Die Zukunft des Stadtwiki entscheidet sich am 30.03.2021 bei der Mitgliederversammlung des Bildungsverein Region Karlsruhe.
Es werde noch Freiwillige für den Vorstand gesucht.
(Nicht-Mitglieder melden sich bitte unter hallo@stadtwiki.net)

Freiwilige vor / Details: Diskussion:Bildungsverein_Region_Karlsruhe/MVV-2021



Engelbert Karl Stein

Aus dem Stadtwiki Karlsruhe:
Wechseln zu:Navigation, Suche

Engelbert Karl Stein (* 11. Oktober 1905 in Helmsheim; † 23. Mai 1985 ebenda) war Bürgermeister von Helmsheim.

Leben und Wirken

Er war das zweite von vier Kindern des Kaufmanns Johann Stein und Elisabeth Bittrolff. Im Alter von 21 Jahren trat er in die NSDAP ein. Selbst als Landwirt tätig, engagierte er sich in der Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft (heute OGA Nordbaden), in deren Prüfungsausschuss und Vorstand er aktiv war. 1940 wurde er dort Geschäftsführer.

1931 heiratete er Rosa Eißler, Tochter des ehemaligen Helmsheimer Bürgermeisters Heinrich Eißler. Das Paar hatte ein Kind.

Im selben Jahr begann sein politischer Aufstieg, als er NSDAP-Ortsgruppenleiter wurde. Im April 1933 wurde er in den Helmsheimer Gemeinderat gewählt. Anfang Juni des selben Jahres wurde er Bürgermeister-Stellvertreter. Als der amtierende Bürgermeister aus dem Amt gedrängt wurde, wählte aus Furcht vor einem bei einer demokratischen Wahl ungewünschten Ergebnis nicht die Bevölkerung, sondern ein „Bürgerausschuss“ Stein zum neuen Bürgermeister. Vorbehalte gegen Stein gab es lediglich aufgrund seines mit 28 Jahren als zu jung empfundenen Alters. Bis zum Ende der NS-Herrschaft blieb er im Amt, saß zeitgleich im Kreisrat.

Nachdem französische Truppen in Helmsheim einmarschiert waren, wurde Stein zunächst interniert, hielt sich dann aber wegen einer Lungenerkrankung mehrere Jahre im Schwarzwald auf. Der Prozess gegen lief im Sommer 1948. Aufgrund von Zeugenaussagen, die ihm bescheinigten, er habe niemanden bevorzugt und nicht in allen Punkten mit dem NS-Regime übereingestimmt, wurde er als Minderbelastet zu einer Geldstrafe zu 100 DM verurteilt. Das Verfahren wurde im April 1949 neu aufgerollt, nachdem sich Zeugen meldeten, die ihn belasteten, unter anderem sein Nachfolger Hermann Blum. Steins Einstufung blieb jedoch bestehen, die Strafe wurde aber auf 300 DM erhöht. Anlässlich seiner Anhörung vertrat er die Ansicht, dass er jederzeit in einer demokratischen Wahl erneut zum Bürgermeister gewählt werden würde.

Nachdem seine Frau 1958 verstorben war, heiratete er später ein zweites Mal. Er starb im Alter von 79 Jahren im Mai 1985.