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Wilhelm Eckert

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Wilhelm Eckert (* 3. Juli 1923 in Bruchsal; † 18. Juli 1943 auf Sizilien) war ein Bruchsaler Schüler und gehörte zum Widerstand der katholischen Jugend gegen den Nationalsozialismus.

Leben

Wilhelm Eckert wurde am 3. Juli 1923 als Sohn eines Postbeamten in Bruchsal geboren. Hier besuchte er das Schloss-Gymnasium, das heutige Schönborn-Gymnasium. Er schloss sich dem Bund Neudeutschland[1], einer Gruppe der katholischen Jugend an. Im Jahre 1939 wurde dieser Bund durch einen Runderlass des Reichsführers SS und Chefs der deutschen Polizei verboten. Trotzdem bestand die Bruchsaler Gruppe unter dem neuen Namen „Christopher“ illegal weiter. Unter großen Vorsichtsmaßnahmen wurden weiterhin Gruppenabende abgehalten, Fahrten durchgeführt und die Verbindung zu den bereits im Dienst der Deutschen Wehrmacht stehenden Gruppenmitglieder aufrecht erhalten. 1940 übernahm Wilhelm Eckert die Führung dieser Gruppe, deren Ziele nicht hochverräterischer Art waren, sondern nur die Verwirklichung ihres Programms: die Lebensgestaltung in Christus.

Am 12. Mai 1941 wurde Wilhelm Eckert dann im Haus seiner Eltern am damaligen Steinackerweg von der Gestapo verhaftet. Eine Kiste mit den gesamten Unterlagen der Gruppe wurde konfisziert, und er musste sie selbst auf einem Leiterwagen durch die Stadt zum Gefängnis fahren. Er kam sofort in Untersuchungshaft und wurde anschließend nach Karlsruhe verlegt. Dort wurde ihm noch im gleichen Jahr der Prozess gemacht. Am 21. November 1941 wurde „Im Namen des Volkes“ das Urteil verkündet; es lautete „Vergehen gegen §§ 1 und 4 der Verordnung zum Schutze von Volk und Staat vom 28.02.1933“ auf 8 Monate Gefängnis, abzüglich 4 Monate Untersuchungshaft sowie auf Zahlung der Kosten des Verfahrens.

Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis stand Wilhelm Eckert unter Polizeiaufsicht. Er unterlag der Arbeitsverpflichtung und galt als „wehrunwürdig“. Das Gymnasium durfte er nicht mehr besuchen. Schließlich konnte er aber doch noch einen ordentlichen Gestellungsbefehl erwirken. Bei den Kämpfen auf Sizilien fiel Wilhelm Eckert am 18. Juli 1943 für das gleiche Deutschland, in dessen Namen er verurteilt worden war.

Ehrungen

Der Wilhelm-Eckert-Weg in Bruchsal wurde 1989 nach ihm benannt.

Literatur

  • Paul Meier: Eine Straßenbezeichnung im Baugebiet „Silberhölle-Eggerten“, in: „Unsere Pfarrgemeinden“, Nr. 13 (2004), Seite 4-7
  • Otto B. Roegele: Gestapo gegen Schüler, Die Gruppe „Christopher“ in Bruchsal, 1994, ISBN 3879404860

Fußnoten