Betriebshof Gerwigstraße

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Außenansicht: Tore zur Wartehalle

Der Betriebshof Gerwigstraße ist der neue Betriebshof der VBK in der Oststadt.

Funktion

Er entlastet den bisherigen Betriebshof Tullastraße und vermeidet jährlich 20.000 überflüssige Leerfahrten zum Betriebshof West, zum Albtalbahnhof sowie nach Ettlingen Stadt.

Daten und Fakten

  • Planfeststellungsbeschluss durch Regierungspräsidium Karlsruhe am 27. März 2003
  • Zuwendungsbescheid nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) vom 29. März 2006 in einer Höhe von 29,9 Millionen Euro
  • Zuwendungsfähige Gesamtkosten: 40,5 Millionen Euro zuzüglich Grunderwerbkosten von 8 Millionen Euro
  • Spatenstich 18. September 2006 auf 36.000 Quadratmeter großen Areal
  • Inbetriebnahme: 14. Dezember 2008
  • Abstellhalle: 2x6=12 Abstellgleise, entsprechend 2x24=48 Straßenbahnen; 195 Meter Länge, 48 Meter Breite, Höhe 9 Meter; Dach: als Solarzellendach angelegt
  • Endausbau: 72 Straßenbahnen auf dann 3x6=18 Gleisen
  • Kopfbau Nord an der Theodor-Rehbock-Straße: Funktion als Lärmschutz-Einhausung für Weichenanlagen im Einfahrtsbereich der Abstellhalle sowie als Standort für Elektrozentrale mit Trafostation zur Stromversorgung der Fahrleitungen und des Betriebshofes; 81 Meter Länge, 14 Meter Breite, 9 Meter Höhe
  • Wartungshalle mit Werkstattgebäude: 4 Gleise – Gleis 1 Waschgleis, Gleis 2 Wartung und Innenreinigung, Gleise 3 und 4 Wartung mit Wartungsgruben; gewartet werden können bis zu 4x2=8 Bahnen; Werkstatt in Wartungshalle integriert; Wartungshalle: 93 Meter Länge, 27 Meter Breite, 9 Meter Höhe; Werkstatt: 88 Meter Länge, 6 Meter Breite, 10 Meter Höhe
  • Betriebsgebäude: Aufenthaltsräume für Fahrer (EG), Fahrdiensteinteilung (EG), Hauptbetriebsleitstelle (1. OG) und Servicetelefon (2. OG); 33 Meter Länge, 10 Meter Breite, 11 Meter Höhe, 4 Geschosse
  • Alle Gebäude werden mit Fernwärme von den Stadtwerken Karlsruhe versorgt.
  • 5,2 Kilometer Gleise mit Fahrleitungen, 32 Elektro- und 15 Handweichen
  • Betriebshofsteuerung über 39 Signale, 47 Weichen und 46 Sperrkreise.
  • Zur Stromversorgung verfügt der Betriebshof über eine Trafostation. Die 20kV aus dem Mittelspannungsnetz werden in straßenbahntaugliche 750V Gleichspannung umgewandelt.
  • Eine Wasseraufbereitungsanlage vermindert den Anteil des Frischwassers in der Waschanlage auf 15%.
  • Das Betriebshofsmanagmentsystem teilt die Abstellpositionen der Bahnen ein.
  • Die Positionen der Bahnen werden mittels Transponder erkannt.
  • Über die elektropneumatische Steuerung können alle Tore innerhalb von acht Sekunden geöffnet werden.
  • Die Ausfahrttore wurden zur Einhaltung des Lichtraumprofiles schräg angeordnet. Zwischen Tor und Bahn ist Platz für eine Person.
  • Die Abstellanlage verfügt über eine Sprinkleranlage, die im Brandfall schlimmeres verhindern soll.
  • Aufgrund der möglicherweise verringerten Tragfähigkeit von Stahl im Brandfall wurden die Stahlträger mit Beton ausgegossen.

(Stand: 12. Dezember 2008)

Geschichte

Geplant war der Betriebshof bereits im Jahr 1998, aber erst 2006 wurde der Zuschuss in Höhe von 30 Millionen Euro vom Land zugesagt. Da allerdings der Zeitpunkt der Zahlung noch offen ist, müssen die VBK die Summe vorfinanzieren. Zudem wird nur ein Teil des geplanten Umfangs als 1. Bauabschnitt jetzt realisiert. Ein Teil des Projektes mit einer Erweiterung der jetzt gebauten Halle, dem teilweisen Umbau des bisherigen Betriebshofs, der Gleise in der Tullastraße und der Haltestelle Tullastraße musste auf einen späteren 2. Bauabschnitt verschoben werden.

Am 13. Juli 2007 konnte das Richtfest gefeiert werden. Die Einweihung war am 12. Dezember 2008 und die Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2008. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 50 Millionen Euro.

Am 10. Dezember 2014 wurde mit den Bauarbeiten zum Bau des dritten Hallenschiffs begonnen, die Anfang Dezember 2016 abgeschlossen waren. Der neue Bereich bietet Platz für weitere 24 Stadt- und Straßenbahnen, somit erhöht sich die Kapazität von 48 Bahnen (Stand 2008) auf 72 Bahnen. Diese Kapazitätserweiterung wurde dringend notwendig, weil die Verkehrsbetriebe Karlsruhe und die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) ihren Fuhrpark in den letzten Jahren deutlich aufgestockt haben und noch weiter aufstocken werden.[1] Die Kosten betrugen 8,5 Millionen Euro.

KVV-Leitstelle

Arbeitsplatz in der neuen Leitstelle
KVV Leitstelle mit Call-Center (oben)

Die angeschlossene neue KVV Leitstelle wurde am 5. Juli 2010 in Betrieb genommen und ersetzt die bisherige Leitstelle der VBK in der Tullastraße. Im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2010 sollen auch die Leitstellen der AVG in Ettlingen, Grötzingen, Gernsbach und Eppingen integriert werden.

In unmittelbarer Nähe der Leitstelle befindet sich seit der Eröffnung auch das Call-Center des KVV.

Bilder

Fußnoten

  1. Pressemitteilung vom 10.12.2014: Erster Spatenstich für drittes Hallenschiff und neue Haltestelle Tullastraße (abgerufen am 19.12.2014)