Ludwig Marx
Ludwig Marx (geb. 2. August 1891 in Sandhausen; gest. 10. Dezember 1964 in Karlsruhe) war Pädagoge und Schriftsteller.
Leben und Wirken
Geboren wurde er als einziger Sohn und jüngstes Kind des Zigarrenfabrikanten Lehmann Marx und dessen Frau Mina. Nach dem Unfalltod des Vaters zog die Familie 1893 nach Heidelberg. Dort verbrachte Marx seine gesamte Schulzeit. Nach dem Abitur 1910 studierte Marx in Heidelberg Englisch und Französisch. Seine Promotion erfolgte 1915 über Claude Tiller.
Im selben Jahr meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst. Aus gesundheitlichen Gründen wurde Marx nicht an der Front eingesetzt. Den verstärkten Antisemitismus infolge der deutschen Kriegsniederlage verarbeitete er in seinem ersten Gedicht „Der Jude“.
Erste berufliche Station wurde eine Lehrerstelle in Mannheim, von wo er sich nach kurzer Zeit versetzen ließ. An seiner zweiten Stelle in Tauberbischofsheim lertne er seine spätere Ehefrau, die Sängerin Regina Müller kennen, die er 1923 heiratete. Aus der Ehe ging im Jahr darauf ein Sohn hervor.
1920 erfolgte die Beförderung zum Direktor am Pro-Gymnasium in St. Georgen. Dort begann er, Zeitungsartikel zu verfassen und im Radio Lesungen zu literarischen Themen zu halten. In dieser Zeit war Marx auch Mitbegründer des Volksbildungswerks.
1927 wurde er ans Bruchsaler Gymnasium versetzt. In Bruchsal setzte er seine literarische Tätigkeit ebenso fort wie seine Auftritte im Radio. Zeitgleich verfasste er pädagogische Schriften, beispielsweise „Wie ist die Aussprache des Französischen zu lehren?“ oder „Wie helfe ich meinem Kinde bei den Hausaufgaben?“ Auch selbstverfasste Gedichte wurden teilweise veröffentlicht.
Mit dem „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“, erlassen durch die Nationalsozialisten wurde Marx trotz Einspruchs seines Vorgesetzten am 7. April 1933 aufgeben. Er zog mit seiner Familie nach Karlsruhe, wo der Antisemitismus zunächst weniger spürbar war und er im Unterschied zu Bruchsal unbekannt war. Um finanziell überleben zu können, gab er am jüdischen Lehrhaus Sprachkurse und Goethe-Vorlesungen. Er fand 1936 auch eine Anstellung an der neu gegründeten jüdischen Schule.
Am 10. November 1938 wurde Marx verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau verschleppt. Seine Erlebnisse dort schrieb er nach Ende der NS-Herrschaft nieder. Drei Wochen später wurde er entlassen. Im März 1939 gelang dem Ehepaar Marx die Flucht nach England, wo der Sohn bereits lebte.
1950 kehrte Ludwig Marx nach St. Georgen zurück. Eine Anstellung als Lehrer wurde ihm jedoch verweigert. Er konnte jedoch im Südwestfunk auftreten und wurde Leiter des Volksbildungswerks.
In späteren Jahren war Marx zunehmend an den Nieren erkrankt. Er starb 1964 und wurde in Karlsruhe auf dem Jüdischen Friedhof beigesetzt.[1]