Elfmorgenbruch
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Der (manchmal auch das) Elfmorgenbruch ist ein etwa 39 ha großes Landschaftsschutzgebiet zwischen Rintheim und Durlach. Im Norden, wo noch ein Teil des Gewanns "Nachtweidwiesen" dazugehört, wird es begrenzt vom Industriegebiet Am Storrenacker, im Osten von der Pfinz, im Süden liegt der Wal-Mart und im Westen die Elfmorgenbruchstraße und das jenseits der Straße liegende Kleingartengelände. Der größte Teil des Elfmorgenbruchs gehört zu Rintheim. Den südöstlichen Teil durchschneidet die Bundesautobahn A5, die von der Autobahn abgetrennte Ecke im äußersten Südosten liegt auf Durlacher Gebiet.
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Gewässer
Der Elfmorgenbruch gehört zu den übrig gebliebenen Bruchniederungen der vor 4000 bis 5000 Jahren verlandeten Kinzig-Murg-Rinne. Er wird im Süden vom Pfinzspülkanal und im Norden vom Tiefentalgraben durchzogen. Beide Gräben werden von der Pfinz, die dazu mit einem Wehr aufgestaut wird, gespeist. Der Pfinzspülkanal ist ein geradliniger Kanal, dessen gleichmäßig trapezförmiges Profil ohne Gehölzbestand eine leichte maschinelle Pflege ermöglicht. Über diesen Kanal wird das Pfinzwasser zur Spülung der Karlsruher Kanalisation verwendet. Das Wasser wird über den Tiefentalgraben und den Pfinzspülkanal dem Landgraben zugeleitet, wo es in einer eigenen Rinne fließt.
Flora und Fauna
Im Elfmorgenbruch lassen sich verschiedene seltene Tier- und Pflanzenarten finden:
- Gebänderte Prachtlibelle (Mai bis September)
- Atomaria attila - seltene Käferart
- Sumpfschwertlilie (Blütezeit im Mai)
- Seggen
- Glanzgras
Aber der ehemalige natürliche Bruchwald ist in den letzten 50 Jahren durch verschiedene Maßnahmen deutlich verändert worden. So wurde zum Beispiel mit Pappeln und Erlen aufgeforstet, wobei die schnell wüchsigen Pappeln die Erlen in ihrer Entwicklung gehindert haben. Das verbreitete Brennnesselwachstum auch abseits der Wege deutet auf einen gestörten Wasserhaushalt hin.
Naherholung
Als Ausflugsziel ist der Elfmorgenbruch eher weniger zu empfehlen, da der Autolärm von der Elfmorgenbruchstraße ebenso wie von der Autobahn im ganzen Wäldchen störend zu hören ist. An den Rändern der wilden Parkplätze entlang der Elfmorgenbruchstraße liegt überall eine Menge Müll und Unrat.
Geschichte
Schon im 16. Jahrhundert diente ein Teil des heutigen Elfmorgenbruchs dem gezielten Entenfang. Markgraf Ernst Friedrich von Baden-Durlach hatte den sogenannten Entenkoy in den 1580er Jahren von seinem Vater Karl II von Baden-Durlach übernommen. Durlach stellte elf Morgen Wiesenland zur Verfügung, daher der Name "Elfmorgenbruch". Markgraf Friedrich VI. von Baden-Durlach ließ die alte Anlage völlig neu herrichten und stellte einen holländischen Entenfänger ein. Erst 1867 wurde der Entenfang eingestellt und das Koyhaus auf Abbruch versteigert. Nach diesem Entenkoy (= Entenfang) wurde auch der Koyweg, die südöstliche Verlängerung der Forststraße und eine der Zufahrten zum Kleingartengelände, benannt.
In den 1960er Jahren sollte der Elfmorgenbruch insgesamt einem Industriegebiet zum Opfer fallen. Die Rintheimer Bürgerinitiative "Hände weg vom Brüchle" engagierte sich erfolgreich für den Erhalt des Bruchwaldes.
Nordtangente
Im Norden des Elfmorgenbruchs wurde im Frühjahr 2007 der Autobahnanschluss Nord dem Verkehr übergeben. Von hier soll der Verkehr über die seit Jahrzehnten in Planung befindliche, sogenannte Nordtangente bis zu einer möglicherweise zweiten Rheinbrücke geleitet werden.
Siehe auch
Weingartener Moor, Auf der Hub, Gräben und Kanäle
Weblinks
- Die offizielle Webpräsenz der Stadt Karlsruhe zum Thema „Entenkoy 1“
- Die offizielle Webpräsenz der Stadt Karlsruhe zum Thema „Entenkoy 2“
- Broschüre zum Bruchwald (pdf)
del.icio.us
Mr.Wong
