Ludwig Newhouse

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Ludwig Newhouse (* 29. Juli 1779 in Erlach; † 4. Mai 1854 in Mannheim) war ein Mannheimer Fabrikant und setzte sich mit einer Denkschrift für den Bau der Badischen Hauptbahn ein.

Leben

Ludwig Newhouse wurde mit dem Namen Beat Rudolph Ludwig Neuhausen in der Schweiz in Erlach am Bieler See geboren.

Im Jahr 1812 betrieb er in Mannheim eine Tabak- und Kölnisch-Wasser-Fabrik.

Großherzog Leopold verlieh ihm 1822 den Titel eines Kommerzienrats. Möglicherweise erfolgte dies aus Dankbarkeit darüber, dass sich Newhouse zuvor schriftlich für die Erbfolge der Kinder aus der zweiten Ehe von Karl Friedrich stark gemacht hatte. Karl Friedrichs zweite Ehefrau Luise Karoline Geyer von Geyersberg und damit deren Kinder wurden ursprünglich als nicht standesgemäß angesehen. Großherzog Leopold war der älteste Sohn von Luise.

Ab dem Jahr 1824 wurde Newhouse Mitglied in der Mannheimer Handelsinnung.

Im Jahr 1842 wurde sein Unternehmen zahlungsunfähig.

Er starb im Mai 1854.

Förderung des Eisenbahnbaus

Am 22. Juli 1833 legte er beiden Kammern der Badischen Ständeversammlung einen umfangreichen Vorschlag mit dem Titel „Vorschlag zur Herstellung einer Eisenbahn im Großherzogtum Baden von Mannheim bis Basel und an den Bodensee“ vor. Er zählte dabei die zu erwartenden Vorteile einer Eisenbahnlinie im Großherzogtum Baden auf. Angeregt wurde er dabei durch die Eröffnung der englischen Eisenbahnstrecke Liverpool – Manchester im Jahr 1830. Dies war die erste „echte“ Eisenbahnstrecke, auf der ausschließlich Dampflokomotiven nach einem festen Fahrplan verkehrten.

Seine Argumente für einen Eisenbahnbau in Baden waren:

  • Zeitgewinn und Frachtersparnis
  • Erleichterungen bei der Kommunikation
  • Wohlfeilheit des Transports
  • Erleichterungen für die Landwirtschaft, den Handel und das Gewerbe
  • Verlängerung des Schiffsverkehrs durch die Eisenbahn ab Mannheim bis zum Bodensee
  • Belieferung der Schweiz durch Gütertransporte aus Baden
  • Warenaustausch zwischen Baden mit Italien, Schweiz, Frankreich und England und Förderung der Handelstätigkeiten durch die Holländer
  • Anbindung der Überseehäfen in Hamburg und Bremen mittels Eisenbahnstrecken benachbarter Länder
  • Bildung eines großen Warenumschlagplatzes mitten in Europa

Newhouse betrachtete den Eisenbahnbau aus Sicht eines Unternehmers. Neben Vorteilen für die Wirtschaft versprach er sich staatliche Förderungen zum Eisenbahnbau durch eine private Aktiengesellschaft, durch die er Gewinn zu erzielen hoffte. Der später beschlossene Badische Eisenbahnbau erfolgte ab 1838 allerdings ausschließlich durch den Badischen Staat, wofür sich insbesondere Karl Friedrich Nebenius erfolgreich eingesetzt hatte, weil jener befürchtete, dass durch private Unternehmen der Einfluss des Staates auf die Eisenbahn geschmälert werden würde.

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