Thermoselect

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Thermoselect
vom Rheinhafenbecken aus
aus der Luft

Thermoselect war ein Versuch des Energieversorgers EnBW im Karlsruher Rheinhafen, Restmüll in Granulat umzuwandeln.

Geschichte

Das Gebäude der Müll-Verschwelungsanlage wurde 1995 gebaut, Lieferant der Anlage war die Firma Thermoselect S.A. aus Locarno in der Schweiz. Am 17. März 2000 wurde Thermoselect unter Vollastbetrieb genutzt[1]. Nicht mehr verwertbarer Restmüll aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe sollte damit in Wasser, ein Salzgemisch und ein schwarz glänzendes Granulat umgewandelt werden. Als Kapazität war eine Menge von 225.000 Tonnen vorgesehen.

Zum 7. Januar 2002 wurde vom Regierungspräsidium Karlsruhe die Genehmigung für den dauerhaften Betrieb erteilt[1]. Doch die Pannen, die bereits in der Vorbereitung auftraten, vermehrten sich, trotz aufwändigen Umrüstaktionen. Eine der Pannen: In den automatischen Baggern, die den Müll in die Öfen transportierten, war ein nicht ausreichend temperaturfestes Hydrauliköl verwendet worden.

Am 27. April 2005 beendete die Stadt Karlsruhe das Kapitel Thermoselect mit einer Vereinbarung mit EnBW. Der bestehende Vertrag über die thermische Behandlung des Karlsruher Mülls wurde damit aufgelöst. Die Stadt Karlsruhe erhält außerdem eine Entschädigung von rund 1,45 Millionen Euro als Ausgleich für wirtschaftliche Nachteile.

Kosten

Geplant waren Kosten in Höhe von 123 Mio. Euro, davon mehr als 20 Mio. Euro für den Bau und den Rest für die Anlagentechnik. Am Ende soll der Verlust für die EnBW sogar 451 Mio. Euro betragen.

Juristische Verfahren

Das Landgericht Karlsruhe hat am 30. Juni 2006 eine Schadensersatzklage der Thermoselect S.A. gegen die EnBW Energie Baden-Württemberg AG in vollem Umfang abgewiesen. Thermoselect S.A. hatte ihre Schadensersatzklage damit begründet, dass sich die EnBW im Zusammenhang mit der Stilllegung der Thermoselect-Anlage in Karlsruhe pflichtwidrig verhalten habe und wollte Entwicklungs- und Finanzierungskosten in Höhe von 210 Millionen Euro von der EnBW ersetzt bekommen.

Weitere juristische Angelegenheiten sind noch nicht abgeschlossen.

Nachnutzung der Thermoselect-Anlage?

Was mit der Anlage passieren soll, ist noch immer ungeklärt. Zwischenzeitlich gab es Pläne für eine Diskothek o.ä., was aber technisch schwierig zu machen wäre, da die Decke durch Anlagenteile getragen wird.

Die Stadt möchte den Rheinhafen auch für die Industrie freihalten.

Trivia

Aufgrund der häufigen Störfälle bekam die Anlage von der Bevölkerung bald den Spitznamen „Thermodefekt” verpasst.

Standort der stillgelegten Anlage

Dieser Ort im Stadtplan:

Weblinks

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Die offizielle Webpräsenz der Stadt Karlsruhe zum Thema „Stadtchronik Karlsruhe, die Jahre 2000 bis 2004“
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Siehe auch Guter Artikel, Editierhilfe und Handbuch