Reithalle Rastatt

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Reithalle nach der Sanierung

Die Reithalle Rastatt ist ein denkmalgeschütztes Kulturhaus auf der Ludwigsfeste (ehemaliges Canrobert-Gelände) der Stadt Rastatt, in der Nähe des neuen Landratsamts Rastatt und des Kulturplatzes.

Die Reithalle war keine Reithalle sondern diente früher als Exerzierhalle, woher der Name „Reithalle” genau kommt, ist nicht bekannt. Er wird vom Rastatter Volksmund jedoch seit nachweislich rund einem Jahrzehnt benutzt.

Heutige Nutzung

Bürgersaal

Von April 2007 bis August 2008 wurde die Reithalle für rund 3,5 Millionen Euro saniert. Sie beinhaltet jetzt den Theatersaal mit Ausstattung für Theater, Kleinkunst und Musik und Platz für 250 Besucher, sowie den Bürgersaal für Ausstellungen, Vereins- und Betriebsfeste mit Platz für 300 Gäste. Eine eigene Küche gibt es nicht, aber Platz und eine Zufahrt für einen Catering-Service sind vorhanden.

Die Wiedereröffnung wurde am 13./14. September 2008 gefeiert.

Nutzer der Halle ist u.a. der Theater-Verein-Reithalle e.V. [1].

Geschichte

Zeitungsartikel von 1912: Fertigstellung der Kaserne

Mit Vertrag vom Jahre 1907 übernahm die Stadtverwaltung Rastatt käuflich große Teile der ehemaligen Ludwigsfeste, um auf diesem Gelände für die Militärverwaltung Kasernen zu erbauen, die mietweise dem Militär überlassen werden sollten. In dem rechts verlinkten Zeitungsartikel aus dem Rastatter Tageblatt vom 4. Juni 1912 wird die Fertigstellung der Markgraf-Ludwig-Wilhelm-Kaserne und ihre Übergabe geschildert.

Erwähnt ist in diesem Artikel auch das „Exerzierhaus”, später gewöhnlich Exerzierhalle und heute Reithalle genannt. Seine reine Baukosten bezifferten sich auf 90.000 Mark, mit einberechneten Gundstücks- und Nebenkosten auf 120.640 Mark Gesamtkosten.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Rastatt entmilitarisiert. Die Kasernen waren nicht mehr nötig und wurden nach einer relativ kurzen Abwicklungsfrist und nach Auflösung des Mietvertrags im April 1921 der Stadt zurückgegeben. Die Stadt stand nun vor dem Problem, für die Kasernenbauten eine neue Nutzung zu finden.

Ein Ratsprotokoll vom 13. September 1921 gibt für das „Exerzierhaus” den ersten konkreten Hinweis: :„Nachdem die Bürgerschule zur Realschule ausgebaut worden, wird es nicht mehr zu umgehen sein, die Exerzierhalle für den Turnunterricht dieser Schule zu verwenden und sie entsprechend auszugestalten.” Zunächst wurde die nebenan gelegene, heute nicht mehr existierende Mannschaftskaserne I (Areal Landratsamt) für die Realschule, die spätere Oberrealschule, umgebaut. Das Exerzierhaus war dann gegen Ende April 1923 so weit hergerichtet, dass es als Turn- und Festhalle in Betrieb genommen werden konnte. Ab diesem Zeitpunkt finden hier zahlreiche politische, kulturelle und wirtschaftsfördernde Veranstaltungen statt.

Als Rastatt 1936 wieder Garnisonsstadt wurde, zog das Militär erneut in die zwischenzeitlich zweckentfremdet gewesenen Kasernenbauten ein. Der Staat mietete nicht mehr, sondern kaufte dieses Mal das wegen der zivilen Nutzung und dadurch bedingte Umbaumaßnahmen erheblich wertgeminderte Kasernenareal zu einem für ihn äußerst günstigen Preis der Stadt ab. Die 111er zogen wieder in ihre Kaserne und die Exerzierhalle ein. Ab Kriegsende 1945 übernahm und nutzte das französische Militär die Kaserne.

Auszeichnungen

  • „Beispielhaftes Bauen“ der Architektenkammer Baden-Württemberg 2008

Lage

Dieser Ort im Stadtplan:

Bus-Signet.png  nächste Bushaltestelle: Rastatt Bahnhof  
(H)  nächste Haltestelle: Rastatt Bahnhof   
Deutsche Bahn AG-Logo.png  nächste DB-Haltestelle: Rastatt Bahnhof    

Weblinks

  • Es ist keine offizielle Webpräsenz bekannt.