Panorama

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Das Karlsruher Panorama, ein Rundbau mit über 30m Durchmesser zur Ausstellung von ca. 100m langen, kreisrunden Panoramabildern stand von 1894 bis 1906 am Rande des damaligen Festplatzes in unmittelbarer Nähe der im Jahr darauf eröffneten Endstation der Albtalbahn an der Ettlinger Straße auf der heutigen Hermann-Billing-Straße in Höhe der Einfahrt zur Tiefgarage der Stadthalle. Auf einem Stadtplan vom Anfang des 20. Jahrhunderts (vermutlich Beilage zum Adressbuch 1907) ist das Gebäude eingezeichnet, den Platz hatte die Stadt unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Bei der Eröffnung am 31. Oktober 1894 wurde ein speziell für Karlsruhe von dem Karlsruher Militärmaler Carl Becker unter Mithilfe der Landschaftsmaler Karl Kehr und Friedrich Kallmorgen erstelltes Schlachtengemälde des Gefechts bei Nuits am 18. Dezember 1870 im deutsch-französischen Krieg 1870/71 gezeigt. Dort hatte Prinz Wilhelm von Baden eine siegreiche Grenadierbrigade angeführt.

Anlässlich der Feierlichkeiten um den 100. Geburtstag Kaiser Wilhelms I. am 22. März 1897 wurde am 21. März 1897 ein neues Rundbild „Die Schlacht bei Orleans” am 4. Dezember 1870 gezeigt, das zuvor seit 1895 in München ausgestellt war. Im Februar 1899 wurde schließlich ein Panorama der Schlacht bei Lützen (dort fiel der schwedische König Gustav Adolf am 16. November 1632) ausgestellt, das zuvor schon in Nürnberg und Frankfurt zu sehen war. Ende 1900 und 1901 wurde es durch ein viertes (Hamburger Hafen) und fünftes (Kreuzigung Christi) Rundbild ersetzt.

Panoramen wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts in vielen europäischen Städten errichtet, in Großstädten oft sogar mehrere. Finanziert von meist belgischen Investoren, wurden die Gebäude von Hausarchitekten mit einheitlichen Abmessungen errichtet, so dass die aufwendig und langwierig herzustellenden Gemälde bei nachlassendem Interesse des zahlenden Publikums im Ringtausch in der nächsten Stadt ausgestellt werden konnte.

In den ersten Jahren des 20. Jahrhundertes erlahmte mit dem Aufkommens des Films das Interesse an den gemalten Szenen und die Panoramen verschwanden allmählich, das Karlsruher wird laut einer Notiz im Stadtarchiv 1906 als „abgebrochen“ vermerkt.

Literatur

Weblinks

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