Benutzer:Beate/Geschichte der Gymnasien in Durlach

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Erstes Gebäude

Erstes Gymnasium

Das erste Durlacher Gymnasium, das Gymnasium illustre, wurde 1583 auf dem Papier gegründet für die drei Söhne des Markgrafen Karl II. von Baden-Durlach und von Johannes Schoch erbaut. Aber erst 1586 ging es in Betrieb. Der Name bedeutete „Fürstenschule”, es war eine zentrale Bildungseinrichtung, aber keine reine Kaderschmiede. Der Einzugsbereich war für das gesammte Land außer Baden-Baden. Da Baden keine Universität hatte, war auch eine zweijährige Hochschule angeschlossen.

Es gab ein Auditorium für mindestens 60 Leute. Das Gebäude hatte einen kleinen Vorbau in Form eines Polygons mit einer Turmspitze.

Beim großen Brand von 1689 wurde das Gebäude beschädigt und der Standort geriet in Vergangenheit. Das Gelände blieb aber in Staatsbesitz, in der Hoffnung, die Schule wieder aufzubauen. Aber die Pläne scheiterten wegen des Erbfolgekrieges und aus dem Gelände wurden Gärten.

Durlach, Merian-Stich von 1643
Grabungen am Saumarkt
Blaue Tafel am Gebäude Am Zwinger 7

Der genaue Ort des Gymnasiums war lange Zeit nicht bekannt: Auf dem Stich von Merian ist nur eine grobe Lage zwischen Stadtkirche und Basler Tor zu erkennen. Mittlerweile ist er aber bekannt. Auf Planzeichnungen für ein neues Gebäude 1749 waren die Fundamente der damaligen Schule eingezeichnet, auch das Polygon war vorhanden. Anhand dieses Planes war man sich sicher, dass das Gebäude auf und neben dem Saumarkt stand, heute stehen dort die Häuser Am Zwinger 7 bis 11.

Bei Grabungen auf dem Saumarkt 1986 wurde dies bestätigt.

Provisorium 1

1697 wurde der Unterricht wieder aufgenommen in einem Haus an der Stadtmauer/Ochsentor am „Mauerloch” beim Schlachthaus, das von den Flammen verschont blieb. Im Fundbuch von 1706 gab es dort drei Behausungen. Sehr wahrscheinlich handelt es sich dabei um das Haus neben der Funzel.

Dieses Gebäude wurde 1699 aufgegeben.

Provisorium 2

Das nächste Provisorium hielt 82 Jahre. Es befand sich in der Ochsentorstraße 2.

1699 erfolgte der Kauf für ein Schulgebäude. Ein Förster hatte in Billigbauweise (Fachwerk) zwei Stockwerke auf den vorhandenen Grund gestellt. Dieses verkaufte er für den fünffachen Preis. 1706 gab es ein gedrucktes Programm, das Gymnasium wollte eine Universität sein.

Gymnasium illustre in Karlsruhe, zwischen 1724 und 1807

1724 zog das „Gymnasium illustre” nach Karlsruhe in die neue Residenzstadt, es gab massiven Protest. Unter- und Mittelschule blieben in Durlach und bildeten das Pädagogium.

Provisorium 3

Ab 1781 war das Pädagogium in der Pfinztalstraße (heutiges Sparkassengebäude) untergebracht.

Provisorium 4

Ein Neubau genau gegenüber wurde errichtet. 1874 wurden die Verträge gemacht, die Bauplanung lag bei Prof. Lang vom Polytechnikum. 1876 wurden die dortige fürstlichen Kellerei (Zehntlager, Steuerverwaltung) abgerissen und 1878 das Gebäude, die heutige Friedrich-Realschule, eingeweiht, zusammen mit dem Kriegerdenkmal Durlach davor. Großherzog Friedrich war dabei anwesend.

Hier war auch die Volksschule aus dem Amthaus untergebracht. Das alte Pädagogium gegenüber wurde bis zum Abriss in den 1950er/60er Jahren (für den Sparkassenneubau) als Wohn- und Geschäftshaus genutzt.

Provisorium 5

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Letztes „Provisorium“ 6

1904 wurde ein neuer Standort für das Gymnasium gesucht und in einem Teil des Schlossgarten Durlach gefunden. Bei den Bauplänen der Architekten Wellbrock und Schäfer wurde eine Aula diesmal berücksichtigt, zwischen 1905 und 1907 wurde gebaut. Das Deckengemälde stammt von einem Lehrer der Schule.

1941 wurde der Bau in Brand gesteckt. Das heutige obere Stockwerk ist daher ein in der Not geborenes Flickwerk. Seit 1954 heißt die Schule Markgrafen-Gymnasium.

Quelle

Die Angaben basieren auf einem Vortrag von Dr. Peter Güß am 7.4.2009: „Vom Gymnasium Illustre zum Markgrafen-Gymnasium - Sechs Stationen in sechs Jahrhunderten” in der Karlsburg.

weitere Literatur

  • K. F. Vierordt: „Geschichte der im Jahre 1586 zu Durlach eröffneten und 1724 nach Karlsruhe verpflanzten Mittelschule”

Weblinks