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Max Güde

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Max Güde (* 6. Januar 1902 in Donaueschingen, Großherzogtum Baden; † 29. Januar 1984 in Werl, Nordrhein-Westfalen) war ein deutscher Jurist und Politiker (CDU) sowie Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Leben und Wirken

1927 trat Max Güde in den Dienst des Landes Baden, zunächst in Mannheim als Gerichtsassessor am dortigen Landgericht. Nach einer dreijährigen Tätigkeit als Staatsanwalt in Mosbach erhielt er 1932 eine Richterplanstelle beim Amtsgericht in Bruchsal.

Max Güde war seit 1933 Mitglied der NS-Volkswohlfahrt und seit 1934 des NS-Rechtswahrerbunds.[1] Im Jahre 1941 wehrte er Versuche der örtlichen Kreisleitung der NSDAP, die Kontrolle der Partei auf das Amtsgericht auszudehnen, erfolgreich ab. 1943 wurde er als Soldat eingezogen, zuletzt als Oberschütze.

Nach seiner Rückkehr aus Kriegsgefangenschaft 1945 war Max Güde zunächst bis 1947 als Staatsanwalt, dann als Oberstaatsanwalt beim Landgericht Konstanz tätig. 1950 wurde er als Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof (BGH) berufen und leitete seit 1953 die Abteilung für politisches Strafrecht. Nach kurzer Tätigkeit als Präsident des 4. Strafsenats des BGH wurde er am 1. April 1956 mit dem Status eines politischen Beamten zum Oberbundesanwalt beim BGH – ab 1957 mit der neuen Amtsbezeichnung Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof berufen.

In seine bis zum 26. Oktober 1961 dauernde Amtszeit fallen mehrere politische Prozesse, die in der Frühzeit der Bundesrepublik Deutschland Aufsehen erregten. Von 1961 bis 1969 war Max Güde für die CDU als direkt gewählter Abgeordneter des Bundestagswahlkreis Karlsruhe-Stadt. Als Mitglied des Deutschen Bundestages trat er dort insbesondere als Vorsitzender des Sonderausschusses „Große Strafrechtsreform“ (1963–1969) hervor.

Max Güde starb 1984 im Alter von 82 Jahren in Werl-Hilbeck an Herzversagen.[2][3]

Werke

  • Probleme des politischen Strafrechts Monatsschrift f. Dt. Recht 1957
  • Die Rechtsprechung im Schatten von gestern Presse- u. Informationsamt d. Bundesregierung 1958
  • Die Geheimsphäre des Staates und die Pressefreiheit. Bachem 1959
  • Justiz im Schatten von gestern Furche 1959
  • Die Geheimsphäre des Staates und die Pressefreiheit Quadriga 1959
  • Erziehung zum Recht Bonn a. Rh.: Dt. Volkshochschulverband, 1961
  • Zur Verfassung unserer Demokratie: Vier republikanische Reden. (mit Ludwig Raiser und Helmut Simon) Rowohlt, Reinbek 1986 ISBN: 3-499-14279-1.

Literatur

  • Walter Henkels: 99 Bonner Köpfe, durchgesehene und ergänzte Ausgabe, Fischer-Bücherei, Frankfurt am Main 1965, S. 104f.
  • Volker Tausch: Max Güde (1902-1984). Generalbundesanwalt und Rechtspolitiker. Nomos, Baden-Baden 2002, ISBN: 3-7890-7687-2.
  • Michael Kißener: Zwischen Diktatur und Demokratie, Badische Richter 1919-1952, UVK, Konstanz 2003 ISBN: 3-89669-760-9.
  • Wilhelm Güde: Max Güde (1902-1984). Zugleich ein kleiner Beitrag zur Geschichte der Bundesanwaltschaft in den Fünfziger Jahren In: Festschrift für Dietrich Pannier zum 65. Geburtstag am 24. Juni 2010. Carl Heymanns Verlag 1910, S. 63–73.
  • Wilhelm Güde: Das Exlibris für Max Güde (1902-1984). In: Mitteilungen der Deutschen Exlibris-Gesellschaft, 2,2011, S. 40f.
  • Wilhelm Güde: Max Güde (1902–1984). Ein Juristenleben im 20. Jahrhundert. Karlsruhe 2019. ISBN: 978-3-922596-29-5

Weblinks

Fußnoten

  1. Manfred Görtemaker / Christoph Safferling: Die Akte Rosenburg. Das Bundesministerium der Justiz und die NS-Zeit. München 2016.
  2. Lebensabend in Werl verbracht – Generalbundesanwalt a.D. Max Güde starb 1984. Soester Anzeiger, Regionalteil Werl, vom 6. August 2015.
  3. Gestorben: Max Güde, Der Spiegel 6/1984 vom 6. Februar 1984