein neues Mietobjekt gefunden haben", erklärte Denecken gegenüber ka-news.

Ab dem 1. Februar 2006 war die Ex-Steffi nun wieder besetzt, die Stadt forderte die Bewohner zur Räumung des Gebäudes auf, was diese erwartungsgemäß ablehnten.

Planentwurf "Hauptbahnhof Süd"

Inzwischen hat das Stadtplanungsamt für das Areal südlich des Hauptbahnhofs einen Bebauungsplanentwurf ausgearbeitet. Der Planentwurf "Hauptbahnhof Süd" lag vom 9. Januar bis 9. Februar 2006 beim Stadtplanungsamt öffentlich aus.

Veranstaltungen

Das letzte Programmschema vor der Räumung war:

Mo: ab 19:30 Uhr: Arnis- und Eskrimatraining (philipp. Stockkampfsport)
Di: ab 20 Uhr: Öffentliches Plenum, Café
Mi: ab 20 Uhr: Café
Do: ab 20 Uhr: vegane Volksküche, Infoladen, Umsonstladen
Fr: ab 20 Uhr: Café

Einmal im Jahr, am 2. Oktober, fand die große Einheizfeier statt.

Räumung

Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte der Konflikt nun mit Einschreiten des Gerichtsvollziehers: Für den 30. März 2006 kündigte sich der Gerichtsvollzieher an und schrieb er "werde an diesem Tag mit der Räumung beginnen". Als er dann am 30. März 2006 wirklich auftauchte in Begleitung zweier Beamter in Zivil, da wurde von 40-60 Leuten vor dem verbarrikadiertem Haus empfangen. Interessiert hörte er sich die aktuellen Infos zu einem möglichen Ersatzobjekt an und kündigte an, am Dienstag darauf nocheinmal miteinander zu telefonieren. Dies wurde auch getan und auch hier wirkte der Gerichtvollzieher noch recht offen dem ganzem Projekt gegenüber.

Am 6. April 2006 um 06:15 Uhr war davon nichts zu merken, da der Gerichtsvollzieher in Begleitung mehrerer Einsatzhundertschaften, Räumpanzern, Wasserwerfern, Abrissfahrzeugen mit der Räumung begann. Die Polizei drang über das Erdgeschoß und die Dachfenster in das Haus ein. Gegen 11:00 Uhr befanden sich immer noch einige Leute im Haus. Und eine Hundertschaft machte sich gerade bereit, nochmal in das Haus zu gehen. Laut Presseberichten lief die Räumung bis dahin ohne gewaltvollen Widerstand von Seiten der Bewohner ab.

Das Haus wurde wenige Tage nach der Räumung abgerissen.

Bilder

Ex-Steffi im Dezember 2005
Ex-Steffi im Dezember 2005
Graffiti an der Wand im Dezember 2005
Transparent im Dezember 2005
Die Baugrube nach dem Abriss
Überbleibsel an der Baustelle


Bilder der Räumung sind auf der Webpräsenz der Ex-Steffi zu finden. Weitere Bilder findet man im ka-news-Projektor "Räumung der Ex-Steffi"

Parolen

Parolen, die oft im Zusammenhang mit der Ex-Steffi benutzt werden:

  • Ex-Steffi bleibt!
  • Feuer und Flamme für Karlsruhe!
  • Kein Tag ohne Autonomes Zentrum!
  • Wir bauen - ihr zerstört!

Adresse

Ex-Steffi
Ex-Steffi
Schwarzwaldstraße 79
76137 Karlsruhe

siehe auch

Weblinks


(H)  nächste Haltestelle: Albtalbahnhof