Schlossplatz

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Disambig-50px.png Dieser Artikel ist der Straße und dem Platz Schlossplatz in der Karlsruher Innenstadt gewidmet, für weitere Schlossplätze siehe Schlossplatz (Begriffsklärung).

Der umgestaltete Schlossplatz 2012

Bildergalerie: weitere Bilder zu diesem Artikel finden sich auf Schlossplatz/Bilder

Der Schlossplatz mit dem Großherzog-Karl-Friedrich-Denkmal und den Najaden-Brunnen liegt direkt im Zentrum von Karlsruhe vor dem Schlosshof des Karlsruher Schlosses.

Verlauf

Begrenzt wird er im Westen durch das Bundesverfassungsgericht und den Botanischen Garten, im Osten durch das KIT (Wirtschaftswissenschafts-Bauten, Rechenzentrum). In Richtung Süden öffnet sich der Schlossplatz der Innenstadt, mit allen südlichen Strahlen des berühmten Karlsruher Fächers. Dort befinden sich unter anderem das Finanzamt und das Café Multi Kulti. Im Badischen Landesmuseum gibt es vom Schloss und dem Schlossplatz ein anschauliches Modell aus der Gründerzeit Karlsruhes.

Die gleichnamige Straße, die parallel zum Zirkel verläuft, unterquert den Bereich von Kreuz-, Karl-Friedrich- und Lammstraße in einem Tunnel. In diesem Tunnel sind auch die Zufahrten zum Parkhaus Schlossplatz.

Auf dem Platz befinden sich mehrere Brunnen und Skulpturen; bekannt sind vor allem die Mytho­lo­­gi­­schen Figuren des bayerischen Hofbildhauers Ignaz Lengelacher von 1760.

Veranstaltungen

Der Schlossplatz wird auch gerne für Veranstaltungen genutzt, wie z.B. den Karlsruher Stadtgeburtstag. Das Badische Landesmuseum Karlsruhe veranstaltet dort alle zwei Jahre ein Museumsfest. Auch Musikveranstaltungen wie das Schloss in Flammen werden hier abgehalten.

Im Herbst wird eine Bierbörse veranstaltet.

Weiteres

Im westlichen Teil des Schlossplatzes wird in der Nähe des Najaden-Brunnens Boule gespielt.

Hausnummern

Der Osten–Hausnummer 1-10
Der Westen–Hausnummer 19-23

Am Südrand sind auch die Adressen Schlossplatz, die Nordseite um das Schloss hat als Adressen Schlossbezirk.

1-3 
Regierungspräsidium Karlsruhe
4-6 
Regierungspräsidium Karlsruhe
10-12 
L-Bank
14 
Finanzamt Karlsruhe-Stadt
19 
International Department
Restaurant Multi Kulti
21 
Neubau der L-Bank
23 
Amtsgericht Karlsruhe (Strafabteilung)
ohne Nummer 
Parkhaus Schlossplatz

Lage

Dieser Ort im Stadtplan:

(H)  nächste Haltestelle: Marktplatz   

Umbau 2010 bis 2011

Der umgebaute Platz im Oktober 2012
Plandarstellung für das Ergebnis des Umbaus 2010/11

Von Mitte August 2010 bis 18. September 2011 wurde der Schlossplatz mit angrenzendem Najadenwäldchen für rund 5 Millionen Euro umgebaut, so dass der Platz rechtzeitig vor dem 300-jährigen Stadtgeburtstag 2015 fertig wurde. Die Mittel hierfür kamen vom Land Baden-Württemberg, welches im Besitz von Schloss und Platz ist. Die Fontäne im Brunnen in der Mitte des Platzes wurde entfernt, um die Sicht auf das Schloss nicht zu stören. Gleiches galt für den querenden Weg, der den Bereich zwischen Schloss und Karl-Friedrich-Denkmal in vier gleichgroße Abschnitte einteilte. Die Rasenflächen wurden um 20 Zentimeter angehoben und durch „Spiegelfugen“ unterteilt, über die ein Wasserfilm plätschert. Es sind nun flache Treppen und Rampen vorhanden. Der neue Zustand hat sich dem von 1967 angenähert, als die Bundesgartenschau in Karlsruhe stattfand.

Das Großherzog-Karl-Friedrich-Denkmal erhielt ein umgebendes Wasserbecken mit Sitzmöglichkeit. Die vorhandenen Plastiken am Platz wurden instand gesetzt, gekalkt und mit einer neuen Schutzschicht versiegelt, welche für die kommenden 20 Jahre halten soll.

Nach dem erfolgten Umbau wurde am 17. Juni 2013 am Eingang zum westlichen Najadenwäldchen zur Erinnerung an die Bücherverbrennung vom 17. Juni 1933 eine Stele errichtet.

Geschichte

Umbau 1989
Das Schloss und der westliche Schlossplatz im Jahr 1896
Blick vom Karlsruher Schloss auf den Schlossplatz zwischen 1890 und 1905

Der Schlossplatz hat eine wechsel­volle Geschichte und wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgestaltet. Dem Stadt­­­grün­­der Karl Wilhelm von Baden-Durlach (1679-1738) diente er als botani­­scher Garten. Der Markgraf war ein begeis­ter­ter Tulpen­­züch­ter (an die 5000 Arten) und Pflan­­zen­­lie­b­ha­­ber und starb am 12. Mai 1738 bei der Gartenarbeit. 1774 wurde der mittlere Schloss­­platz zur Verkehrs- und Ausstel­­lungs­­flä­che. Ab 1806 fanden jährlich zwei Karlsruher Jahrmärkte auf dem Schlossplatz statt. Später diente er mit dem Schlosshof als Parade­­platz, zuletzt für das Markgräf­­li­che Leibgre­na­­dier­re­­gi­­ment. 1967 zur Bundesgartenschau als schlich­tes Rasen­par­terre angelegt, wurde er 1989 in Anleh­nung an barocke Vorbilder erneut umgestal­tet. Rechts und links wurden Linden­rei­hen gepflanzt. Sie schließen die eigent­­li­chen Kleinode des Schloss­­plat­­zes, die zahl­rei­chen seltenen Bäume aus aller Welt, ein.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Platz für Propagandaveranstaltungen genutzt, so wurde 1933 eine „Hitler-Linde“ gepflanzt und am 17. Juni 1933 fand im Rahmen einer Sonnwendfeier dort eine Bücherverbrennung statt.

In den letzten Kriegsjahren und in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Platz vor dem Schloss von der Karlsruher Bevölkerung, ähnlich wie manch andere Grünanlage, als Kleingartengelände („Kriegsgärten“) zum Anbau von Gemüse genutzt.

In den ca. 5 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg diente der Schlossplatz als Schuttsammelplatz, dort wurde aus der Innenstadt der Schutt der Ruinen und aus den Straßen zwischengelagert und mit der Schuttbahn der Aufräumungs-Arbeitsgemeinschaft Karlsruhe zum Rheinhafen abtransportiert.

Literatur

  • Seiten 82 bis 84 in: „Karlsruher Gartenbuch 1967“ (Ausstellungskatalog zur Bundesgartenschau)

Weblinks