St. Michael (Weingarten)

Aus dem Stadtwiki Karlsruhe:

St. Michael ist eine Kirche in Weingarten. Sie gehört zur Seelsorgeeinheit Stutensee-Weingarten.

Geschichte

Im Jahre 1556 regierte in Heidelberg Kurfürst Otto Heinrich. Noch im gleichen Jahr ließ er die Reformation in der Kurpfalz einführen. Getreu dem Grundsatz: „Cuius regio, eius religio!“ d.h. „Wer regiert, der bestimmt auch die Religion der Untertanen!“ mussten auch die Bewohner des zur Kurpfalz gehörenden Weingartens die lutherische und später die calvinistische Lehre annehmen.

Offensichtlich standen aber mehrere Familien weiterhin zur katholischen Lehre. Deshalb erhielten die katholischen Gemeindemitglieder von Weingarten vom Kurfürsten von der Pfalz ab 1698 das Recht zur Mitbenutzung der reformierten Ortskirche. Sieben Jahre lang diente die Kirche als so genannte „Simultankirche“. Durch die Bestimmungen der „Kurpfälzer Religionsdeklaration“ vom 21. Dezember 1705 teilten Calvinisten und Katholiken die Ortskirche St. Michael und begrenzten ihren Bereich (Langhaus bzw. Chorraum) durch eine Mauer. Der Glockenturm (Westturm) wurde gemeinsam benutzt.

Als sich am 1. Januar 1821 die Lutheraner mit den Reformierten zur Evangelische Landeskirche vereinigten, wurde das lutherische Gotteshaus für andere Zwecke frei. Durch die zunehmende Einwohnerzahl reichte der katholische Gottesdienstraum im Chorturm trotzdem nicht mehr aus. Deshalb wurde er 1758 abgebrochen und durch den Neubau einer kleinen Barockkirche ersetzt. Dieser Kirchenanbau wurde 1760 eingeweiht.

1895 war nun auch die Barockkirche zu klein geworden. Aus diesem Grund wurden sie und gleichzeitig drei Häuser an der Ostseite des Kirchplatzes abgerissen, um Platz zu schaffen für den Neubau einer neugotischen Kirche. Sie wurde am 10. Oktober 1899 feierlich eingeweiht und besteht noch heute.

Weblinks