Hubertus Waldteufel

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Hubertus Waldteufel (* 24. April 1879 in Karlsruhe; † 4. Oktober 1957), eigentlich Emil Dietz, war ein Heimatdichter und Fußballer.

Leben und Wirken

Emil Dietz wurde als Sohn von Anton und Anna Dietz (geb. Steinle) geboren, sein Bruder hieß Ferdinand. In Karlsruhe besuchte Emil das Helmholtz-Gymnasium. Fußball war in jungen Jahren seine Leidenschaft, er lernte das bisher in Deutschland noch recht unbekannte Spiel auf dem Engländerplatz, später spielte er erfolgreich in Vereinen mit[1].

Nach seinem Studium begann er bei der Karlsruher Lebensversicherung, erst als Büroassistent, später war er Versicherungsdirektor. Am 3. Oktober 1912 heiratete er in Hamburg Anna Elisa Nesh, dort wohnten sie auch eine Zeit lang, Kinder hatte das Paar keine.

1933 verließ er die Karlsruher Lebensversicherung, die Gründe dafür sind unbekannt. Mit 54 Jahren zog sich das Ehepaar in das Albtaljagdhaus nach Loffenau zurück. Dort wohnten sie bis etwa 1940, sehr einsam im Wald. Sie lebten von einer kleinen Rente. Hier begann er zu schreiben und zu wandern. Unter seinem Pseudonym komponierte er Lieder, schrieb Texte und Gedichte. Zum Teil wurden sie auf Postkarten abgedruckt bzw. in einer Liedersammlung „Echo vom Walde“ zusammengefasst. Die Lieder „Ich grüße dich mein Schwarzwaldtal“ und „Oh Heimat, ich will wandern“ erschienen sogar auf einer Schallplatte, dabei wurde er vom Hellberg-Duo auf dem Klavier begleitet, das durch seine TV-Auftritte bei Peter Frankenfeld bekannt war.

1940 zogen beide nach Zieflensberg (Bad Herrenalb) bei der Familie Steudinger in ein Nebenhaus. Im Schwarzwaldverein war er aktives Mitglied und wirkte als Wander- und Fremdenführer.

Ein Schicksalstag für das Ehepaar war der 12. April 1945: Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs war Emil Dietz in Herrenalb, um zu sehen, wo sich die Alliierten befanden, seine Frau war alleine zu Hause. Franzosen erschienen und wollten von Anna Dietz wissen, wo sich Nazigrößen versteckt hatten, was sie aber nicht wusste. Die Soldaten glaubten ihr das nicht und richteten Gewehre auf sie, die aber nur mit Platzpatronen gefüllt waren. Trotzdem erschrak sie so, dass sie seitdem vom Hals ab gelähmt war. Dies änderte sich auch nicht mehr bis zu ihrem Tod am 31. August 1957. Sie wurde von ihrem Mann gepflegt, die letzten Jahre verbrachten beide in einer Wohnung neben dem Rathaus von Herrenalb. Er nannte seine Frau liebevoll „Hexle“.

Hubertus Waldteufel war bei der Bevölkerung beliebt, bei festlichen Anlässen trug er seine Gedichte und Texte vor, versehen mit seinem Humor.

Am 3. September 1957 wurde Anna Dietz beerdigt, fast genau einen Monat später starb auch ihr Mann. Im Sterbebuch der Stadt Bad Herrenalb steht: „Gestorben in völliger Auszehrung durch bösartige Geschwulst“. Beide sind auf dem dortigen Waldfriedhof begraben, das Grab wird von den Familien Steudinger/König betreut, den langjährigen Vermietern. In das hölzerne Grabmal ist ein Rucksack und ein Wanderstock geschnitzt, sowie der Schriftzug „Waldteufel und Hexle”, sonst hat es keinerlei Beschriftung. Es wurde von Dietz’ Wanderfreund, dem Zimmermann Hans Bender, gestaltet.

Ehrungen

  • Gaststätte „Waldteufel” in Bad Herrenalb
  • „Waldteufelweg”, Straße im Oberen Gaistal
  • Am Teufelsmühlturm ist sein Konterfei angebracht, vermutlich von ihm selbst.

Quellen

  • Heinz Volz: „Heimatdichter und Wanderfreund – Erinnerung an Emil Dietz alias Hubertus Waldteufel / Schicksalstag am Kriegsende 1945” sowie „Emil Dietz in Herrenalb begraben”, BNN Rastatt vom 7. August 2009, Seite 24
  • Bad Herrenalber Gästemagazin, Ausgabe 16/2008 Seite 6 und 7, dort sind auch Schallplatten und Bilder abgebildet, zudem werden Personen gesucht, die weitere Informationen über Hubertus Waldteufel haben; sie werden gebeten sich zu melden, Telefon: (0 70 83) 527 406.

Fußnoten

  1. Siehe Diskussionsseite.