Stationsgebäude des Kasernenbahnhofs

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Das Stationsgebäude des Kasernenbahnhofs in Karlsruhe ist ein ehemaliges Empfangsgebäude der Hardtbahn und steht in der Moltkestraße 31a.

Das ehemalige Stationsgebäude in der Moltkestraße (2008)
Detail Nordfassade: Brettschnitzerei im Schweizerhausstil
Südfassade Stationsgebäude Moltkestraße 31a (2018)
Westfassade Stationsgebäude Moltkestraße 31a (2018)

Baugeschichte

Das zweigeschossige Stationsgebäude diente als Empfangsgebäude und wurde im "Schweizerhausstil" gebaut, wie es um 1865 für die badische Staatsbahn typisch war. Es wurde in der Zeit nach dem Krieg 1870/71 ganz im Stil der Eisenbahnbauten Friedrich Eisenlohrs errichtet.[1] Eisenlohr war neben seinem Lehrer Heinrich Hübsch der führende badische Architekt der 1830er bis 1850er Jahre, auch bedeutender Professor am Polytechnikum. Er errichtete Ende der 1830er und in den 1840er Jahren alle Hochbauten der ersten badischen Eisenbahnlinie von Mannheim bis Freiburg: Bahnhöfe, Lokschuppen, Bahnwärterhäuschen uvm. Für diese neuen Bauaufgaben schuf er verbindliche Typen, die für die entstehende eigene Bauverwaltung der Badischen Staatseisenbahnen lange verbindlich blieben. Das Empfangsgebäude entspricht diesem Stil, den Eisenlohr maßgeblich geprägt hat.[2]

Heute handelt es sich um den einzigen erhaltenen Vertreter dieses Standardtyps im Regierungsbezirk Karlsruhe; ihm kommt damit neben dem wissenschaftlichen Wert ein besonderer Seltenheitswert zu. Ursprünglich stand es am Endpunkt der Stichbahn, die im Bereich der heutigen Hildapromenade von der Maxaubahn bzw. der alten Mannheimer Bahn abzweigte. „Auf Grund seiner Funktion besitzt dieses frühe Bahngebäude eine besondere stadt- und verkehrsgeschichtliche Bedeutung. Die Bahnlinie bzw. der Endbahnhof dienten vor allem auch zur Erschließung der Kadettenbadeanstalt, die in unmittelbarer Nähe lag, wobei hier bis 1918 planmäßige Militär-Personenzüge sogar direkt von Mannheim aus eingesetzt wurden.“[3]

Es handelt sich um einen traufständigen Massivbau mit überstehendem, flach geneigten Satteldach mit charakteristischen Ziergespärren, der insgesamt die zeittypischen ästhetischen Gestaltungselemente des "Schweizerhausstils" zeigt. Im Obergeschoss befindet sich ein umlaufendes Sohlbankgesims, in den Giebeln – auch im Risalit – präsentieren sich große repräsentative Okuli, die Fenster im Erdgeschoss besitzen Stichbogenfenster mit mächtig hervortretenden gemauerten Stürzen.

Das Stationsgebäude ist ein Kulturdenkmal gemäß § 2 Denkmalschutzgesetz von Baden-Württemberg. An seiner Erhaltung besteht aus wissenschaftlichen, künstlerischen und heimatgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse.

Nutzungsgeschichte

Bis 1913 wurde das Haus als Empfangsgebäude bzw. Stationsgebäude genutzt und fungierte auch als Bahnhof der nahengelegenen Kadettenanstalt, der heutigen Oberfinanzdirektion.

Von 1973 bis 2008 befand sich dort das Kinderhaus Kunterbunt; seit 2008 steht es leer.

Lage

Dieser Ort im Stadtplan:

(H)  nächste Haltestelle: Kunstakademie   (An der Kreuzung der Erzbergerstraße)

Weblinks

Fußnoten

  1. [http://www.diehugs.de/Hochbauten/hochbauten.html
  2. Vgl. Friedrich Eisenlohr: Sammlung von Hochbauten der Großherzoglich Badischen Eisenbahn, enthaltend Bahnhöfe, Stationen und Bahnwartshäuser, Ansichten, Schnitte und Grundrisse. Bd. 1-3. Karlsruhe 1865-1873
  3. Stationsgebäude der Rheinbahn in der Datenbank der Kulturdenkmale