Allianz Lebensversicherungs-AG

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Der Schriftzug und das Logo der Allianz Gruppe seit 1999
Das ab dem Jahr 1977 verwendete Logo und der Schriftzug
Dieses Logo wurde ab dem Jahr 1922 verwendet
Das ursprüngliche Logo der Allianz Versicherungs-AG

Die Allianz Lebensversicherungs-AG, nachfolgend abkürzend Allianz Leben genannt, ist seit vielen Jahrzehnten Marktführer in Deutschland und eines der größten Lebensversicherungsunternehmen weltweit. Allianz Leben unterhielt von 1968 bis 2008 auch in Karlsruhe einen Standort. Weitere Informationen darüber können im Artikel Allianz Deutschland AG Standort Karlsruhe nachgelesen werden.

Geschichte

Die „Allianz Lebensversicherungsbank AG“ wurde am 21. März 1922 im Handelsregister Berlin eingetragen, da sich dort auch der Firmensitz befand. Es handelte sich dabei um eine Gründung der Allianz Versicherungs-AG und der Münchener Rück, die jeweils 25 Prozent der Anteile hielten.

Ab dem Jahr 1926 wurde das Adressiersystem „Adrema“ verwendet und das Lochkartenverfahren eingeführt. Dies war Teil eines unternehmensweiten Programms, um die Effizienz der Bestandsverwaltung zu steigern und fällt zusammen mit der Einführung der Kleinlebensversicherung der Allianz Spar- und Sterbekasse (ASS), einer Versicherung zur Abdeckung der Kosten einer Beerdigung.

Bereits 1927 wurde der Firmenname aufgrund von Fusionen in „Allianz und Stuttgart-Lübecker Lebensversicherungsbank-AG“ vorgenommen und der Firmensitz von Berlin nach Stuttgart verlegt.

Im Jahr 1938 wurde der Firmensitz wieder von Stuttgart nach Berlin verlegt und 1940 der Firmenname in „Allianz Lebensversicherungs-AG“ geändert, der seither unverändert geblieben ist.

1949 erfolgte die erneute Verlegung der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Hauptverwaltung von Berlin nach Stuttgart, wo sie sich seither befindet.

Als erster deutscher Lebensversicherer setzte Allianz Leben ab Februar 1955 einen „elektronischen Rechenstanzer“ ein, der pro Stunde 6.000 Lochkarten lesen, prüfen und stanzen konnte. 1958 wurde ein IBM 650[1] Großrechner in Betrieb genommen. Ab 1968 begann die Mikroverfilmung und aufbewahrungspflichtige Dokumente, die zur Versicherungsvertragsführung benötigt werden, wurden nun verfilmt. Dies galt auch für die bis dahin in Papier geführten Vertragsakten.

Im Jahr 1994 beginnt der Aufbau eines digitalen Dokumentenarchivs, auf das die Sachbearbeiter einen direkten, lesenden Zugriff mittels PC besitzen.

In den Folgejahren wurde die umfassende digitale Postbearbeitung eingeführt und stetig ausgebaut.

Im Sommer 2010 ging die Allianz eine Kooperation mit der Deutsche Post AG ein und erhofft sich dadurch für die Zukunft eine schnellere und einfachere Kommunikation mit den Kunden über digitale Medien.

Besitzverhältnisse

Allianz Leben war ursprünglich eine Gründung der Allianz Versicherungs-AG und der Münchener Rückversicherungs-AG.

Im Jahr 2005 wurde die Allianz Deutschland AG gegründet, in deren Besitz sich seit einem im Jahr 2008 durchgeführten „Squeeze-Out“[2] Verfahren die Allianz Lebensversicherungs-AG befindet.

Die Allianz Deutschland AG ihrerseits gehört zum weltweit agierenden Allianz Konzern, dessen Konzernholding die Allianz SE[3] bildet. Sie entstand 2006 nach der Verschmelzung der italienischen Allianz Tochtergesellschaft RAS Holding (S.p.A.) mit der Allianz AG, die daraufhin in die Rechtsform der Allianz SE umgewandelt wurde.

Versicherungsfusionen

Insbesondere in den 1920er Jahren erfolgten einige Fusionen der Allianz Versicherung mit anderen Versicherungsgesellschaften, die auch auf Allianz Leben Auswirkungen hatte. Hier die wichtigsten Zusammenschlüsse aus Sicht von Allianz Leben:

  • 1923: Fusion mit der Deutschen Lebensversicherungsbank Arminia AG in München
  • 1927: Verschmelzung mit der Stuttgarter Lebensversicherungsbank AG, der Stuttgart-Lübecker Lebensversicherungs AG und der Bayerischen Lebens- und Unfallversicherungsbank AG
  • 1929: Fusion mit der Frankfurter Lebensversicherungs-AG. Diese erfolgte im Rahmen einer Rettungsaktion des damals noch zweitgrößten Versicherungskonzerns Deutschlands, der jedoch aufgrund der Weltwirtschaftskrise in Schieflage geraten war und unter der Bezeichnung „Favag-Skandal“ Aufsehen erregte. Die Frankfurter Versicherungs-AG bestand bis 2005 als rechtlich eigenständige Gesellschaft. Die „Frankfurter Allianz“ bildete noch bis Ende 2007 eine eigenständige Außendienstorganisation, die deutschlandweit aktiv war. Dies drückte sich auch über jeweilige Bürobeschriftungen von Versicherungsvermittlern aus. Vermittler der „Frankfurter Allianz“ waren auch in Karlsruhe und in der Region vertreten.

Postanschrift für Kunden

Für Kunden der Allianz Lebensversicherungs-AG gibt es seit 2008 folgende deutschlandweit gültige Anschrift:

Allianz Lebensversicherungs-AG
10850 Berlin

Quellen

  • „Leben - Eine Biografie“, Herausgabe anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Allianz Lebensversicherungs-AG 1997, Cantz Verlag, Ostfildern, ISBN 3-89322-407-6
  • Peter Borscheid, 100 Jahre Allianz, München 1990, ISBN 3-87261-066-X

Weblinks

Fußnoten

  1. Der IBM 650 Großrechner war ein Röhrencomputer. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Röhrencomputer“.
  2. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Squeeze-out“
  3. SE ist eine Abkürzung und steht für die lateinische Bezeichnung „Societas Europaea“. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Europäische Gesellschaft“.