Tauchsportgruppe des Forschungszentrums Karlsruhe

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Die Abteilung Tauchen der Sportgruppe am Karlsruher Institut für Technologie e.V., ehemals Tauchsportgruppe des Forschungszentrums Karlsruhe ist eine Sparte der Sportgruppe am KIT des Forschungszentrums Karlsruhe und besteht seit 1963. Sie ist der älteste Tauchclub in Karlsruhe.

Adresse

Sportgruppe am Karlsruher Institut für Technologie e.V. (SG KIT)
Abteilung Tauchen
Haid-und-Neu-Straße 1
76131 Karlsruhe
E-Mail: tauchen(at)sportgruppe.eu

Der Clubraum befindet sich im Souterrain, Eingang über den Hinterhof.

Zeichen 224.svg  nächste Haltestelle: Karl-Wilhelm-Platz   


Training, Clubabend und Tauchen

Clubabend immer Dienstags.

  • Training: 20.00 Uhr im Fächerbad, Treffpunkt 19.45 Uhr im Kassenbereich.
  • Clubraum: ab 21.15 Uhr. Im Sommer auch in Biergärten der Umgebung, z.B. Hoepfner Burggarten.

Tauchen vor Ort: Unregelmäßig aber meistens Dienstags abends nach Absprache in verschiedenen Seen der Umgebung.

Tauchen ausserhalb: Öfters in kleinen Gruppen ans Mittelmeer (Giglio / Italien und Hyeres / Frankreich). Je nach Basis vor Ort wird das clubeigene Schlauchboot und (früher öfter) ein Kompressor mitgenommen.

Geschichte

Die Anfänge

Die Tauchsportgruppe war eine der ersten Sparten der Gesamtsportgruppe im Gründungsjahr 1963. Damals schloss sich die Tauchergemeinschaft, die schon einige Zeit zuvor bestand, der Gesamtsportgruppe an. Den Anlass zur Bildung dieser Gemeinschaft findet man in der damaligen Abteilung Augen- und Atemschutz. Karl-Heinz Hutz Aufgabe betraut, für Mitarbeiter auf freiwilliger Basis eine Ausbildung im Umgang mit Atemschutzgeräten zu ermöglichen. Zu diesem Zeitpunkt lag der Gedanke an das Tauchen noch in weiter Ferne. Zunächst musste eine amtliche Stelle zur Zusammenarbeit gefunden werden. Die in Frage kommende Bruchsaler Feuerwehr konnte maximal zwei Mitarbeiter pro Jahr ausbilden. Hilfe fand sich schließlich bei der DLRG, die zur Wasserrettung auch Taucher ausbildet und die dann im Umgang mit Atemgeräten bestens geübt sind. Das war die Gelegenheit, Pflicht mit Vergnügen zu verbinden: Spass als Motivation für die Ausbildung. Also lag nichts näher als den Freiwilligen eine Taucherausbildung zu ermöglichen. Diese nahm Karl-Heinz Hutz persönlich in die Hand. Die Prüfung nahm die DLRG in der Eifel und im Bodensee ab. Zum Zwecke der Ausbildung wurden vom Kernforschungszentrum Karlsruhe (KFK) Tauchausrüstungen angeschafft. Die im Umgang mit Atemschutzgeräten geprüften Mitarbeiter konnten nun im Notfall eingesetzt werden und nebenbei auch tauchen. Natürlich wollte man wieder in Neptuns Reich und so tauchte man in loser Gemeinschaft auch in der Freizeit. Tauchfahrten wurden organisiert, wobei das KFK mit einem Bus aushalf. Gemessen am Einkommen war der Tauchsport früher wesentlich kostspieliger und erforderte mehr Eigeninitiative. Daher war man froh, sich gegenseitig in der Gemeinschaft helfen zu können und dabei vom KFK unterstützt zu werden.


Aufbau des Geräteparks

Mit der Eingliederung in die Gesamtsportgruppe als Sparte Tauchen wurde nach und nach eigene Ausrüstung angeschafft. Ein Gerätepark wurde aufgebaut, der über die Jahre hinweg mit viel Eigeninitiative in Funktion gehalten, repariert und erneuert wurde. Heute zählen u. a. ein Schlauchboot samt Außenbordmotor und zwei Kompressoren dazu.

Tauchfahrten damals und heute

Pioniere

Von Anfang an wurden Tauchfahrten organisiert, die auch wissenschaftliche Hintergründe hatten. So fuhren 1964 unter medialer Beachtung, 26 Taucher nach Istrien/ Jugoslawien, um den jugoslawischen Unterwasserforschungsinstitut Hilfestellung zu leisten. Diese archäologische Expedition war sehr erfolgreich, denn hunderte antiker Amphoren konnten aus einem 2000 Jahre alten Wrack geborgen werden. Andere Expeditionen führten zusammen mit dem Karlsruher Vivarium ans Mittelmeer.

Abenteuerlich waren anfangs auch Reisen, die „nur“ das Tauchen zum Ziel hatten. Denn was die taucherische Infrastruktur betrifft, waren die Reiseziele bis in die 1970er spärlich erschlossen. So wurde das gesamte Equipment samt Boot und Kompressor mitgenommen. Nur ein Außenbordmotor musste nicht transportiert werden, denn anfangs mussten Paddel als Antrieb genügen. Elba wurde seit 1963 regelmäßig angesteuert. Gemeinsam ging es dann im Liegebus zum Campingplatz „Lacona“ von wo die Felsküsten gut zu erreichen waren. Neuland war 1970 das vom Tourismus noch nicht entdeckte Sardinien. 35 Mitglieder starteten damals von Karlsruhe zum Campingplatz Baya de Sarazeno bei Palau an der Nordostspitze. Auch in den 1990ern fuhr das Mitglied der ersten Stunde, Heinz Kraus, noch gerne mit Tauchgruppen nach Sardinien in den Nordwesten. Neben abenteuerlichen Höhlen durfte man auch von lebenden sardischen Spezialitiäten kosten, wie etwa dem Casu Marzu, ein mit lebenden Maden verfeinerter Käse.

Heute (2006) erinnert sich das ältestes Mitglied, Horst Herzfeld, gerne an eine abenteuerliche Tauchreise in den Sudan ans Rote Meer (1975). Schon die Anreise mit Propellermaschine und offenen LKW (nicht klimatisierter Reisebus) durch die Wüste war recht spannend und der Aufenthalt selbst, auf einem alten Kutter als Tauchschiff, hatte so seine Eigenheiten. So hatte man z. B. Haie als Toilettengäste.

heute

Kleine und große Tauchreisen werden auch in der Gegenwart organisiert. Unsere Stamminsel heißt Giglio/ Italien. Dass diese italienischen Momente immer rundum ein Erfolg sind, lassen die Urlaubsbilder erkennen. Entweder ist die Tauchmannundfrauschaft beim tauchen, essen, trinken oder Strandliegen. Insbesondere Thomas Tessmann baute die Tauchfahrten zu wahren Schlemmertouren aus. Kleinere Tauchgruppen fahren schon seit Jahren an die Côte d'Azur nach St. Tropez oder Presqu'île de Giens bei Hyères. Im kleinen Bungalow direkt am Wasser ist dann die regionale Küche mehr als das Salz in den visuellen Eindrücken. Wie in den ersten Jahren gehören auch hier unser Schlauchboot Lola mit Motor und ein Kompressor zum Reisegepäck. Einige unter uns beherrschen die wunderbar kombinierbaren Hobbys Tauchen und Segeln. So ist man, bestückt mit einem Kompressor, nicht nur auf dem Lande autark, sondern ist ganz unbeschwert von allem auf dem Meer.

Kleinere Ausflüge führten an die Binnengewässer. Erwähnenswert ist z. B. das Rheinschwimmen von Leopoldshafen nach Speyer. 1967 schwommen tatsächlich 3 von 14 Tauchern die 28 km lange Strecke ganz durch. Gemütlichere Touren führten an die Mosel oder an den Bodensee.

Sonderaktionen

Als "Feuerwehr unter Wasser" zeigte die Tauchsportgruppe wahre Gemeinnützigkeit. Als das Rettungnetz im Unterwasserbereich noch im Aufbau war, wurde die Tauchsportgruppe des öfteren zur Bergung Verunglückter oder für Arbeiten unter Wasser zu Hilfe gebeten. In aktueller Zeit erregte die Unterwasserheckenschere des Tauchsportgruppen-Tüftlers Reiner Seitz Aufsehen. Dieses Gerät kam bei der Seeputzede des Baggersees „Giesen“ zum Einsatz. Interessanterweise arbeiteten wir hier ganz friedlich mit dem Angelverein Hochstetten zusammen.

Ausbildung

Traditionell wird bei der Tauchsportgruppe eine intensive Ausbildung gepflegt. Über viele Jahre hinweg wurde diese von Heinz Kraus geleitet. Die dem Bronze-Abzeichen des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST) entsprechende Ausbildung gliederte sich in ein Wintersemester mit Referaten und Schnorcheltraining und ein Sommersemester mit den Freiwasserübungen. Heute lebt die Ausbildung mit unseren beiden Tauchlehrern Volker Erb und Herbert Dielmann in modernisierter Form weiter. Kompressorseminare, Eistauchen und Silberkurse im frühlingsfrischen Mittelmeer runden dabei u.a. das Programm ab.

Clubleben

Ein wichtiger Bestandteil im Jahreskalender eines Vereins sind die gesellschaftlichen Veranstaltungen. Oft ist dies dann ein Treff schon fast vergessener Gesichter. Kramt man in alten Unterlagen, so fallen einem die computerlos aufwendig erstellten Einladungen zu Veranstaltungen auf wie etwa der 1. Karlsruher Taucher-Jux-Familien-Rallye, dem Karfreitagsschwimmen von Leopoldshafen nach Speyer, den Film- und Diaabenden im Hörsaal der Universität oder den Clubabenden in unserem Clubraum in der Haid-und-Neu-Straße.

In jüngster Zeit ist die Sparte Tauchen überraschend gut zu Fuss. Selbst mehrere hundert Meter Steigung hält eine von Jahr zu Jahr größer werdende Wandergruppe nicht davon ab, die herbstliche Ortenau bei Sasbachwalden zu erkunden. Wen wundert's, gibt es doch längs des Weges für die den leiblichen Genüssen hingezogenen Gemeinde Schnäpse und Liköre wie aus Quellen sprudelnd und leckere Forellen und Schinken in Straußwirtschaften.

2015

Mit Satzungsänderungerung vom Dez. 2015 wird aus der Sportgruppe Forschungszentrum Karlsruhe die Sportgruppe am Karlsruher Institut für Technologie e.V. (SG KIT) und somit aus der Tauchsportgruppe des Forschungszentrums die Abteilung/Sparte Tauchen der SG KIT

2018

Die Tauchsportgruppe hat 2018 einem stabilen Bestand von etwa 130 Mitgliedern und wird von Herbert Dielmann als Abteilungsvorstand vertreten.

Weblinks