Luigi Colani

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Colani auf seiner Ausstellung
Gedenktafel am „Campo Santo“ des Hauptfriedhofes in Karlsruhe

Prof. h.c. Luigi (eigentlich Lutz) Colani (* 2. August 1928 in Berlin; † 16. September 2019 in Karlsruhe) war ein Formphilosoph mit Vorfahren aus Polen.

Leben und Wirken

1946 studierte er Bildhauerei und Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in seiner Geburtsstadt Berlin; von 1949 bis 1952 studierte er Aerodynamik an der Sorbonne in Paris. Mit Beginn der 1950er Jahre entwarf er Autos (Fiat, Alfa-Romeo, Lancia, VW, BMW), Mitte der 1960er Jahre auch Möbel. Ab den 1970er Jahren erweiterte er sein Tätigkeitsfeld auf weitere Bereiche (Brillen, Ferngläser für Bresser, Geschirr, Flugzeuge, Kugelschreiber, Fernseher für Technisat, Computer und vieles mehr). Seit 2004 wurden von ihm entworfene Flaschen bei der Firma Gänsefurther Mineralwasser verwendet.

1981 Vorstellung eines strömungsgünstig umgebauten Citroën 2CV „Ente” mit einem Durchschnittsverbrauch von 1,71l/100km. 1985 Vorstellung des Propellerflugzeugs „Pontresina”. Einer seiner bekanntesten Entwürfe ist die bahnbrechende Spiegelreflexkamera Canon T-90 (1989).

Seine Formensprache zeichnet sich durch rundliche, von rechten Winkeln freie, Entwürfe im „Biodesign” aus, die organische Formen nachahmen, und von Luigi Colani mit ihrer besseren Ergonomie begründet werden. Beispielhaft für diesen Anspruch ist die Kugelküche. Während zahlreiche seiner kleineren Gebrauchsgüter (Badezimmer-Armaturen, Fernseher, Computermäuse) bei Liebhabern Verbreitung gefunden haben, wurden seine Entwürfe für LKWs u.a. für Larag und DaimlerChrysler und Sportwagen aus „praktischen Gründen” nicht in Serienprodukte überführt. Colani ist auch ein Meister der Selbstdarstellung, der sich mit bissigen Kommentaren zu den Arbeiten seiner Kollegen nicht zurückhält.

1992 gründete er die C.D.G. Colani Design Germany GmbH zur Vermarktung seiner Produkte mit Sitz in Karlsruhe.

Zuletzt hatte er seinen Hauptwohnsitz in Karlsruhe-Neureut, da er für DaimlerChrysler in Wörth als Produktdesigner tätig war.

2005 wurde er vom Club „Belle Moustache“ mit dem Titel „Bart des Jahres 2005“ ausgezeichnet.

Luigi Colani war nach eigenen Angaben Wahlkarlsruher. „Karlsruhe ist gut, weil hier am 1. Mai keine Autos brennen”, sagte er einmal in einem Interview über seine Wahlheimat. (Beleg fehlt)

Colani starb 2019 im Alter von 91 Jahren in Karlsruhe. Er wurde in einem sogenannten „Ewigkeitsgrab” im Ehrenhof des Karlsruher Friedhofs beigesetzt.[1]

Colani-Museum Karlsruhe

Vom 1. Mai 2004 bis zum 30. September 2005 fand die große Ausstellung „COLANI – Das Lebenswerk“ im Karlsruher Kongresszentrum (Nancyhalle) statt. Auf 4.000 Quadratmetern wurden die wichtigsten Schlüsselwerke des Designers Luigi Colani aus fünf Jahrzehnten gezeigt. In den Licht durchfluteten und in den sechziger Jahren im Zuge der Bundesgartenschau erstellten Ausstellungshallen waren über 1.000 Großobjekte, Modelle und Entwurfszeichnungen zu sehen. Allein im Jahre 2004 haben mehr als 60.000 Menschen die Ausstellung in Karlsruhe besucht.

Nach Schließung der Ausstellung im September 2005 hat sich in Karlsruhe eine Initiative gegründet, mit dem Ziel, das Lebenswerk Luigi Colanis dauerhaft in einem künftigen Colani Museum in Karlsruhe zu präsentieren. Auf Wunsch des Designers sollen die Exponate auch weiterhin in der dafür optimal geeigneten Nancyhalle gezeigt werden. Inzwischen hat die Stadt Karlsruhe grünes Licht für dieses Projekt gegeben. Das hierzu vorgelegte Museumskonzept wird nun Schritt für Schritt umgesetzt.

Aufgrund des hohen Renovierungsaufwands für die Nancyhalle sucht der Förderverein Colani-Museum Sponsoren aus Industrie und Handel, die bereit sind, sich an den Kosten für die Erhaltung der Ausstellungshalle zu beteiligen.

Am 10. September 2007 wurde eine neu gestaltete Ausstellung mit den Meilensteinen aus Colanis Werk in der Nancyhalle eröffnet. Die Nutzung der Halle für die Ausstellung war befristet bis zum 31. Dezember 2007 und im Januar 2008 räumte Colani die Nancyhalle. Der Förderverein Colani-Museum arbeitet weiter.


Siehe auch

Weblinks

Fußnoten