Simon Heneca

Aus dem Stadtwiki Karlsruhe:
Wechseln zu: Navigation, Suche

Simon Heneca (* vor 1530 in Neuthard; † nach 1562) war Dekan an der Universität Heidelberg und fürstbischöflicher Hofrat.

Leben und Wirken

Die genauen Lebensdaten sind unbekannt. Bei der Volkszählung 1530 wird er als eines der elf Kinder des Landwirtes Hans Henicken und seiner Frau Margreta (geborene Jung, aus Büchenau stammend) erwähnt. Vermutlich begann er beim damaligen Ortspfarrer Eberlin Latein zu lernen und ging später auf eine der umliegenden Lateinschulen in Udenheim oder Speyer. Dies wiederum ermöglichte ihm, mangels eigener Finanzmittel unterstützt durch Pfarrer Eberlin, ab Februar 1544 das Studium der Freien Künste in Heidelberg. Bereits ein Jahr später legte er die erste akademische Prüfung ab und erreichte im Juli 1548 das Magister Artium.

Erst 1561 bezahlte er die ausstehenden Gebühren für den Magistertitel, da er bei seiner Promotion über keine Geldmittel verfügte.

Nach Abschluss seines Magisters begann er seine Lehrtätigkeit an der Artistenfakultät. Daneben studierte er Rechtswissenschaft, worin er 1557 seinen Abschluss machte. Bereits 1553 war er zum Leiter seiner Fakultät ernannt worden, ein Jahr später Vizerektor, wegen der Pest nach Eberbach am Neckar ausgelagert.

Im Herbst 1559 verlies er Heidelberg, als dort die Reformation an Bedeutung gewann und wurde Hofrat am Fürstbistum Speyer. Sein Aufgabengebiet umfasste Tätigkeiten am Hofgericht sowie die Stellvertrtung des Kanzlers. Sein Jahresgehalt beinhaltete neben 100 Gulden auch Kost und Logis und freie Dienstkleidung. 1962 wurde in einem neuen Vertrag statt der Logis eine Reihe von Naturalien gewährt, worauf sich schließen lässt, dass Heneca inzwischen einen eigenen Hausstand gegründet hatte. Ob die später in Speyer wirkenden Adam Heneca (Domvikar, genannt 1562) und Johann Jakob Heneca (genannt 1616 als Generalkollektor) von Simon abstammen, ist allerdings nicht geklärt.

Nach 1562 verliert sich seine Spur, so dass kein genaues Sterbedatum bekannt ist.

Henaca wechselte mehrfach die Schreibweise seines Namens. Als er sich 1544 als Student an der Universität Heidelberg einschreiben ließ tat er dies unter dem Namen „Symon Hennik“. 1548 findet sich die Schreibweise „Simon Henneka“ und im Zusammenhang mit seiner Magisterpromotion änderte er den Nachnamen in „Heneca“.

Die Heneca-Bibel

Heneca war im Besitz einer 1539 in Mainz gedruckten Bibelausgabe des Erasmus von Rotterdam. Solche Bibeln gelten heute als sehr selten. Zu welchem Anlass er sie wann erhielt ist nicht bekannt. Die ersten Eintragungen datieren auf 1544, dem Jahr seiner Immatrikulation. Es ist aber möglich dass diese Einträge nachträglich erfolgten.

Heneca nutzte sie unter anderem als Familienchronik. Dadurch sind große Teile seines eigenen Lebenslaufes rekonstruierbar, auch sind die Sterbedaten seiner Eltern dadurch bekannt. Daneben verfasste er in lateinischer Sprache seine eigenen Gedanken zu verschiedenen Bibelstellen.

Was mit der Bibel nach seinem Tod geschah ist nicht bekannt. Zum Ende des Hochstift Speyer im Jahr 1802 befand sich die Bibel im Besitz des Fürstbischofs Wilderich von Walderdorf, von wo aus sie in Staatsbesitz des Großherzogtum Baden gelangte.

1995 ersteigerte die Heimatforschung Neuthard die Bibel und stellt sie seither in der Alten Zigarrenfabrik aus.

Ehrungen

2001 wurde der Simon-Heneca-Platz in Neuthard nach ihm benannt.