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K 3721

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Die Kreisstraße K 3721 ist eine der wichtigsten Landstraßen im nördlichen Landkreis Rastatt und verbindet den Durmersheimer Kiez Bickesheim mit Au am Rhein, während dazwischen der Durmersheimer Ortsteil Würmersheim liegt.

Verlauf

Die K 3721 beginnt in Durmersheim an der Kreuzung 'Hauptstraße/Pilgerstraße', überwindet den Gestadebruch (unter Einheimischen auch 'Biggser Buckel' genannt), um nach etwa 50m den Federbach zu überqueren.

Sie tangiert den Durmersheimer Bauhof, das Federbachstadion und ein Flüchtlingsheim, um die 'Weißenburger Straße' aufzunehmen.

Sie führt weiter nach Westen, um etwa 500 m später die Einmündung zum Gewerbegebiet Nordwest aufzunehmen. Weitere 400m später folgt ein Kreisverkehr und eine Abzweigung zum Tiefgestade III. Vor 2005 war die Landstraße durchgehend und bis zur Kreuzung zur 'Auer Straße' auf Tempo 70, heutzutage ist dort nur noch 50 km/h erlaubt.

Die K 3721, Teilstück bei Würmersheim.

Ab der Kreuzung zu Würmersheim und dem Würmersheimer Gewerbegebiet führt sie etwa 500m geradeaus weiter durch Würmersheim, laut StVO innerort, doch ist die Straße getrennt von der Wohnbebauung.

Ab Ortsende dauert es noch 200m, bis sie erst eine Rechts-, dann eine Linkskurve macht. An dieser Stelle überquert sie auch den Gießengraben. Dieser bildet gleichzeitig die Grenze zu Au am Rhein.

Es folgt nach etwa 500m ein Abzweig zum Auer Gewerbegebiet Ost, um dann in einer seichten Linkskurve weiterzuführen und Au am Rhein zu erreichen. Dort endet die K 3721 an der Auer Kirche.

Geschichte

Mittelalter

Urkundlich erwähnt wurde diese Straße, die damals natürlich noch nicht den heutigen Namen K 3721 trug, in alten Kirchenbüchern des Bickesheimer Kloster und Bistum Speyer. Im Mittelalter wurde diese Strecke von vielen Pilgern genutzt, die von der Pfalz oder dem Elsass über die Rheinfurt zwischen Neuburg (Rhein) und Neuburgweier bzw. Au am Rhein zum Bickesheimer Kloster pilgern wollten.

Hinweise finden sich noch heute in den Durmersheimer Straßennamen 'Pilgerstraße', 'Speyrer Straße' und 'Grenzstraße'

Kaiserreich

In der Kaiserzeit wurde die Landstraße ausgebaut und der heutige Verlauf annähernd bestimmt. Sie spielte eine wichtige Rolle im Deutsch-Französischen Krieg und im 1.Weltkrieg. Deutsche Infanteristen und Panzergrenadiere nutzten diese Straße als Nachschubroute zur Versorgung der Truppen am Rhein. Gegen 1905 wurde diese Straße asphaltiert.

Weimarer Republik

Nach dem verlorenen 1.Weltkrieg fiel auch die K 3721 in den Bereich der entmilitarisierten Zone. Das heißt, es durften dort keine Rüstungsgüter produziert oder transportiert werden. Die wirtschaftliche Depression 1929 machte sich auch in Durmersheim und Au am Rhein bemerkbar. Der Gütertransport fiel auf ein Rekordminimum, außerdem fehlte das Geld zur Ausbesserung und Instandhaltung der Straße. In der Folge wurde der Belag sehr schlecht.

Drittes Reich

In der Nazizeit wurden Reichsarbeitsdienste herangezogen, die neben einigen anderen Projekten in Durmersheim wie z.B. die Erschließung des Gebietes östlich der Speyrer Straße oder die Verbreiterung des Federbachs beinhaltete, auch eine Sanierung der wichtigen K 3721 beinhaltete.

Ein unrühmliches Kapitel dieser Zeit ist die Deportation der Auer Juden, welche über diese Route an den Bahnhof Durmersheim erfolgte.

Nachkriegszeit

Die Zonengrenze zwischen dem von Frankreich besetzten Teil und dem amerikanisch besetzten Teil Deutschlands verlief zwischen Rheinstetten und Durmersheim bzw. Au am Rhein. An der heutigen B36 gab es Transitposten und Kontrollen durch Besatzungstruppen. Dies wurde von der hiesigen Bevölkerung teilweise umgangen, indem die K 3721 zu einer wichtigen Schmuggelroute wurde. Waren wurden durch den Mörscher Wald oder den Kunzenwald nach Würmersheim gebracht und über die K 3721 abtransportiert.

Wirtschaftswunder der 1970er

Bedingt durch den Aufschwung der Wirtschaft wurden in Durmersheim, Würmersheim und Au am Rhein einige Gewerbegebiete erschlossen. Hierbei spielte die K 3721 eine Schlüsselrolle: an ihr liegen – wie an einer Perlenschnur – das Gewerbegebiet Nordwest (Durmersheim), Gewerbegebiet Würmersheim und Gewerbegebiet Ost (Au am Rhein).

Die Lage an dieser Straße und die für damalige Verhältnisse relativ günstigen Grundstückspreise im Vergleich zu Karlsruhe oder Ettlingen lockte damals viel Gewerbe und Industrie an, wovon die Anrainer bis heute profitieren.

2000er Jahre

Im Jahre 2005 kam mit dem Tiefgestade III in Würmersheim ein Wohngebiet hinzu, welches direkt an der K 3721 liegt und auch nur über diese zu erreichen ist.