Orthodoxe Synagoge

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Gedenktafel

Die orthodoxe israelitische Religionsgemeinschaft hatte in der Karl-Friedrich-Straße 16 eine eigene Synagoge.

Geschichte

Aus der bestehenden jüdischen Gemeinde heraus bildete sich 1868 eine orthodoxe Gemeinde. Anlass für die Trennung waren unter anderem die Pläne für den Bau einer neuen Synagoge, welche das von Friedrich Weinbrenner erbaute Gebäude ersetzen sollte. Der geplante Neubau war den orthodoxen Juden in der Gemeinde zu modern und zu wenig den eigenen Vorstellungen entsprechend.

Die neue Gemeinde nutzte nach und nach verschiedene Räumlichkeiten als Gebetssaal, zuletzt in der Ritterstraße 2. Ende 1879 fiel dann die Entscheidung, auf einem der Stadt abgekauften Grundstück die Synagoge nach traditionellen Vorgaben zu errichten.

Gustav Ziegler entwarf ein Gebäude im zeitgenössischen Neorenaissance-Stil, welches im Innern voll und ganz den Bedürfnissen der Gemeinde entsprach. Es stand, den orthodoxen Vorgaben entsprechend, im Hinterhof eines Gebäudekomplexes, welches auch das Badhaus und das Gemeindezentrum beinhaltete. Glasmaler Drinneberg sorgte für die künstlerische Gestaltung der Fenster. Am 21. September 1881 wurde die Synagoge eingeweiht.

Im Jahr 1913 erfolgte eine umfangreiche Renovierung, während derer die Gemeinde in der Landesgewerbehalle provisorische Unterkunft erhielt.

In der Reichspogromnacht 1938 wurde die Synagoge von Innen in Brand gesteckt und brannte fast völlig aus. Eine Weiternutzung war nicht mehr möglich, die Gemeindemitglieder mussten das Gebäude abreißen. Die Nutzung des Badhauses und des Gemeindehauses blieb zunächst noch gestattet.

Ehemalige Lage

Dieser Ort im Stadtplan:

Weblinks