Ramsar-Konvention

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Die Ramsar-Konvention von 1971 ist ein internationales Übereinkommen zum Schutz von Feuchtgebieten internationaler Bedeutung. Ziel war es, für ziehende Wasser- und Watvogelarten ein weltweit zusammenhängendes Netz von Feuchtgebieten einzurichten. Die Konvention ist nach der Stadt Ramsar im Iran benannt, in der die Verhandlung stattfand.

Beim deutsch-französischen Umweltgipfel am 31. August 1992 wurde beschlossen, die elsässische und baden-württembergische Rheinniederung als „Feuchtgebiet internationaler Bedeutung“ im Rahmen der Ramsar-Konvention zu benennen. Eine Expertengruppe stellte fest, dass das Oberrheingebiet den Kriterien eines internationalen Feuchtgebietes entspricht. Begründung waren insbesondere die natürlichen und naturnahen Lebensräume, die in der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie benannt sind. Außerdem der hohe Artenreichtum und der größte Trinkwasserspeicher Europas. Das Ramsar-Gebiet Oberrehin reicht auf der Seite Baden-Württembergs von Karlsruhe im Norden bis Weil am Rhein im Süden[1].

Die Benennung des Oberrheingrabens als Ramsar-Gebiet wurde dann zurückgestellt, weil zunächst die Natura 2000-Gebiete gemeldet werden sollten. Im November 2007 beauftragte der Ministerrat Baden-Württemberg das Ministerium für Ernährung und ländlichen Raum die Meldung des Ramsargebietes "Oberrhein/Rhin supérieur" vorzunehmen. Am 5.September 2008 erkannte das Ramsar-Büro den Oberrhein als Feuchtgebiet internationaler Bedeutung an.

In einem nächsten Schritt soll eine gemeinsame Verwaltung des Ramsar-Gebietes aufgebaut werden.

Pressemitteilung 11/2009, Minister Peter Hauk: "Der Vize-Präsident der Region Elsass, Gilbert Scholly, und Minister Peter Hauk zogen zum Abschluss der Veranstaltung folgendes Fazit: "Grenzüberschreitende Projekte wie das Ramsar-Gebiet Oberrhein / Rhin supérieur sind ein zukunftsweisendes Modell auch für einen globalisierten und globalen Feuchtgebietsschutz. Wir appellieren besonders an die vom Ramsar-Gebiet berührten Kommunen und Verbände, aber auch an die dort wirkenden Verwaltungen sowie an Bürgerinnen und Bürger beiderseits des Rheins, neue und mutige Ideen für eine zukunftsfähige Gestaltung des Oberrheinraums und seiner wertvollen Feuchtgebiete zu entwickeln und dazu beizutragen, dass Europa durch dieses Vorzeigeprojekt gerade hier am Oberrhein erneut ein Stück enger zusammenwächst. Es liegt an unserem Engagement, die sich jetzt bietenden Chancen zu nutzen und das Beste daraus zu machen."

Die Beteiligten gingen mit dem Beitritt zur Ramsar-Konvention folgende Verpflichtungen ein:

  • Erhalt der Gebiete soll gefördert werden.
  • Die Gebiete sollen nachhaltig genutzt werden
  • Maßnahmen in mehrere Vertragsstaaten umfassende Gebiete sollen aufeinander abgestimmt werden.
  • Die Öffentlichkeit soll über die Bedeutung der Feuchtgebiete informiert werden.

Weblinks

Fußnoten

  1. Zitiert nach http://www.mlr.baden-wuerttemberg.de/mlr/presse/RAMSAR.pdf und Wikilinks eingefügt