Kinder- und Jugendtreff Nordweststadt (Geschichte)

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Dieser Artikel behandelt die Geschichte des Kinder- und Jugendtreffs Nordweststadt.

Vorgeschichte

  • 1962: Die großen Wohnblöcke in der August-Bebel-Straße werden gebaut. Es entsteht kurz danach schon der Begriff „Bebelterror Karlsruhe“; wahrscheinlich beruht dieser auf einer gewaltbreiten Motorradclique (Mopedfahrer).
  • 1963: Die provisorische Pavillons zur Erweiterung der Werner-von-Siemens-Schule werden aus der Waldstadt umgezogen.
  • 1964: Die Bürgergemeinschaft Nordweststadt stellt fest, dass die Spielplätze in der Langen Richtstatt (L'Oreal-Spielplatz) von Jugendlichen als „Tummelplätze“ genutzt werden, und dagegen vorzugehen sei.
  • 1975: Die Nordweststadt wird eigenständiger Stadtteil.
  • 1987: Der städtische Sozialentwicklungsplan kommt zu dem Schluss, dass die Jugendpflegearbeit für gefährdete Jugendliche durch ambulante und stationäre Maßnahmen zu ergänzen sei. Es wird zu einer Verpflichtung der Stadt. An zweiter Stelle der Prioritätenliste wird die Nordweststadt eingestellt.
  • 1988: Der Jugendwohlfahrtsauschuss des Gemeinderates legt diesem die Prioritätenliste vor. Kurz darauf werden in der Nordweststadt Untersuchungen bezüglich des Standortes und der Kosten vorgenommen.
  • 1991 wird die Errichtung des Aktivspielplatz (ASP) in der Hertzstraße vom Gemeinderat beschlossen. Ihm soll auch ein Kinderhaus angeschlossen werden.
  • 1992: Auf Forderungen der Bürgergemeinschaft Nordweststadt und der Politik – vor allem der Gemeinderätin Barabra Koffler (FDP) – werden aus den Plänen für einen Kinder- und Jugendtreff ein Bürgerzentrum. Dies soll auf der, heute noch (2006) unbebauten Wiese an der Haltestelle Kurt-Schumacher-Straße gebaut werden, zu diesem Zeitpunk ist die Finanzierung des Vorhabens gesichert – ein Bau wäre möglich. Sofort gibt es Beschwerden der Anwohner gegen diese Vorhaben, sowie im Norden Beschwerden gegen den Bau des ASP.
  • 1993: werden die Bauvoranfragen für die Projekte beim Regierungspräsidium eingereicht: Die Studie „Jugend '94“ zur „Lebenssituation der Jugendlichen in Karlsruhe“ stellt fest, dass die Nordweststadt unter den Karlsruher Jugendlichen als unsicherster Stadtteil gilt.
  • 1994: Der Bau der Bürgerzentrums wird genehmigt. Einsprüche und Klagen der Anwohner verhindern den Bau. Der Gemeinderat beschließt darauf hin, den NCO-Club in der durch den Abzug der Amerikaner freiwerdenden Nordstadt zu erwerben und zu einem Jugendzentrum Nord-Nordwest um zubauen.
  • Am 01.02.1996 berichten die BNN, dass das Bürgerzentrum Nordweststadt zu Gunsten des NCO auf „Eis gelegt“ wird. Ein Fußweg über den alten Flugplatz soll die beiden Stadtteile verbinden und die Jugendlichen aus der Nordweststadt in den NCO.
Dies ruft die Jugendvertreter der Petrusgemeinde auf den Plan. Es gibt in den Gemeinden zwar allen Jugendlichen offen stehende Gruppen und Einrichtungen z.B. den Bunker in der Petruskirche oder den Ölkeller in St. Konrad (beide Einrichtung gibt es so nicht mehr (2006)), aber ein großer Teil der Jugendlichen der Nordweststadt kann von und in diesen Einrichtung nicht getragen werden.
Diese Jugendlichen brauchen eine Einrichtung mit einer anders gearteten Zielsetzung und Sozialarbeitern.
Die Petrusgemeinde-Jugend führt mit Unterstützern eine Fragebogenaktion sowie eine Unterschriftensammlung durch. 60% der befragten Jugendlichen des Stadtteils fordern hierbei einen eigenen Jugendtreff und 50% denken darüber hinaus, dass der NCO zu weit entfernt sei. Die Unterschriftensammlung erbringt 700 Unterschriften von BefürworterInen eines eigenen stationären Jugendtreffs in der Nordweststadt.
  • 02.07.1996 Die Petrusgemeinde organisiert eine Podiumsdiskussion mit Bürgermeisterin Heike Salisch (Bau), Bürgermeister Norbert Vöhringer (soziales), dem Vorsitzenden des Stadtjugendausschusses Harald Denecken, der Schulleiterin der Werner-von-Siemens-Schule, Edda Rössler-Rossbach, und dem Leiter des Kinder- und Jugendtreffs Neureut (Trafohäusle) Bernd Reis. Dabei wird beschlossen, einen „Container“ zu besorgen, diesen auf dem Gelände der Petrusgemeinde abzustellen und in Kooperation zwischen Stadtjugendausschuss und Petrusgemeinde als offenen Jugendtreff zu betreiben.
  • 12.07.1996: Die Petrusgemeinde informiert den Stadtjugendausschuss über das Freiwerden der (oben erwähnten) Pavillons in der Werner-von-Siemens-Schule.
  • 07.08.1996: Die Petrusgemeinde informiert den Bürgermeister Norbert Vöhringer (Soziales), dass einen Nutzung der Räume und besonders der Toiletten in den Gebäuden der Petruskirche durch den angedachten Container-Jugendtreff nicht möglich sein wird.
  • 09.08.1996 Der Stadtjugendausschuss kann den Erhalt eines Teiles der Pavillons bei Bürgermeister Norbert Vöhringer erwirken und diese sollen nun als Jugendtreff genutzt werden.
  • 05.09.1996 Die bestehenden Möglichkeiten führen zu folgender Vereinbarung:
    • Die Stadt stellt den bezugsfertigen Bau für mindestens zwei Jahre zur Verfügung.
    • Der Stadtjugendausschuss übernimmt die Trägerschaft und schafft eine „590 DM – Stelle“.
    • Die Petrusgemeinde wird das Inventar besorgen, ggf. eine Abm-Kraft oder einen Zivi besorgen, sich an den laufenden Kosten beteiligten, vor allem aber die Lobbyarbeit im Stadtteil übernehmen.
  • 09.09.1996 Anwohner beschweren sich beim Oberbürgermeister wegen der Lärmbelästigung durch den Jugendtreff, noch vor dessen Eröffnung.
  • 01.10.1996 Ein Sozialpädagoge wird auf 30-Stunden-Basis eingestellt. Er richtet den Treff zusammen mit Jugendlichen ein.
  • 19.10.1996 Eintragung des Förderverein Jugendzentrum Nordweststadt ins Vereinsregister des Amtgerichts Karlsruhe, dieser übernimmt weitestgehend die Aufgaben der Petrusgemeinde.

Bebelbase

  • 24.10.1996: offizielle Eröffnung des Kinder- und Jugendtreff Nordweststadt durch Bürgermeister Norbert Vöhringer. Bald nennen die Jugendlichen ihren Treff „Bebelbase“.
  • 27.10.1996: Erste reguläre Öffnung - an zwei Abenden in der Woche öffnen der Hauptamtliche und ein Mitglied des Fördervereins die „Bebelbase“ als „offener Treff”.
  • Februar 1997: Die Bürgergemeinschaft Nordweststadt spendet einen Kicker (Tischfussball).
  • Ende 1997: Mit Mitteln der Petrusgemeinde kann ein Billardtisch angeschafft werden. Den Transport erledigen die Jugendlichen mit dem Förderverein zusammen.
  • 11.09.1999: Der Sozialpädagoge Karsten Dotzauer wird auf 75%-Basis als Leiter eingestellt.
  • Juli 2000: Der Treff hat in den Sommerferien geschlossen, es kommt zu einer Reihe von Einbrüchen mit Vandalismus. Ein weiter Betrieb ist vorerst unmöglich.
  • November 2000: Nach den Instandsetzungsarbeiten wird in den Herbstferien erneut – mit ähnlichen Folgen – eingebrochen. Folge: Der Treff bleibt von Juli 2000 bis Februar 2001 geschlossen.
  • Dezember 2000: Eine vom Förderverein durchgeführte ausgiebige Bedarfsanalyse kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass der Treff zu wenig geöffnet ist bzw. die eine Stelle im Treff unzureichend ist.
  • Februar 2001: Der Treff nimmt den regelmäßigen Betrieb wieder auf. Der Gemeinderat stellt auf Vorschlag des Jugendhilfeausschusses Mittel für eine weiter Stelle in den Haushaltsplan ein.
  • September 2001: Von diesen zusätzlichen Mitteln wird Martina Held, eine Sozialarbeiterin, eingestellt. Ihre Stelle ist aufgeteilt auf 50% Jugendtreff und 50% Schul-Sozialarbeit in der Werner-von-Siemens-Schule.
  • 2001 bis 2003: Die Werner-von-Siemens-Schule muss im Rahmen der Einführung der Ganztages-Schule erweitert werden. Bei der Planung des Neubaus wird der Kinder- und Jugendtreff Nordweststadt mit einbezogen.

Eröffnung im Neubau an der Werner-von-Siemens-Schule

  • 16.03.2005: Eröffnung des Kinder- und Jugendtreffs Nordweststadt im Neubau an der Werner-von-Siemens-Schule
  • 21.03.2006: Abriss der Pavillions, in dem der provisorische Treff 8 Jahre untergebracht war.

Quelle

Text von Klaus Engler und Charles Westermann.