Johanniskirche

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Johanniskirche, Blick vom Werderplatz
Johanniskirche, Blick vom Werderplatz
Johanniskirche, Blick von Marienstraße
Johanniskirche, Blick von Marienstraße

Die Johanniskirche ist die Kirche der evangelischen Südstadtgemeinde Johannis-Paulus am Werderplatz.

Ausstattung

Von der Ausstattung aus der Zeit des Kirchenbaus ist wenig erhalten. Vieles war auch erst in den Jahrzehnten danach hinzugefügt worden.

In der Apsis befindet sich ein 1968 von Karl Helmut Wagner entworfenes Tetragramm sowie Darstellungen der sieben Flammen des Heiligen Geistes. Ergänzt wurde dies von Bernd Brach im Jahr 2001 durch die Inschrift

„Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde / Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein“.

Gustav Heinkel schuf nach Ende des Ersten Weltkriegs ein Gefallenendenkmal, das Christus schreitend über ein Gräberfeld zeigte. Einzig der Kopf dieses Denkmals blieb erhalten und befindet sich heute in der Sakristei.

1927 schuf Dr. Greiner ein Altarkreuz aus Holz, welches heute in einer Seitennische steht. Etwa aus der gleichen Zeit, nämlich aus dem Jahr 1933, ist der Taufstein, welcher Darstellungen der vier Evangelisten enthält. Er ist ein Geschenk der Paulusgemeinde anlässlich deren 30-jährigem Jubiläum. Geschaffen wurde er von Heinrich Ehehalt.

Ein einziges der nach dem Zweiten Weltkrieg neu eingesetzten Glasfenster zeigt eine figürliche Darstellung: Die alttestamentarische Verheißung an Abraham. Dieses Fenster ist ein Geschenk der katholischen Pfarrgemeinde Unserer Lieben Frau als Dank für vorübergehende Überlassung der Johanniskirche und des Pfarrzentrums während der Renovierung der Liebfrauenkirche.

Gerhard Knodl fertigte im Jahr 2000 für die Rückwand einer Seitenkapelle ein Wandbild aus Einzeltafeln, welches auf 1 Kön 8,12 Bezug nimmt: „Der HERR hat gesagt, dass er wohnen will im Wolkendunkel“. Dementsprechend ist die Gestaltung in der Mitte dunkel und hellt nach Außen weiter auf.


Geschichte

Mit Banner der Vesperkirche

Eine Pfarrei wurde bereits 1863 eingerichtet. Der Plan, zeitnah eine Kirche für die neue Pfarrei zu errichten, konnte aufgrund politischer Zusammenhänge zunächst nicht verwirklicht werden. Sie variierten auch immer wieder zwischen imposantem Gotteshaus (zeitweise war eine Doppelturmkonstruktion im Gespräch) und einem schlichten Gebetssaal.

Nachdem sich staatliche Stellen in die Angelegenheit einmischten, kamen die Planungen voran und am 28. April 1887 wurde die Grundsteinlegung für den ersten Karlsruher Kirchenbau seit der Weinbrennerzeit gefeiert. In Anwesenheit des großherzoglichen Ehepaars wurde diese mit derselben Kelle und demselben Hammer durchgeführt, die beim Bau der Evangelischen Stadtkirche verwendet worden waren.

Baurat Ludwig Diemer hatte die Kirche als dreischiffige, zweitürmige neuromanische Basilika entworfen. Der zweite Turm wurde jedoch aus Kostengründen nicht realisiert. Am 11. April 1889 erfolgte die Weihe des neuen Gebäudes. Die Glocken waren, wie auch der Großteil des Inventars, Stiftungen der großherzoglichen Familie. Allerdings waren sie ihrerseits ein Geschenk des Bochumer Vereins für Gussstahlglocken an Erbgroßherzog Friedrich von Baden anlässlich seiner Hochzeit mit Hilda von Nassau. Sie überdauerten alle Kriege, da ihr Material nicht für Kriegszwecke genutzt werden konnte.

Über dem Portal waren mit Martin Luther, Huldrych Zwingli und Johannes Calvin die Standbilder dreier bedeutender Reformatoren angebracht. Sie standen gleichermaßen für die unterschiedlichen Strömungen der Reformation, als auch für die 1821 durchgeführte Unrion von Lutheranern und Reformierten.

Einen Namen hatte die neue Kirche zunächst nicht. Erst 1897 entschied man sich für den Namen „Johanniskirche“.

1944 wurde die Kirche bei einem Luftangriff weitgehend zerstört. Lediglich Turm und Fassadenteile blieben stehen. Der Wiederaufbau begann 1949 und wurde von Hans-Detlev Rösiger verantwortet. Er baute die Kirche im Stil vergleichbarer Entwürfe der 1930er Jahre wieder auf: Die Dreischiffigkeit wurde aufgegeben, stattdessen entstand ein großer Einzelraum, mit kleinen Arkaden an den Seiten. Auch das Umfeld wurde neu gestaltet. So wurden durch Neuschaffung von Toren und kleinen Plätzen rund um die Kirche und das Gemeindehaus neue Möglichkeiten für kleinere Veranstaltungen geschaffen.

Die Änderungen in der Zeit danach betrafen überwiegend die Ausstattung, oder, wie 1959, die Beseitigung von Unwetterschäden. Vom Tausch der Orgel im Jahr 1994 abgesehen, gab es bis zur Entfernung der Kirchenbänke im Jahr 2013 nur künstlerische Veränderungen. Die Kirchenbänke wurden – soweit sie nicht an den Wänden der Kirche Platz fanden – vorgenommen, um die Einrichtung der Vesperkirche zu ermöglichen. Im Gottesdienst können seither mobile Stühle je nach Bedarfe angeordnet werden. Der Holzdielenboden, auf dem die Kirchenbänke standen, blieb allerdings in erneuerter Form erhalten.

Adresse

Werderstraße 52
76137 Karlsruhe
Telefon (0721) 38 71 74
Telefax (0721) 9 33 97 49
E-Mail: johannis-paulus-ka(at)t-online.de

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