Karstadt

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Die Karstadt Warenhaus GmbH aus Essen betreibt zwei Häuser in Karlsruhe: den „Karstadt Karlsruhe“ und „Karstadt Sport“.

Karstadt Karlsruhe

Karstadt bietet in einem Gebäude mit teilweise historischer Fassade in der Fußgängerzone auf über 18.000 qm ein Warenhaus mit Mode, Schuhen, hochwertigen Lebensmitteln, Spielwaren, Medien, Groß- und Kleinelektrogeräte, Unterhaltungselektronik und den Waren des täglichen Bedarfs.

Nach einem Bericht der BNN vom 1. März 2012 wollte sich Karstadt bis Ende 2013 aus dem Bereich „Multimedia“ zurückziehen, d.h. alles rund um Computer, Fernseher und Musik. Flankierend dazu sollte das Warenangebot im Bereich „Fashion“ um etwa 20 Prozent reduziert werden.

Der neue Karstadt-Eigentümer prüft eine Rückkehr zu Multimedia [1].

Geschichte des Gebäudes

Zwischen 1912 und 1914 wurde in der Kaiserstraße 147/Ecke Lammstraße von Architekt Wilhelm Kreis im Auftrag der Geschwister Johanna und Max Knopf das Warenhaus Knopf in neoklassizistischem Stil gebaut.

Am 4. September 1938 übernahm die Friedrich Hoelscher KG im Zuge der Enteignung jüdischen Besitzes das Kaufhaus. Jüdinnen und Juden wurde der Besuch des Restaurants im Obergeschoss von nun an untersagt.

Am 24. August 1953 kaufte die Karstadt AG das Haus.

Da das Gebäude sowohl den ersten als auch zweiten Weltkrieg nahezu unzerstört überstanden hatte, galt es als eines der wenigen erhaltenen Beispiele der Kaufhausarchitektur im frühen 20. Jahrhundert. Deshalb wurde das Gebäude 1971 unter Denkmalschutz gestellt.

1976 wurde von Karstadt geplant, die Zähringerstraße zwischen Ritterstraße und Lammstraße durch Baumaßnahmen zu schließen. Dies scheiterte am Widerstand des Spielwarengeschäfts Doering in der Ritterstraße und an der Bauverwaltung trotz der zustimmenden Haltung des damaligen Oberbürgermeisters Otto Dullenkopf.

Die alte Fassade wurde 1981 für 2,8 Mio. DM renoviert.

1989 wurde nach knapp zehnjähriger Bauzeit das Gebäude auf dem Nachbargrundstück als Erweiterungsbau eröffnet. Anschließend wurde der Altbau saniert, wobei die Fassade in der Kaiserstraße bestehen blieb, das restliche Gebäude jedoch vollständig abgerissen wurde. Die Fassade in der Lammstraße wurde vollständig rekonstruiert. 1990 wurde die Zusammenführung des Altbaus mit dem Neubau vollzogen.

Ende 2005 wurde das Obergeschoss komplett umgebaut. Wo sich zuvor ein kleines Café und das Verkaufsumfeld für Bücher, DVDs und Musik-CDs befand, ist heute ein großes Buffetrestaurant der "Le Buffet"-Kette. Dort werden verschiedene Speisen, Kuchen, Obst und hausgemachtes Eis angeboten. Zusätzlich ist eine Spielecke für Kinder vorhanden.

Öffnungszeiten

Montag bis Samstag: 09:30 bis 20:00 Uhr

Adresse

Kaiserstraße 147-159
76133 Karlsruhe
Telefon: (07 21) 91 02 - 0
Telefax: (07 21) 91 02 - 3 00
(H)  nächste Haltestelle: Herrenstraße   

Karstadt Sport

Baustelle des "Karstadt Sport"

Am 1. September 2001 wurde im ehemaligen Hertie-Gebäude ein zweiter Karstadt in Karlsruhe eröffnet. Dieser firmierte als Karstadt am Zirkel. Im Jahr 2004 wurde der Karstadt am Zirkel wieder geschlossen und am 20. Oktober 2005 als Karstadt Sport eröffnet.

Karstadt nutzte das Gebäude danach jedoch nicht mehr alleine. Neben Karstadt Sport wurde ein dm-drogerie markt eröffnet. Ende November 2005 kam ein Computershop des Apple-Händlers Gravis hinzu. Im März 2006 hat das Kaufhaus Breuninger seine Verkaufsräume bezogen. Im Untergeschoss von Karstadt Sport befand sich anfangs ein Karstadt Schnäppchenmarkt. Zugang hatte man hierzu direkt über Karstadt Sport durch eine Rolltreppe. Seit dem Einzug von KiK Textil-Discont im Untergeschoss des Gebäudes im Jahr 2012 gibt es einen separaten Eingang.

Öffnungszeiten

Montag bis Samstag: 09:30 bis 20:00 Uhr

Adresse

Kaiserstraße 92
76133 Karlsruhe
Telefon: (07 21) 57 04 45 0
Telefax: (07 21) 57 04 45 5 41
(H)  nächste Haltestelle: Herrenstraße   

Wirtschaftliches

Fusion

1994 übernahm Karstadt die Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH. 1999 fusionierte die Karstadt AG mit Quelle, siehe hierzu auch Quelle GmbH. Die Warenhäuser von Karstadt wurden seitdem von der Karstadt Warenhaus AG betrieben, welche eine 100% Tochter der KarstadtQuelle AG und später der Arcandor AG war.

2006 wurde die Gesellschaftsform der Karstadt Warenhaus AG in die Karstadt Warenhaus GmbH geändert. In diesem Jahr wurden die Immobilien der Karstadt-Warenhäuser zunächst an das Highstreet-Konsortium, an dem der Handelskonzern selbst zu 49 % und der Whitehall Fonds zu 51 % beteiligt waren, verkauft und dann zurückgemietet [2]. 2008 verkaufte die KarstadtQuelle AG ihren 49-prozentigen Anteil an ein Konsortium, dem die Deutsche Bank-Tochter RREEF sowie die Firmen Borletti, Pirelli und Generali angehörten [3].

Die Warenhäuser in Karlsruhe gehören zu den umsatzstarken Häusern im Konzern und schreiben schwarze Zahlen, selbst in den turbulenten Zeiten des Konzerns.

Insolvenz und Rettung

Aufgrund etlicher Schwierigkeiten musste die Konzernmutter Arcandor AG am 9. Juni 2009 Insolvenz beantragen, weshalb die Karstadt Warenhaus GmbH mit dem Zusatz „i.I.“ geführt wurde, was für „in Insolvenz“ steht.

Am 7. Juni 2010 hatte der Gläubigerausschuss dem Verkauf der Karstadt Warenhaus GmbH an die Berggruen Holding zugestimmt. Die Holding übernahm alle bundesweit noch vorhandenen Warenhäuser zum 1. Oktober 2010. Das Insolvenzverfahren wurde vom zuständigen Amtsgericht Essen am 30. September 2010 aufgehoben.

Neuer Eigentümer

Im September 2013 wurde bekannt gegeben, dass Berggruen die Premium- und Sporthäuser zu je 75,1 % an die österreichische Signa Holding des Investors René Benko verkauft [4]. Am 15. August 2014 übernahm die Signa Holding die Warenhauskette komplett. Auch die restlichen Anteile der Berggruen Holding an der Karstadt Sports GmbH und der Karstadt Premium GmbH, zu der das KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg und das Oberpollinger in München gehören, gingen an die Signa Retail GmbH über. [5].

Immobilien in Karlsruhe

Im April 2015 wurde bekannt, dass die Aachener Grund für einen ihrer Immobilien-Spezialfonds die Karstadt-Immobilie in der Innenstadt von Karlsruhe vom Highstreet-Konsortium übernimmt. Mit Karstadt habe das Unternehmen einen neuen Mietvertrag bis ins Jahr 2035 vereinbart. In Karlsruhe ist die Aachener Grund bereits mit sieben Immobilien auf der Kaiserstraße vertreten [6]. Bereits im Jahr 2002 [7] wurde das ehemalige Hertie-Gebäude, in dem sich auch Karstadt Sport befindet, an den Bauunternehmer Josef Esch verkauft. Für diese Immobilie wurde ein geschlossener Immobilienfonds aufgelegt. Hinter dem Fonds steckt die Oppenheim-Esch-Managementgesellschaft. [8].

Weblinks

Fußnoten

  1. Bericht auf derhandel.de vom 19. Mai 2015 [1]
  2. Handelsblatt vom 27. März 2006 [2]
  3. Arcandor-Pressemitteilung vom 28. Juli 2008, aufrufbar über Archive.org [3]
  4. Handelsblatt vom 16. September 2013 [4]
  5. Spiegel Online vom 14. August 2014 [5]
  6. Bericht auf textilwirtschaft.de vom 13. April 2015 [6]
  7. Bericht bei welt.de vom 8. Oktober 2010 [7]
  8. Bericht bei tagesspiegel.de vom 22. Juni 2009 [8]