Bundschuh-Bewegung

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Der Bundschuh im Wappen des einstigen Landkreises Bruchsal
Zeichnung eines Bundschuhs in Untergrombach

Die Bundschuh-Bewegung war ein Zusammenschluss aufständischer Bauern zwischen 1493 und 1517 in Südwestdeutschland.

Geschichte

Es handelte sich um verschiedene lokale Verschwörungen und Aufstände in Schlettstadt (Sélestat im Elsass), Untergrombach, Lehen im Breisgau und am Oberrhein. Für die Verschwörungen in Untergrombach, Lehen und am Oberrhein war Joß Fritz verantwortlich. Sie formierten sich 1502 nach dem Hunger- und Pestjahr 1501. Untergrombach gehörte zu dieser Zeit zum Bistum Speyer.

Sie forderten die Abschaffung der Leibeigenschaft, die Verteilung der Kirchengüter an das Volk und keinen Herrn außer dem Kaiser und dem Papst. Nach einem halben Jahr des Werbens waren 7.000 Männer und 400 Frauen im Bundschuh.

Es wird vermutet, dass das kleine Dorf Binzdan, welches sich in jener Zeit möglicherweise vollständig im Besitz des Fürstbistums Speyer befand und südöstlich von Obergrombach lag, im Rahmen von Auseinandersetzungen um das Jahr 1502 zerstört wurde.

Bevor die Bundschuh-Verschwörung aktiv werden konnte, wurde sie an den Bischof von Speyer verraten. Joß Fritz konnte entkommen, 110 Mitglieder wurden jedoch gefasst und zum Teil empfindlich bestraft. Zehn Bauern wurden hingerichtet.

Symbol der Aufständischen war der Bundschuh, ein für Bauern typischer Lederschuh, der mit einem langen Riemen geschnürt wurde. Im Mittelalter war er ein typisches Merkmal bäuerlicher Kleidung. Der Bundschuh stand als Feldzeichen der aufständischen Bauern im Kontrast zu den sporenklirrenden Ritterstiefeln der Herren und sollte sinnbildlich ausdrücken, dass die Bauern gemeinsam aufgestanden waren und gegen ihre Herren vorrückten. Unter diesem Zeichen hatten Bauern und Bürger am Oberrhein bereits zwischen 1439 und 1444 die Truppen des französischen Grafen von Armagnac zurückgeschlagen.

Siehe auch

Weblinks

Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Bundschuh-Bewegung“