Otto Klingele

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Otto Klingele (* 29. Januar 1837 in Muggenbrunn (heute: Todtnau);[1][2][3]5. Januar 1903 in Bruchsal) war Pfarrer in Bretten und an der Kirche St. Peter (Bruchsal).

Leben und Wirken

Sein Vater war der Schreiner und Landwirt Benedikt Klingele.[1]

Die Priesterweihe empfing er im Jahr 1862, darauf folgten Kaplansjahre in Singen, Kürzell, Rottweil, Karlsdorf und Huttenheim. Danach trat er seine erste Pfarrstelle in Bretten an. Im November 1893 wurde er an die Pfarrstelle St. Peter nach Bruchsal versetzt. Dort war er mit den beginnenden Renovierungsarbeiten an der Kirche (Orgel, Fenster, Dach) und am Pfarrhaus sowie dem Neubau des Josefshaus beschäftigt.

Daneben war er vor allem im Schulbereich aktiv: Ab 1894 war er Erzbischöflicher Prüfungskommisar für Realschule und Gymnasium sowie Schulinspektor für die Volksschulen in Bruchsal, Untergrombach und Oberhausen. Außerdem gehörte er der katholischen Geistlichen Gymnasium-und Gewerbeschulkommission an.

Im Jahr 1900 war er an der Gründung des "Krankenvereins von Christen und Juden" beteiligt.

Sein Vikar Alois Geiger beschrieb ihn als „gewissenhaft und sittenrein“ und betonte, wie sehr Klingele auf Ordnung und Pünktlichkeit wert legte. Klingele sei seiner Wahrnehmung nach oft barsch und schroff aufgetreten, auch wenn er es gut gemeint habe.

Klingele starb am Morgen des 5. Januar 1903 an den Folgen eines direkt nach der Morgenmesse erlittenen Hirnschlags. Die Beisetzung erfolgte zwei Tage später in Bruchsal.

In seinem Testament vom 12. November 1902 hatte er der Erzbischof-Hermann-Stiftung 2000 Mark vermacht, um eine Stipendienstiftung zu gründen, die Studenten der Theologie aus Muggenbrunn und Todtnau unterstützen soll.[3]

Ehrungen

Trivia

  • Sein Nachfolger Peter Konstantin Klingele, der 1903 bis 1905 Pfarrer war, war im 3. Grad mit Otto Klingele verwandt.
  • Um 1892 veröffentlichte er im Selbstverlag den Aufsatz "Der Bürsten-Hausierhandel der Bewohner der ehemaligen Thalvogtei Todtnau im badischen Schwarzwalde", der 1899 im Sammelwerk "Lage des Hausiergewerbes in Deutschland. Schriften des Vereins für Socialpolitik" erschien.[4]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Staatsarchiv Freiburg, L 10 Nr. 4473, Muggenbrunn, Todtnau LÖ; Katholische Gemeinde: Standesbuch 1834-1869, Bild 20, #3
  2. "Deutschland, Baden, Erzbistum Freiburg, katholische Kirchenbücher, 1678-1930," database, FamilySearch (https://familysearch.org/ark:/61903/1:1:QP3Z-KNXY : 14 May 2018), Otto Klingele, ; citing Baptism, Todtnau, Schönau, Baden, Deutschland, 3, Erzbischöfliches Archiv Freiburg (Archbishop's Archives), Germany.
  3. 3,0 3,1 Erzbischöfliches Archiv Freiburg, B81/3215: Otto Klingele-Stipendienstiftung / Gründung, Verwaltung und Verwendung, 1903-1922
  4. „"Lage des Hausiergewerbes in Deutschland. Schriften des Vereins für Socialpolitik“, digitalisiert bei Google Books