Alleehaus Karlsruhe

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Das ehemalige Alleehaus in Karlsruhe

Das Alleehaus Karlsruhe (auch als Wirtschaft Silberburg bekannt) war ein villenartiges Anwesen mit zeitweise gastronomischer Nutzung. Es stand an der damaligen Karlsruher Allee (heute Durlacher Allee), Nähe Weinweg auf Durlacher Gemarkung. Heute befindet sich dort der Parkplatz von XXXL Mann Mobilia.

Geschichte

  • 1810 Der Baumeister Friedrich Arnold errichtet im Auftrag von Christian Wagners an der Karlsruher Straße (heute Durlacher Allee) die Gastwirtschaft „Zur guten Herberge“.
  • 1811 wird die Wirtschaft am Pfingstmontag des Jahres offiziell eröffnet. Es wird schon damals im Volksmund "Alleehaus" genannt. Neben regelmäßigen Musik- und Tanzveranstaltungen gehören Lotterie und Preiskegeln zum Angebot des Etablissements.
  • 1818 kauft Geheimrat Carl August Ferdinand Freiherr von Wechmar, Chef des neu etablierten Kreisdirektoriums in Durlach, das Anwesen bei einer Verlosung und verpachtet dies in den nachfolgenden 20 Jahren.
  • 1829 Inserat des Pächters Windholz im Durlacher Tagblatt: "Sonntag den 19. July wird daselbst ein Entenschiessen und Tanzmusik für gebildete Leute stattfinden, wozu höflichst einladet H. Windholz"
  • 1831 Ein medizinisches Gutachten des Jahres befindet das aus einem Pumpbrunnen am Haus gewonnene Wasser als zum Trinken und Baden geeignet. Der Medizinalrat empfiehlt, morgens bis zu 12 Gläser des Wassers, das viel "kohlensaueres Eisen" enthalten soll, zu trinken.
  • 1836 Eröffnung eines Stahlbades im Alleehaus
  • 1837 Von Wechmar schenkt das Anwesen seinem Sohn, einem Dragonerleutnant des großherzoglich-badischen Dragonerregiments, Friedrich Freiherr von Wechmar.
  • 1839 Aus Geldnot verkauft Von Wechmar das Alleehaus für 11.160 Gulden an den Mannheimer Handelsmann Johann Adam Blind, den Vater des späteren badischen Revolutionärs Karl Blind. Die „Silberburg“ besteht zu diesem Zeitpunkt aus einem Hauptgebäude mit Portal und Tanzsaal sowie zwei hinter dem Haus angebrachten Steegenhäusern. Zum Grundstück gehören außerdem Garten, Wiesen und Felder. Unter Blind wurde das Haus noch als Badeanstalt genutzt. Der Betrieb der Gastwirtschaft wird jedoch bald darauf eingestellt. Die Gründe liegen zum einen in der allgemeinen schlechten wirtschaftlichen Lage, zum anderen im Bau der Eisenbahn und des dadurch geringeren Verkehrs auf der Allee. Das „Alleehaus“ verkommt zu einer „Einkehr der niederen Stände“, wie es zeitgenössisch heißt.
  • 1843 erwirbt der Schmied Andreas Schenkel das auf dem Alleehaus ruhende Realwirtschaftsrecht für sein eigenes Haus hinter der Stadtkirche Durlach, der späteren Brauerei-Wirtschaft "Zum Weinberg" in der Kirchstraße 14 (heute: Am Zwinger 3). Damit endet auch offiziell die gastronomische Nutzung der Silberburg.
  • 1852 Im Alleehaus wird die erste Badische Zündholzfabrik, die spätere Maschinenfabrik Sebold eingerichtet. Nun werden dort „Zündhölzchen“ für den Verkauf hergestellt.
  • 18.8.1866 Im Gebäude gibt es einen Brand, der es in Mitleidenschaft zieht.
  • 1868 kauft die Stadt das inzwischen leer stehende Alleehaus für 5.600 fl und läßt es auf Abbruch versteigern, was dann auch im gleichen Jahr erfolgt.

Das Durlacher Wochenblatt schreibt 1868: "Die Spaziergänger werden lange Zeit die Entfernung der Gebäude, bisher eine willkommene Unterbrechung der monotonen Allee, eine äussere Zierde der Strasse geht verloren. Es wird gesagt, dass in den letzten Jahren die Bevölkerung des Alleehauses zum Teil aus Familien bestand, welche die Väter der Residenz dort auf Kosten der Gemeinde einmieteten, zu diesen lieferte Durlach auch solche, welche in der Stadt kein Unterkommen fanden. War die Masse der Alleehausinsassen in der letzten Zeit für die vorüberziehenden eine quälende, lösegeldfordernde Erscheinung, so musste das benachbarte Feld und Wald die Erträgnisse teilweise in die Hände liefern, welche nicht säten und nicht pflanzten, aber doch ernteten."

Adresse

Durlacher Allee 109
76137 Karlsruhe

Dieser Ort im Stadtplan:

(H)  nächste Haltestelle: Weinweg   

Weblinks