Waldstraße 17
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Bei dem Haus in der Waldstraße 17 handelt es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude. Sein Bauholz wurde gegen 1717 geschlagen (der letzte Jahrring wurde dendrochronologisch datiert auf den Winter 1717/18), Baubeginn war dann sehr wahrscheinlich im darauffolgenden Frühling 1718. Es gilt somit als das älteste erhaltene Modellhaus aus Zeiten der Stadtgründung. Nachfolgend relevant und ebenfalls dendrochronologisch datiert sind die Häuser der Waldstraße 5 und 7 aus dem Jahre 1719, die Waldstraße 9 aus dem Jahre 1722, und das sogenannte Seilerhäuschen in der Kaiserstraße 47 von 1723.
In den Anfangsjahren war es als typisches Modellhaus ein einstöckiges Handwerkerhaus mit Mansarddach, hatte aber wohl damals schon einen langen Hof nach hinten. Das Gebäude ist teilunterkellert, die Kellerdecke besteht aus Teilen von längs gesägten Baumstämmen, oben glatt, unten gewölbt.
1760 gab es ein Förderprogramm, um Häuser zumindest straßenseitig aufzustocken: Das Dach wurde angehoben und ein Stockwerk wurde ergänzt. Aus dem Mansarddach wurde ein Satteldach, mit gravierenden statischen Mängeln, denn durch einfache Anstückelung der Deckenbalken über dem ersten Obergeschoss konnten die durch das neue Sparrendach entstehenden Zugkräfte im Deckenbalken nicht hinreichend aufgenommen werden. Diese gravierenden Mängel wurden im Zuge einer Sanierung 2007/08, zumindest im statischen Sinne, behoben.
1801 konnten Handwerker im Hof ein Fachwerkhaus errichten, das durch einen Zwischenbau mit dem Vorderhaus verbunden wurde. Im Hinterhaus entstanden kleine, durch Türen getrennte, Kammern.
Im Erdgeschoss befand sich lange Zeit das Antiquariat der Braunschen Universitätsbuchhandlung (siehe Bild).
Brunnen im Hof
Beim Entfernen der alten Sandsteinplatten im Innenhof fand man den Schacht eines zugeschütteten Brunnens. Er war auch in einem Katasterplan eingezeichnet (dort ist auch zu sehen, das benachbarte Häuser ebenfalls einen Brunnen hatten).
Restauration
Am Haus war die Zeit nicht spurlos vorübergegangen: Balken waren vom Hausbock zerfressen, Dachbalken durch die Aufstockung aus den Verbindungen gerissen. Das Haus gehört aber inzwischen einem Mann, der der Stadt etwas zurückgeben wollte und es daher auf seine Kosten sanieren ließ. Dieser will nun im Erdgeschoss eine Galerie eröffnen. Dadurch ist das Gebäude zum Teil der Öffentlichkeit zugänglich und zehn Prozent der Baukosten wurden von einem Landesförderprogramm übernommen. In die restlichen Zimmer und in das Hofgebäude sollen Kunststudenten einziehen, die dann in der Galerie ausstellen dürfen.
Im Rahmen der Restauration wurde auch der Schriftzug „erbaut 1755“ durch „erbaut 1718“ ersetzt.
del.icio.us
Mr.Wong
