Johann Philipp Winnes

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Johann Philipp Winnes (* 12. September 1824 in Staffort, † 13. Januar 1874 in Cannes) war der dritte China-Missionar der Basler Mission.

Leben und Wirken

Er war das erste von 13 Kindern, das dem Ehepaar Johann Phillip und Eva Winnes geboren wurde. Nach Schule in Staffort und Konfirmandenunterricht bei Aloys Henhöfer, entschieden Vater und Pfarrer, dass er Lehrer werden sollte. Er bereitet sich sorgfältig vor und besuchte ab 1840 für zwei Jahre das Lehrerseminar in Karlsruhe. Nach erfolgreicher Beendigung des Studiums kam er auf Verlangen von Henhöfer – gegen den eigenen Willen – als Unterlehrer nach Spöck. Nach sechs Jahren Schulunterricht meldete er sich 1848 zum Eintritt in das Basler Missionshaus. Schon während seines dreieinhalb jährigen Studiums erreichte Basel die dringende Bitte aus China um einen dritten Missionar. Nach Ordination am 4. Januar 1852 in Heidelberg und Verabschiedung am 6. d. Monats in Basel reiste er über London mit Segelschiff nach Honkong wo er am 15. Mai ankam. Die erste Station seiner 13 jährigen Missionstätigkeit war Tungfo gefolgt von Pukak und Lilong. Auf Grund intensiver Studien kam er bald zu einer sicheren Gewandtheit der Schrift- und Umgangssprache. Während seiner bewegten Aufenthaltszeit musste er Infektionskrankheiten, Raub, Lebensbedrohung und Geiselnahme mit Lösegeldzahlung überstehen. Eine besonders schwere Zeit entstand durch einen allgemeinen Fremdenhass der sich aus dem chinesisch-englischen Krieg (1856) entwickelte. Ab 1858 normalisierte sich die Situation, sodass in Lilong die Missionsarbeit fortgesetzt werden konnte. Im Jahre 1860 wurde durch den Vertrag von Tientsien das Chinesische Reich auch offizielle für Ausländer geöffnet. Mit Säcken voller Neuer Testamente zog er durch Land und löste eine Erweckungsbewegung aus, die zu einer erheblichen Verstärkung des Basler Mitarbeiterstabes führte. Den Erfolg seiner nach Basel zur Ausbildung gesandten chinesischen Schüler konnte er nicht mehr erleben. Anfang Februar 1865 trat er eine Heimreise an um in Deutschland für einen weiteren Einsatz Kraft und Gesundheit zu schöpfen. Jedoch war seine Lunge derart angegriffen, dass er diese Hoffnung trotz Kuraufenthalten in Berg bei Stuttgart, Antogast und Tübingen begraben musste. Auf Grund seines Lungenleidens wurde er 1869 in die Gesundheitsstadion Davos eingeliefert. Der Kurort Davos in der Schweiz wurde zu seiner letzten Wirkungsstätte; dort wurde er von der Kirchengemeinde einstimmig zum Kurgeistlichen gewählt und versah diesen Dienst bis Ende 1873. Die Umsiedlung in ein Pflegeheim nach Cannes überlebte er nur kurz, er verstarb dort am 13. Januar 1874.

Literatur

  • Wilhelm Otto Hauck: Staffort – Schloß und Dorf an der steten Furt (Ortschronik). Gemeinde Stutensee 1993
  • Manfred G. Raupp: Die Stafforter Geschlechter 1669–1975; Sippenbuch Manuskript hinterlegt im Stafforter Bürgerbüro und in der Evangelischen Kirchengemeinde Staffort und Was der Großvater schon wusste – Gedanken zur Entwicklung der Landwirtschaft in Staffort; verfasst zum Andenken an Gustav W. Raupp (1905–1985). Eigenverlag, Lörrach und Stutensee-Staffort 2005; Ortsfamilienbuch Staffort, Herausgeber Stadt Stutensee, Verlag Gesowip Basel 2010, ISBN 978-3-906129-64-8.

Siehe auch Literatur über Johann Philipp Winnes in der Landesbibliographie Baden-Württemberg