Philipp Thiebauth

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Gedenkstein auf dem neuen Friedhof

Philipp Adam Thiebauth (* 9. Mai 1811 in Ettlingen, † 9. April 1887 ebenda) war Bürgermeister von Ettlingen in den Jahren 1870 bis 1879 und von 1885 bis zu seinem Tod.

Leben und Wirken

Er wurde in eine alte Wirtsdynastie und angesehene Ettlinger Familie hineingeboren. Sein Ururgroßvater Joseph Thiebault war Küchenmeister von Sibylla Augusta sowie "Ambtsbürgermeister" von Ettlingen. Dieser Ururgroßvater gründete auch das Gasthaus Zum Hirsch (das heutige Gasthaus Rose in der Hirschgasse). Sein Urgroßvater Karl Joseph Anton Thiebault war ein angesehener Bäckermeister. Sein Großvater Philipp Adam Fidelis Thiebauth war Bäcker und Sonnenwirt. Sein Vater Carl Anton Thiepault war Wirt des Gasthaus Sonne. Die Konzession für dieses Gasthaus wurde im Jahre 1804 von Karl Friedrich von Baden erteilt. Philipp Adam selbst übernahm 1829 als Wirt das Gasthaus Sonne und behielt es bis zu seiner Verurteilung 1849.

Thiebauth war während der badischen Revolution eine führende Persönlichkeit der demokratisch-republikanischen Bewegung. Nach 1849 ging er ins Exil nach Morges in der Schweiz und nach Liverpool in England. Nach der Amnestie für die 48er Revolutionäre 1862 konnte er als gewählter Bürgermeister zurückkehren.

Sein Wirken als Bürgermeister war für Ettlingen zukunftsweisend und prägte die Stadt bis weit ins 20. Jahrhundert. Unter anderem ließ er die Knabenschule (heutige Thiebauthschule) errichten, da er seine eigene Grundschulausbildung als mangelhaft empfand. Er forcierte den Bau der Wasserleitungen für den privaten Bedarf und den Anschluss an das Bahnnetz - heutige Straßenbahn.

Seine Wahl in den Landtag konnte er nicht antreten, weil seinerzeit die Abgeordneten keine Diäten bezogen und Thiebauth nach der Enteignung ohne Vermögen war.

Thiebauth war zweimal verheiratet und hatte aus erster Ehe sechs Kinder, von denen nur zwei Töchter das Erwachsenenalter erreichten. Beide Töchter blieben in Liverpool, eine verstarb kinderlos, die andere heiratete einen italienischen Emigranten. Deren Nachfahren leben in England.

Nach seinem Tod wurde er auf dem alten Ettlinger Friedhof beerdigt. Sein Grab wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts entfernt. Heute steht ein Gedenkstein auf der nördlichen Anhöhe des neuen Friedhofs.

Ehrungen

Ihm zu Ehren wurde die Thiebauthstraße und die Thiebauthschule nach ihm benannt.

Literatur

  • Philipp Thiebauth – Der „Herrscher von Ettlingen“ in Silylle Peine: Ganz schön Traditionsreich – Die Region entdecken und erleben. Karlsruhe 2010. Info Verlag, ISBN 978-3-88190-588-6