Carlsruher Wochenblatt
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Das Carlsruher Wochenblatt war die erste Karlsruher Zeitung. Am 29. Dezember 1756 erschien eine erste Probenummer. Im Gegensatz zur Carlsruher Zeitung, die Weltnachrichten brachte, enthielt das Carlsruher Wochenblatt vor allem regionale Nachrichten.
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Herausgeber
Herausgeber war Michael Macklot, dessen Vorfahren über Frankreich aus Schottland gekommen waren, und der Mitte des 18. Jahrhunderts die Karlsruher Filiale des berühmten Buchhändlers und Verlegers Cotta leitete.
Entstehung
Am 20. Dezember 1756 wandte sich Michael Macklot, Angestellter bei der Wirsumschen Buchhandlung, mit der Bitte an Markgraf Karl Wilhelm, er möge ihm das Privileg zur Herausgabe einer Wochenzeitung verleihen. Er betonte dabei die Chance, mit dieser Wochenzeitung effizient herrschaftliche Verordnungen im Land zu verbreiten. Im Gegenzug wünschte Macklot eine kostenlose Postbeförderung der Zeitung und eine Abnahmeverpflichtung für alle Ämter und Ortschaften, um eine wirtschaftliche Basis für das Blatt zu schaffen. Macklot erhielt das Privileg und bereits am 29. Dezember und am 31. Dezember 1756 produzierte er zwei kostenlose Probenummern bevor Anfang 1757 die reguläre Produktion begann [1]. Am 5. Januar 1757 lief der Druck der Zeitung unter dem Titel „Carlsruher Wochenblatt oder Nachrichten zum Behuf der Polizey, des Haushaltungs- und Handelswesens, wie auch der Gelehrsamkeit“ in seiner künftigen Form an.
Inhalt
Die erste der über zehn thematischen Rubriken im „Carlsruher Wochenblatt“ war den landesherrlichen Verordnungen vorbehalten. Neben Verordnungen und allgemeinen Bekanntmachungen, Meldungen zu Gerichtsprozessen und Einlieferungen in das Pforzheimer Zucht- und Waisenhaus sowie Angaben zu den Durlacher und Karlsruher Marktpreisen enthielt das „Carlsruher Wochenblatt“ sogar schon Privatanzeigen und Leserbriefe. Die übrigen Rubriken enthielten Verkaufsangebote und -gesuche, Suchmeldungen oder Leihangebote sowie Stellenmarktanzeigen. Anfangs stand die Bevölkerung der Publikation von Privatanzeigen allerdings noch misstrauisch gegenüber. Den eigenen Namen gedruckt in einem Blatt zu lesen, dessen Verbreitung man nicht kontrollieren konnte, wurde als Eingriff in die Privatsphäre empfunden. Doch schließlich musste sich die Bevölkerung damit abfinden, Familienangelegenheiten in der Zeitung zu lesen: Per landesherrlicher Verordnung befahl der Markgraf 1758 den Bürgern, Familienereignisse wie Geburten und Hochzeiten im „Carlsruher Wochenblatt“ bekannt zu geben.
Erscheinungsweise
Einmal die Woche. Erschien zunächst mittwochs später donnerstags.
weitere Geschichte
Einen immensen wirtschaftlichen Vorteil brachte Macklot die Wiedervereinigung der beiden Markgrafschaften Baden-Baden und Baden-Durlach im Jahr 1771, in deren Folge 1774 die baden-badische Landeszeitung, das "Rastatter Wochenblatt", ihr Erscheinen einstellte. Die beiden badischen Blätter wurden im April 1775 zusammengelegt und erschienen fortan unter einem neuen Titel. Der Absatzmarkt der von Macklot herausgegebenen Zeitung erweiterte sich dadurch um mehr als 70 Prozent auf 300 bis 400 Bezieher. Die weiteren Namen des Wochenblatts waren:
- 4. Mai 1775 bis 30. Juni 1803: Allgemeines Intelligenz- oder Wochenblatt für sämtlich-hochfürstlich-badische Lande
- 7. Juli 1803 bis Ende 1807: Provinzial-Blatt der badischen Markgrafschaft
- Anfang 1808 bis 26. Mai 1810: Großherzoglich badisches mittelrheinisches Provinzial-Blatt
- Anschließend bis zum Verbot: Großherzoglich Badisches Anzeige-Blatt für den Mittelrhein-Kreis
Ein knappes Jahr nach dem „Carlsruher Wochenblatt“ bekam Macklot ein zweites Zeitungsprojekt von der Regierung genehmigt. Am 23. November 1757 erschien die erste Ausgabe der Carlsruher Zeitung. Sie sollte die Bevölkerung in erster Linie über den 1756 begonnen Siebenjährigen Krieg informieren, und berichtete später auch über andere europäische Kriege.
Am 27. Oktober 1810 wurden durch großherzogliches Dekret sämtliche politischen Zeitungen in Baden verboten. Napoleon hatte diesmal seinen Willen durchgesetzt. Eine einzige Zeitung, die in Karlsruhe unter den Augen der Regierung redigiert werde, genüge für die Bedürfnisse Badens vollkommen, schrieb Napoleon seinem Karlsruher Gesandten. Und so durfte in ganz Baden nur die „Carlsruher Zeitung“ weiter erscheinen, die ab 1. Januar 1811 den Titel „Großherzoglich-Badische Staatszeitung“ erhielt und direkt dem Ministerium des Auswärtigen unterstellt wurde. [1]
del.icio.us
Mr.Wong
