Gefallenendenkmal Kronau (1. WK)

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Im November 2009, mit Kranz zum Volkstrauertag.
Seit der Restauration 2009 mit Beleuchtung.

Das Kronauer Gefallenendenkmal für den Ersten Weltkrieg befindet sich in der Kirrlacher Straße.

Es besteht aus einer Stele, die aus fünf Blöcken gleichfarbigen roten Steins zusammengesetzt ist, deren unterster um die halbe Höhe der jeweils gleichhohen oberen vier niedriger ist. Sie steht auf einem einstufigen grauen Sockel mit rechteckiger Grundfläche und wird von von einem sitzenden, nach links blickenden Adler mit nicht ganz angelegten Schwingen bekrönt. Der Adler ist ebenfalls aus rötlichem Stein gefertigt, der jedoch einen anderen, dunkleren, Farbton hat.

Geschichte

Ende 1935 wurde vom Bürgermeister ein Spendenaufruf zur Errichtung eines Ehrenmales für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs an die Kronauer Bevölkerung gerichtet. Es wurde fast die Hälfte der Gesammtkosten gesammelt. Das Denkmal wurde vom Bildhauer Egon Gutmann (1894–1955) ausgeführt und am 9. August 1936 eingeweiht.

Restaurierung 2009

Von Anfang September 2009 bis zum 7. November 2009 wurde die Restaurierung des Ehrenmals, unter der Regie der Gemeinde, vom Heimatvereine Kronau durchgeführt. Der durch die Wurzeln der Plantanen beschädigte Asphalt um das Denkmal herum wurde entfernt und durch Natursteinpflaster ersetzt. Der metallene Zaun wurde abgestrahlt und neu versiegelt. Die zwei Platanen konnten trotz ihres starken Wurzelwerkes erhalten werden und die Blumenbeete sind neu gefasst. Das Denkmal wurde abgestrahlt und mit Schutzmitteln behandelt. Zudem wurde eine Sitzbank aufgestellt.

Beschreibung

Detail: Relief auf der Vorderseite

Auf der Vorderseite (Schauseite) der Stele befindet sich über die mittleren drei Blöcke als hervortretendes Relief die Abbildung eines Soldaten des Ersten Weltkriegs. Der von vorne im Mantel dargestellte Mann hat den Blick zur rechten Seite ins Profil gewendet (blickt also nach links). In seinen vor dem Koppel verschränkten Händen hält er seine auf dem Boden stehende Waffe. Auf dem Kopf trägt er einen Stahlhelm.
Es handelt sich dabei um ein bei Gefallenendenkmälern für den Ersten Weltkrieg (1914-'18) typisches Motiv. Dieses findet sich auch in der Region bei weiteren Gefallenendenkmalen: der Soldat in der Haltung ähnlich, jedoch als freistehende Figur, begegnet man ihm beispielsweise beim Gefallenendenkmal des Ettlinger Höhenstadtteils Spessart[1] sowie dem – dort deshalb umstrittenen – Gefallenendenkmal in Berghausen; Wie in Kronau als erhabenes Relief gearbeitet (jedoch in abgewandelter Form: nicht ruhend sondern mit erhobenem/präsentiertem Gewehr) ist er auf dem Denkmal für die gefallenen städtischen Arbeiter, Angestellten und Beamten“ im Karlsruher Rathaus zu sehen.[2]

Auf dem obersten Block des Denkmals befindet sich vorne die Inschrift

ZUM GEDÄCHTNIS
UNSERER IM KRIEGE
1914 - 1918
GEFL.HELDEN DIE
DANDKBARE GEMEINDE
K R O N A U.

Auf der rechten und linken Seite stehen, nach Todesjahr, die Vor- und Nachnamen der 88 Gefallenen. Die Rückseite ist leer.

Unten auf der rechten Seite steht:

ENTW.E.GUTMANN KARLSRUHE
AUSF.J.WILHELM BRUCHSAL

(Entwurf E. Gutmann, Karlsruhe / Ausführung J. Wilhelm, Bruchsal)

Das Denkmal wurde 1936 aufgestellt und ist jetzt von einem graumetallenen Zaun umgeben; die Fläche zwischen Zaun und Sockel ist mit Blumen sowie in den Ecken mit kleinen rundgeschnittenen Sträuchern, die ungefähr etwas mehr als die halbe Höhe des Zaunes erreichen, bepflanzt. Auf dem Sockel stehen links und rechts des Denkmals hellrote Pflanzenkübel mit Palmengewächsen. Das gesamte Denkmalsensemble wird von zwei etwa gleich hohen, das Denkmal überragenden Bäumen eingerahmt.

Das Denkmal erinnert ausschließlich an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges; auf dem Friedhof befindet sich ein Mahnmal, das den Toten des Zweiten Weltkrieges (1939-'45) gewidmet ist.

Literatur

  • Kapitel „VI. Der Weltkrieg“ (= Seiten 88 – 101) in: Albert Fuchs: „Kronau (Kislawer Ampts) Kleiner Beitrag zur Heimatgeschichte“. Bruchsal 1927, Verlag Oskar Katz. [Nachdruck Bad Schönborn 1974]
  • Seite 295 in: Konrad Dussel und Ralf Fetzer: „Kronau: Geschichte und Gegenwart“ / Hrsg. Gemeinde Kronau - Ubstadt-Weiher: verlag regionalkultur, 2009. ISBN 978-3-89735-477-7

Lage

Dieser Ort im Stadtplan:


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Material (Buntsandstein?)?

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  1. vgl. Bild von Elwood_j_blues in Wikimedia-Commons
  2. vgl. Abbildungen Katalog-Nr. 133, Seiten 651 und 653 in „Denkmäler, Brunnen und Freiplastiken in Karlsruhe 1715-1945“ (Band 7 der Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs, Herausgeber Heinz Schmitt), 2. Auflage, Karlsruhe 1989. ISBN 3761702647