Waldstraße 17

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Waldstraße 17, 2007 noch mit Antiquariat
2011 mit Galerie

Bei dem Haus in der Karlsruher Waldstraße mit der Nummer 17 handelt es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude. Von Januar 2009 bis Dezember 2012 befand sich hier die Galerie Voegtle. Seit Januar 2013 befindet sich hier das Lichtstudio von Licht + Planung GmbH & Co. KG

Geschichte

Sein Bauholz wurde gegen 1717 geschlagen (der letzte Jahrring wurde dendrochronologisch datiert auf den Winter 1717/18), Baubeginn war dann sehr wahrscheinlich im darauffolgenden Frühling 1718. Es gilt somit als das älteste erhaltene Modellhaus aus Zeiten der Stadtgründung. Nachfolgend relevant und ebenfalls dendrochronologisch datiert sind die Häuser der Waldstraße 5 und 7 aus dem Jahre 1719, die Waldstraße 9 aus dem Jahre 1722, und das sogenannte Seilerhäuschen in der Kaiserstraße 47 von 1723.

In den Anfangsjahren war es als typisches Modellhaus ein einstöckiges Handwerkerhaus mit Mansarddach, hatte aber wohl damals schon einen langen Hof nach hinten. Das Gebäude ist teilunterkellert, die Kellerdecke besteht aus Teilen von längs gesägten Baumstämmen, oben glatt, unten gewölbt.

1760 gab es ein Förderprogramm, um Häuser zumindest straßenseitig aufzustocken: Das Dach wurde angehoben und ein Stockwerk wurde ergänzt. Aus dem Mansarddach wurde ein Satteldach, mit gravierenden statischen Mängeln, denn durch einfache Anstückelung der Deckenbalken über dem ersten Obergeschoss konnten die durch das neue Sparrendach entstehenden Zugkräfte im Deckenbalken nicht hinreichend aufgenommen werden. Diese gravierenden Mängel wurden im Zuge einer Sanierung 2007/08, zumindest im statischen Sinne, behoben.

1801 konnten Handwerker im Hof ein Fachwerkhaus errichten, das durch einen Zwischenbau mit dem Vorderhaus verbunden wurde. Im Hinterhaus entstanden kleine, durch Türen getrennte, Kammern.

In Erdgeschoss und erstem Stock von Vorderhaus und Zwischenbau befand sich lange Zeit das Antiquariat der Braunschen Universitätsbuchhandlung (siehe Bild).

Restauration

Am Haus war die Zeit nicht spurlos vorübergegangen: Balken waren vom Hausbock zerfressen, Dachbalken durch die Aufstockung aus den Verbindungen gerissen. Das Haus gehört seit 2007 Raimund Voegtle, der der Stadt etwas zurückgeben wollte und es daher auf seine Kosten sanieren ließ. Dieser hat im Erdgeschoss im Januar 2009 die Galerie Voegtle eröffnet. Dadurch ist das Gebäude zum Teil der Öffentlichkeit zugänglich und zehn Prozent der Baukosten wurden von einem Landesförderprogramm übernommen. Die restlichen Zimmer und das Hofgebäude sind als Wohnungen für Kunststudenten geplant, die dann in der Galerie ausstellen dürfen.

Im Rahmen der Restauration wurde auch der Schriftzug „erbaut 1755“ durch „erbaut 1718“ ersetzt.

Brunnen im Hof

Beim Entfernen der alten Sandsteinplatten im Innenhof fand man den Schacht eines zugeschütteten Brunnens. Er war auch in einem Katasterplan eingezeichnet (dort ist auch zu sehen, dass benachbarte Häuser ebenfalls Brunnen hatten).

Bilder

Lage

Dieser Ort im Stadtplan: