Friedrich Hecker

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Friedrich Hecker, 1849

Friedrich Hecker (* 28. September 1811 in Eichtersheim / Baden; † 24. März 1881, Summerfield/USA) war neben Gustav Struve der Führer der Badischen Revolution von 1848/49.

Lebenslauf

  • Geburt 1811 als Sohn des Fürstlich Primatischen Hofrates und Grundherrlich von Venningschen Konsulentes Josef Hecker und seiner Gattin Wilhelmina geb. von Lüder in Eichtersheim
  • 1817 bis 1820: Vermutlich Besuch der katholischen Volksschule in Eichtersheim
  • 1820 bis 1830: Besuch des Großherzoglichen Lyceums in Mannheim
  • 1830: Immatrikulation an der Ruperto-Carola-Universität zu Heidelberg als Student der Rechtswissenschaften, aktiv geworden bei den Studentenverbindungen Alte Heidelberger Burschenschaft 1831, Corps Hassia und Corps Rhenania et Palatia Heidelberg.
  • Am 27. Mai 1832 Teilnahme des Corpsstudenten Hecker am „Hambacher Fest“.
  • 1833 studiert Hecker ein Semester in München; er beschäftigt sich auch mit Plastik und Malerei und wandert in den Tiroler Alpen.
  • Am 26. Mai 1834 besteht Hecker die jurist. Staatsprüfung und promoviert im folgenden Monat mit summa cum laude zum Doctor juris.
  • Am 28. Dezember 1838 erhält Hecker eine Stelle als Advokat und Prokurator am Oberhofgericht und Hofgericht des Unterrheinkreises in Mannheim.
  • Am 24. Oktober 1839 heiratet Hecker die 18jährige Maria Josefine Eisenhardt, Tochter eines wohlhabenden Mannheimer Kauf- und Handelsmanns.
  • 1842 wird Hecker in den Mannheimer Gemeinderat gewählt.
  • Ab 1842 ist er Abgeordneter der II. Badischen Kammer in Karlsruhe.
  • Im November 1846 gründen Hecker und Struve in Mannheim den „Verein zur Beförderung des Wohls der arbeitenden Klassen“
  • 12. September 1847: Offenburger Volksversammlung
  • 1. März 1848: „Petitionensturm“ auf den Karlsruher Landtag: Revolutionär gesinnte Bürger aus allen Landesteilen wollen dem Parlament die in örtlichen Volksversammlungen angenommenen Bittschriften übergeben. Hecker erreicht nicht, dass die Bürgervertreter ihre Petitionen persönlich im Landtag überreichen dürfen.
  • 19. März 1948: Zweite Offenburger Volksversammlung
  • 31. März bis 3. April 1848: Versammlung des Frankfurter Vorparlaments, an der Hecker als nominierter, nicht aber gewählter Vertreter teilnimmt. Er fordert die „unteilbare deutsche Republik“.
  • 12. April 1848: Hecker ruft in Konstanz die Republik aus.
  • 20. April 1848: Hecker trifft mit etwa 800 Freischärlern bei Kandern auf 2.000 Mann hessischer und badischer Regierungstruppen, wird geschlagen und flüchtet in die Schweiz.
  • 20. September 1848: Flucht in die USA
  • 1849: Die provisorische Revolutionsregierung in Karlsruhe, die für kurze Zeit die Herrschaft in Baden erlangt hat, ruft Hecker im Frühjahr nach Deutschland zurück. Er folgt dem Ruf umgehend. Als er mit Freunden in Straßburg ankommt, ist Baden bereits von preußischen Truppen besetzt. Resigniert kehrt er, zusammen mit Frau und Kindern und einigen Freunden, in die Vereinigten Staaten zurück.
  • 1856: Hecker kehrt auf das politische Parkett zurück, zusammen mit Abraham Lincoln wird Hecker Wahlmann für den Staat Illinois und setzt sich vehement für die Abschaffung der Sklaverei in den Südstaaten ein.
  • 1861 und 1862 bis 1864 nimmt er auf Seiten der Nordstaaten am amerikanischen Bürgerkrieg teil.
  • Nach der Reichsgründung 1870/71 bricht Hecker am 10. Mai 1873 zu einer Deutschland-Reise auf. Erste Station ist Mannheim (27. Mai), wo ihn mehr als 10.000 Menschen willkommen heißen.
  • Am 24. März 1881 stirbt Hecker 69jährig auf seiner Farm bei Summerfield. Am 27. März wird er in Summerfield im Beisein von über 1.000 Trauergästen beigesetzt. Die deutschen Zeitungen in den USA würdigen Hecker als den „Freiheitskämpfer zweier Welten“. In allen Teilen der USA werden in den folgenden Wochen Gedenkfeiern abgehalten.

„Der böse Friederich“

Friedrich Hecker war mit dem Frankfurter Psychiater und Autor des „Struwwelpeter“ Heinrich Hoffmann befreundet. Da Hoffmann 1848 unter dem Pseudonym „Hans Struwwel“ im „Handbüchlein für Wühler“ eine Satire über Friedrich Hecker und andere Revolutionshelden schrieb, ist anzunehmen, dass „Der böse Friederich“ im „Struwwelpeter“, der 1845 erstmals erschien, eine Anspielung auf Friedrich Hecker darstellt.

Weblinks