Diakonissenkrankenhaus

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Haus F

Das Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe-Rüppurr, im Volksmund oft nur "Diak" genannt, ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung und akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Freiburg. Träger ist die Evangelische Diakonissenanstalt Karlsruhe-Rüppurr. Es befindet sich in Rüppurr zwischen Diakonissenstraße, Graf-Eberstein-Straße und Kraichgaustraße. Neben dem Akutkrankenhaus mit 464 Betten und der Geriatrischen Rehabilitation mit 60 Plätzen befindet sich auch die Berta-Renner-Schule für Gesundheits- und Krankenpflege auf dem Klinikgelände.

Kliniken

  • Augenklinik
  • Klinik für Anästhesie, Intensivtherapie und Rettungsmedizin
  • Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßmedizin
  • Klinik für Unfallchirurgie
  • Frauenklinik und Hebammenschule
  • Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie
  • Klinik für Innere Medizin
  • Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Klinik für rehabilitative Geratrie
  • Klinik für Radiologie, bildgebende Verfahren, Interventionsradiologie und Nuklearmedizin
  • Geriatrisches Zentrum

Geschichte

1851 bis 1933

Das Krankenhaus wurde 1851 gegründet und hatte damals zwölf Betten und fünf Schwestern.

1933 bis 1945

Das evangelische Diakonissenkrankenhaus in Rüppurr beschäftigte in den Jahren 1942-1945 fünf Zwangsarbeiter. Diese Zahl ist gesichert, man muss jedoch davon ausgehen, dass noch wesentlich mehr Zwangsarbeiter beschäftigt wurden.

Außerdem wurden in diesem großen konfessionellen Krankenhaus in Rüppurr (neben der damaligen Landesfrauenklinik in der Kaiserallee und dem städtischen Krankenhaus) auch routinemäßig Zwangssterilisationen durchgeführt - die ersten wohl schon 1935. Angeordnet wurde die Zwangssterilisationen durch das Gesundheitsamt. Anders als bei diesen drei hier genannten Krankenhäusern verweigerte sich jedoch die Leitung des katholischen St. Vincentius-Krankenhauses in der Südendstraße in der Südweststadt (des anderen der beiden großen konfessionellen Krankenhäuser Karlsruhes) erfolgreich der Aufforderung durch die Nationalsozialisten, Zwangssterilisationen durchzuführen.

1945 bis heute

1979 übernahm Klaus Jürgen Husfeld die Leitung der Chirurgischen Klinik mit 120 Betten. 1999 entstand ein Geriatrisches Zentrum, 2004 wurde eine Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie gegründet und 2006 wurde eine Psychosomatische Station eingerichtet. 2008 wurde ein Zentrum für Alterstraumatologie gegründet.

Baugeschichte

Bereits seit 1911 gab es von Seiten der Evangelischen Diakonissenanstalt Bestrebungen außerhalb der Stadtgrenze Karlsruhes ein vollkommen neues Krankenhaus zu errichten, das den immer weiter wachsenden Ansprüchen gerecht werden konnte. Allerdings scheiterten diese Bemühungen oftmals an mangelnden finanziellen Mitteln. Erst Ende der zwanziger Jahre war es möglich die entsprechenden Mittel beisammen zu tragen und so erwarb man von der Stadt Karlsruhe das Gelände am Rande des Oberwaldes in Karlsruhe-Rüppurr in, bis dato, weitestgehend unbebautem Gebiet.

So kam es erst 1930 zur Ausschreibung auf die hin zahlreiche Entwürfe meist von Karlsruher Architekten eingingen. Die Ausschreibung umfasste den Bau eines Krankenhauses mit einem Mutterhaus, in welchem die annähernd 600 Diakonissenschwestern untergebracht sein sollen, und welches eine geschlossene Infrastruktur, abgetrennt vom Krankengebäude darstellen sollte. Des Weiteren ein Krankenhausbau für etwa 170 Betten, die in circa 50 Einzelzimmern, 20 Doppelzimmern und 25 Zimmern zu zwei bis drei Betten aufgeteilt werden sollten. Ebenso einen Speisesaal für etwa 200 Personen der für besondere Anlässe auf Platz für 500 Personen erweiterbar sein sollte. Da es sich um ein konfessionelles Haus handelte war auch eine großzügige Kapelle in Auftrag gegeben worden. Weiter zahlreiche Nebenräume, Wirtschafträume, ein Verwaltungstrakt und diverse verschiedene Abteilungen. Hier handelte es sich seinerzeit um die Chirurgische Abteilung, Innere Abteilung, Kinderstation, Frauenklinik, Hals-Nasen-Ohren-Abteilung, Schwesternabteilung und die Infektionsabteilung. Diese Infektionsabteilung sollte aus hygienischen Gründen außerhalb der eigentlichen Bauten und der anderen Stationen liegen. Ebenso war gefordert, die Operationssäle und den gesamten OP-Bereich von allen Stationen her gut zugänglich zu gestalten, um große Wegstrecken innerhalb des Hauses zu vermeiden.

Die Grundsteinlegung für das neue Krankenhaus der evangelischen Diakonissenanstalt fand am 20. August 1931 statt und stand unter dem Wahlspruch „Alles und in allen Christus“. Diese Worte finden sich auch heute noch im Grundstein, der sich neben der Krankenhausküche in einem Versorgungsgang im Untergeschoss in eine Wand eingearbeitet befindet.

Es konnte allerdings nicht der gesamte Entwurf von Teuffels umgesetzt werden. Aus Kostengründen war es beispielsweise nicht möglich, die extern gelegene Infektionsabteilung zu bauen. Somit musste diese neben den anderen Abteilungen im Hauptbau des Krankenhausgebäudes ihren Platz finden. Weiter beschloss man, die Hals-Nasen-Ohren-Abteilung, die Augenabteilung und die Gynäkologische Abteilung mit Geburtshilfe im alten Gebäude der Anstalt in der Sophienstraße 57 (zwischen Reinhold-Frank- und Leopoldstraße) zu belassen. Daher mussten auch einige Diakonissen weiter im alten Gebäude verbleiben, weswegen man auch hier einige Zimmer einsparen konnte und daher nur einen Teil des geplanten Wohnraumes für die Schwestern in Rüppurr errichten musste.

Allerdings hatte man in der Umsetzung dieser Reduzierungen bereits die Erweiterungen für die noch fehlenden Stationen einbezogen, so dass es möglich gewesen wäre, unkompliziert und schnell die entsprechenden An- und Umbauten vorzunehmen, sollten einmal die nötigen finanziellen Mittel vorhanden sein.

Im umgesetzten Bau befand sich dann auch die eingeforderte Apotheke. Auch die Bedenken, dass die Flure zu dunkel sein könnten, konnte Architekt Gisbert von Teuffel widerlegen. Denn sein Plan sah vor, in den Zimmern Glastüren einzusetzen, durch welche sehr viel Licht in den Flur dringen konnte. Ebenso unterbrach er die lange Wand zwischen den Zimmern und dem Flur gegen Ende des Ganges, so dass eine Nische im Flur entstand, die direkte Fenster nach Süden besaß. Dieser Raum wurde meist als Warteraum oder Aufenthaltsraum für Patienten und deren Gäste genutzt.

Heute erkennt man beim Anblick des Diakonissenkrankenhauses nur noch sehr wenig der ursprünglichen Formensprache von Teuffels, obwohl sein Bau immer noch den Hauptteil des gesamten Krankenhausbaus ausmacht. Allerdings wurde dieser im Laufe der Jahrzehnte seit der Errichtung durch den wachsenden Bedarf und neue Vorschriften unzählige Male umgebaut. Das Haus blieb im zweiten Weltkrieg bis auf einige Beschädigungen am Dach weitestgehend verschont. In den Fünfzigerjahren wurde zum ersten Mal ein weiterer Bau an das bisherige Gebäude gesetzt. Hier hielt man sich allerdings nicht an die Vorschläge aus dem ursprünglichen Plan von Teuffels, der eigentlich vorsah, in seiner Bauform weiterzubauen. Man entschied sich für einen Fischbauch-förmigen Anbau an den Sanitärbau für die Hals-Nasen-Ohren-Klinik. Ebenso wurden sehr bald nach dem Krieg die Trakte der Schwesternwohnungen erweitert, hier hielt man sich allerdings zumindest in den Ansätzen an Gisbert von Teuffels Planungen aus der Vorkriegszeit. Durch die Zerstörung der übersichtlichen Struktur kam es im Laufe der Jahre bei weiteren Umbauten immer wieder zu Problemen beim Anschluss dieser Anbauten an die Klinik. In den Sechzigerjahren wurde die Frauenklinik als eigenständiger Bau in den bisherigen Krankenhauspark gebaut, und lediglich über einen eingeschossigen Übergang mit dem Altbau verbunden. Zusätzlich wurde in den End-Sechzigerjahren ein großes Schwesternwohnheim und ein zweigeschossiges Schwesternseminar unabhängig zum Altbau auf dem Areal errichtet.

In den Achtziger und Neunzigerjahren kamen noch eine neue Augenklinik und eine Erweiterung der Hals-Nasen-Ohren-Klinik hinzu. Der letzte große Anbau wurde 2004 eingeweiht, der so genannte Zentralbau stellt eine Aufstockung um 5 Etagen des bisherigen eingeschossen Verbindungsbaus von Frauenklinik und Sanitärbau dar. Durch diesen Bau konnten die OP-Bereiche beider Trakte miteinander Verbunden werden.

Momentan befindet sich der Altbau von Teuffels in einer großen Renovierungsphase, bei der man sich wieder auf die Ansätze seiner Gestaltungsformen zurückbesinnt. Beispielsweise werden die Gänge wieder heller gestaltet und Türen mit Oberlichtern eingesetzt, nachdem man in den Sechzigerjahren bei einer Renovierung die Fensteröffnungen zum Flur hin geschlossen hatte und sogar die Wände im Flur dunkelbraun fasste.

Das besonders großzügige und helle Treppenhaus im Hauptbau ist aber beispielsweise unwiederbringlich in seiner Ursprungsform zerstört, da man die gesamten Fenster für die Anbauten schließen musste und im Zentrum einen Aufzug einbaute. Auch werden an der Außenfassade die Fensteröffnungen wieder in die ursprüngliche Größe aufgebrochen, nachdem man diese ebenfalls in den Sechzigerjahren aus Kostengründen auf eine Einheitsgröße reduziert hatte. Auch die Fensterungen auf der Parkseite erhalten eine neue Form, die sich wieder an der ursprünglichen orientiert. Auch diese Fenster wurden im Zuge einer Renovierung vor etwa 40 Jahren verkleinert, womit es auch nicht mehr möglich war die Patientenbetten auf den Balkon zu schieben. Ein großes Problem stellte bis da hin auch die Zimmertemperatur dar, die durch die Ausrichtung nach Süden im Sommer sehr hoch war. Heute ist es nun möglich diese wirtschaftlich mit Klimaanlagen zu regulieren und besser isolierende Fenster zu nutzen Im heutigen Zustand des Baus findet man nur noch wenige Zeugnisse aus der Bauzeit. Wenige Einbauschränke wie auch der Grundstein sind noch sichtbar.

Weitere Bilder

Literatur

Zwangsarbeit in Einrichtungen der evangelischen Landeskirche und Inneren Mission in Baden 1939-1945 
Herausgeber: evangelische Landeskirche Baden, Autorin: Annette Schäfer
erschienen Karlsruhe: evangelische Akademie Baden 2005 ISBN 3-89674-122-5
900 Jahre Rüppurr, Geschichte eines Karlsruher Stadtteils,
Bürgergemeinschaft Rüppurr (Hrsg.),Karlsruhe 2003.
Der Architekt Gisbert von Teuffel, Erich Rossmann,
Karlsruhe 2005, in: Rüppurrer Hefte II, Rüppurrer Lebensbilder, Günther Philipp (Hrsg.), S.61ff.
Architekten der Friedericiana, Skizzen und Entwürfe seit Friedrich Weinbrenner,
in: Friedericiana, Zeitschrift der Universität Karlsruhe, Heft 18, S. 105ff, Karlsruhe 1975.
Bauwettbewerbe
H.47 (1930), H.4 (1926).
Neue Bauwelt, H.34 (1951),
Hermann Hampe, Professor Gisbert v. Teuffels 70. Geburtstag.
Festschrift zur Einweihung des Neubaus der Ev. Diakonissenanstalt Rüppurr,
Karlsruhe 1933.
150 Jahre Diakonissenanstalt,
Broschüre zum Jubiläum der Diakonissenanstalt, Karlsruhe 2001.
Neubau einer Diakonissenanstalt in Karlsruhe,
in: Bauwettbewerbe, Heft 47, 1930.

Internetzugang

Es wird in einigen Aufenthaltsbereichen und Stationen ein Internetzugang per Wireless-LAN ermöglicht. Karten mit Zugangsdaten können bei der Krankenhausinformation erworben werden.

  • 20-Minuten: 1,00 €
  • Tageskarte: 5,00 €
  • 5-Tageskarte: 10,00 €
  • 10-Tageskarte: 15,00 €
Wegweiser zu Einzelpraxen

DIAK-Radio

Seit 21. Juni 2007 sendet das DIAK-Radio, das Patientenradio des Diakonissenkrankenhauses, nach längerer Pause und einem neuen Team. Das Programm wird donnerstags von 17 bis 19 Uhr ausgestrahlt; dabei werden Personen aus Karlsruhe und der weiteren Umgebung als Gesprächspartner ins Studio eingeladen.

Adresse

Diakonissenstraße 28
76199 Karlsruhe
Telefon: (07 21) 8 89 - 0
Telefax: (07 21) 8 89 - 34 56

Lage

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